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Shop im Schloss Ludwigsburg Beiträge

Der Adel in Deutschland

Benedikt Freiherr Poschinger von Frauenau der Inhaber der Freiherr von Poschinger Glasmanufaktur

Freiherr von Poschinger

Es ist schön, auf eine lange Familiengeschichte zurückblicken zu können. Ich habe Respekt vor dem, was meine Vorfahren geleistet und es geschafft haben, das Unternehmen trotz Kriegen und Notzeiten über Jahrhunderte hinweg zu erhalten.
Das macht mich in gewisser Weise stolz, aber auch demütig. Deshalb versuche ich jeden Tag, für die Firma das Beste zu erreichen – so wie alle anderen Generationen vor mir auch. Natürlich spüre ich bei einem so geschichtsträchtigen und namhaften Unternehmen eine gewisse Verpflichtung. Es ist aber nicht so, dass ich vor lauter Tradition erstarre. Ich führe die Firma weiter, wie ich es für richtig halte.

Allerdings glaube ich auch, dass zum Erfolg immer ein Quäntchen Glück dazugehört. Durch den Titel allein ist dieser keine gesetzte Sache. Mein Name „Freiherr von
Poschinger“ hilft mir vielleicht und klingt auch ganz gut. Für mich ist es jedoch wichtiger, dass ich Spaß und Leidenschaft bei den Dingen verspüre, die ich mache.

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Schloss Thurn

Schloss Thurn vom Lustschloß für wenige zum Erlebnispark für alle:

Konsequent hat die Familie von Bentzel-Sturmfeder-Horneck der geschichtlichen Entwicklung vom Feudalismus zur Demokratie Rechnung getragen. Aus ihrem herrschaftlichen Anwesen wurde ein mittelständisches Unternehmen, das den Eigentümern ermöglicht, ihr Schloß zu erhalten und zu pflegen und zugleich der Bevölkerung einen Ort der Erholung und Unterhaltung bietet. Der Erlebnispark Schloß Thurn lohnt einen Besuch.

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Schloss Mespelbrunn

Das Schloss Mespelbrunn, ein Wasserschloss, steht in der bayerischen Gemeinde Mespelbrunn zwischen Aschaffenburg und Würzburg in einem abgelegenen Seitental des Elsava-Tals im Spessart. Die Anlage ist seit dem frühen 15. Jahrhundert im Besitz der Familie Echter von Mespelbrunn.

Der Familiensitz des Grafen von Ingelheim hat Jahrhunderte überstanden, ohne je zerstört zu werden. Nicht zuletzt deshalb gehört Schloß Mespelbrunn im Spessart zu den faszinierendsten, zauberhaftesten Schloßanlagen Frankens.

Albrecht Graf von Ingelheim mit Tochter Marie-Antoinette

Albrecht Graf von Ingelheim mit Tochter Marie-Antoinette auf Schloß Mespelbrunn

Mitten im Spessart liegt in einem stillen Weiher ein Märchenschloß. Die von dunklen Schieferhauben bekrönten Türme und die Giebelfronten des malerischen Schlosses spiegeln sich im Wasser.
Märchenschlösser wie dieses sind der Inbegriff der Romantik. In einem Märchen der Gebrüder Grimm bewahrt ein einziger Stich einer Spindel ein Märchenschloß vor Veränderung. Dornröschen und mit ihm der gesamte Hofstaat und das Schloß fielen bekanntlich in einen hundertjährigen Schlaf, nachdem sich das schöne Königskind an einer Spindel gestochen hatte. Dies alles geschah just an dem Tag, an dem die Eltern des Mädchens nicht zuhause waren, und das Kind ganz allein im Schloß zurückblieb. Da ging es allerorten herum, heißt es in dem Märchen, besah Stuben und Kammern, wie es Lust hatte, und kam endlich auch an einen alten Turm. Es stieg die enge Wendeltreppe hinauf und gelangte zu einer kleinen Türe. In dem Schloß steckte ein verrosteter Schlüssel, und als es diesen umdrehte, sprang die Türe auf, und da saß in dem Stübchen eine alte Frau und spann emsig ihren Flachs. Als das Mädchen neugierig die Spindel berührte, wurde die Zeit für hundert Jahre angehalten. Ein dorniges Gestrüpp umwuchs das alte Gemäuer. Die Hecke legte sich schützend über die Romantik.

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Schloss Rastatt

Das Schloss Rastatt (auch Barockresidenz) in Rastatt ist ein ehemaliges Residenzschloss der Markgrafen von Baden-Baden. Das Schloss Rastatt und der Rastatter Schlossgarten wurden um 1700 durch den italienischen Hofbaumeister Domenico Egidio Rossi im Auftrag des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden erbaut.

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Schloss Mannheim

wurde unter der Regentschaft der Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor in drei Bauperioden zwischen 1720 und 1760 in Mannheim erbaut und war Residenz der Kurfürsten von der Pfalz von 1720 bis 1777.

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Schloss Schwetzingen

ist ein Schloss in Schwetzingen, das vor allem den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz diente. Bekannt ist in erster Linie der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten. Jährlich finden im Schloss die Schwetzinger Festspiele und alle zwei Jahre das Lichterfest statt.

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Kloster und Schloss Bebenhausen

Das Kloster und Schloss Bebenhausen war ein Zisterzienserkloster in Bebenhausen (heute Ortsteil von Tübingen, Baden-Württemberg). Nach der Reformation (in Württemberg 1534) dienten die Klostergebäude als Klosterschule, Jagdschloss der Könige von Württemberg und als Sitz des Landtags des Landes Württemberg-Hohenzollern.

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Schloss Favorite Ludwigsburg

Schloss Favorite ist ein barockes Lust- und Jagdschlösschen in Ludwigsburg in Baden-Württemberg. Es liegt auf einer Anhöhe im Favoritepark in direkter Achse nördlich des Residenzschlosses Ludwigsburg.

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Schloss Urach

Das Schloss Urach befindet sich in der Stadt Bad Urach.

Der heutige Schlossbereich besteht aus Torturm, Professorengebäude, Torwartgebäude und dem eigentlichen Schloss, einem rechteckigen, satteldachgedeckten Bau aus der Zeit um 1400 mit einem späteren westseitigen Anbau mit Walmdach, einem weiteren, turmartigen rechteckigen Anbau und dem großen Südturm.

Im Schloss befindet sich der sogenannte Goldene Saal, ein bedeutender getäfelter Prunkraum der späten Renaissance in Deutschland. Die Stube ist flach gedeckt und auf drei Seiten durchlichtet. Sie wird von Säulen mit korinthischen Kapitellen unterteilt. Wände und Säulen sind reich vergoldet, daher hat der Raum seinen Namen.

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Neues Schloss Tettnang

Das Neue Schloss ist eines der drei Schlösser Tettnangs und zählt zu den schönsten Schlössern Oberschwabens. Seine in Stuck ausgezierten Räume und Kabinette sowie die Möbel oberschwäbischer und französischer Kunstschreiner ermöglichen einen anschaulichen Eindruck vom fürstlichen Lebensstil des Montforter Adelsgeschlechts. Das Äußere ist von der Renaissance beeinflusst worden, im Inneren ist es eher im Barockstil gehalten

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Schloss Solitude

Schloss Solitude (fr. solitude ‚Einsamkeit‘) wurde zwischen 1763 und 1769 von Johann Friedrich Weyhing und Philippe de La Guêpière als Jagd- und Repräsentationsschloss unter Herzog Carl Eugen von Württemberg erbaut.

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Schloss Favorite (Rastatt)

Schloss Favorite wurde von Johann Michael Ludwig Rohrer 1710 bis 1730 in Rastatt-Förch erbaut. Bauherrin war die Markgräfin Sibylla Augusta von Baden-Baden (1675–1733), Witwe des sogenannten Türkenlouis, Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden (1655–1707), die sehr klare Vorstellungen hatte, wie dieses barocke Gesamtkunstwerk mit reicher dekorativer Innenausstattung auszusehen hatte. Neben der Residenz in Rastatt sollte es als Lustschloss auf dem Land den fürstlichen Vergnügungen, Geselligkeit und Spiel, der Jagd, Maskeraden, Studien und der Kindererziehung dienen.

Schloss Favorite ist das älteste deutsche „Porzellanschloss“ und als einziges in der ursprünglichen Form erhalten geblieben. Bemerkenswert ist die reichhaltige Sammlung an chinesischem Porzellan und schwarzen Lackarbeiten, sowie dem Schwartz Porcelain (Steinzeug mit schwarz-goldener Lackmalerei).

Umgeben ist Schloss Favorite von einem ehemals barocken Lustgarten. Zu Zeiten der Markgräfin wurde der Garten von Alleen, symmetrischen Parterres mit Wasserspielen und Orangerien bestimmt. Im Fasaneriewäldchen gab es zahlreiche Brut- und Futterhäuser zur Zucht und Haltung von jagdbarem Wild. Im Jahr 1718 wurde eine Eremitage errichtet, in die sich die Markgräfin zur Besinnung zurückzog. In den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts wurde der Schlossgarten vom Hofgärtner Johann Michael Schweyckert modernisiert und in einen Landschaftsgarten umgestaltet, der den Charakter der Gesamtanlage im Wesentlichen bis heute bestimmt. Er bietet Durchblicke über Wiesen und Teiche, Sichtachsen und Wasserläufe.

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Schloss Bruchsal

Das Schloss Bruchsal war Residenz der Fürstbischöfe von Speyer (als Ersatz für die im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstörte Bischofspfalz).

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Schloss Weikersheim

Das Schloss Weikersheim ist der Stammsitz der Herren von Hohenlohe in Weikersheim. Die ursprüngliche Wasserburg im Stau der Tauber wurde schließlich als Schloss im Renaissancestil auf dem Grundriss eines gleichseitigen Dreiecks erweitert. Der dreiachsige Park vor dem Südflügel öffnet die Anlage zu der hier weiten Landschaft des Taubertals hinaus.

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Schloss Heidelberg

Das Heidelberger Schloss ist eine der berühmtesten Ruinen Deutschlands und das Wahrzeichen der Stadt Heidelberg. Bis zu seiner Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg war es die Residenz der Kurfürsten von der Pfalz. Seit den Zerstörungen durch die Soldaten Ludwigs XIV. 1689 und der Sprengung durch französische Pioniere am 6. September 1693 wurde das Heidelberger Schloss nur teilweise restauriert. Nachdem am 24. Juni 1764 Blitze die teilweise renovierte Anlage in Brand gesetzt hatten, wurde die Wiederherstellung aufgegeben. Die Schlossruine aus rotem Neckartäler Sandstein erhebt sich 80 Meter über dem Talgrund am Nordhang des Königstuhls und dominiert von dort das Bild der Altstadt. Der Ottheinrichsbau, einer der Palastbauten des Schlosses, zählt zu den bedeutendsten deutschen Bauwerken der Renaissance.

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Haus Liechtenstein

Das Haus Liechtenstein zählt zu den ältesten Adelsfamilien Europas. Um 1136 wird mit Hugo von Liechtenstein erstmals ein Träger dieses Namens erwähnt. Das Haus zählt über hundert Mitglieder, von denen nur ein Teil im Fürstentum Liechtenstein lebt.

Herkunft

Burg Liechtenstein in Niederösterreich, südlich von Wien, namensgebender Stammsitz der Familie Der Name Liechtenstein stammt vermutlich von der Burg Liechtenstein in Maria Enzersdorf südlich von Wien. In der Umgebung dieser Stammburg und an der Nordostgrenze Niederösterreichs hatten die frühen Liechtensteiner Grundbesitz.

Im Herzogtum Österreich war es dem böhmischen Königssohn und späteren König Ottokar II. Přemysl, der eine Babenbergerin geheiratet hatte, nach dem 1246 erfolgten Aussterben der Babenberger im Mannesstamm gelungen, vorübergehend die Macht zu übernehmen. Die historisch belegbare Ahnenreihe der österreichischen Adelsfamilie Liechtenstein beginnt mit Heinrich I. von Liechtenstein († 1265), der 1249 die Herrschaft Nikolsburg in Südmähren von Ottokar II., den er politisch unterstützte, als freies Eigentum geschenkt erhielt.

Die Schenkung war für die Geschichte der Liechtensteiner von grosser Bedeutung, weil die Familie hierdurch neben ihren Besitzungen in Österreich namhaften Besitz im Gebiet der böhmischen Länder erhielt, die erst 1526 an die Habsburger gelangten.

Heinrichs I. Sohn Heinrich II. stellte sich allerdings, als der deutsche König Rudolf von Habsburg die Legitimität von Ottokars II. Herrschaft in Österreich bestritt, auf die Seite des Habsburgers, der 1278 in der Schlacht auf dem Marchfeld zwischen Dürnkrut und Jedenspeigen siegreich blieb. In der Folge waren die Liechtensteiner bis 1918 zumeist treue Verbündete der Habsburger und wurden für ihre Loyalität entsprechend belohnt.

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Haus Bourbon

Das Haus Bourbon oder die Bourbonen ist der Name eines französischen Adelsgeschlechts, das sieben französische Könige sowie weitere Monarchen anderer europäischer Staaten stellte. Aktuell werden die Staatsoberhäupter von Spanien und Luxemburg von Angehörigen der Bourbonen-Familie gestellt.

Herkunft und Name

Wappen des französischen Königreiches unter den älteren Linien der Kapetinger (der ursprünglichen Hauptlinie und der auf dem Thron nachfolgenden jüngeren Linie Haus Valois)

Das Haus der Bourbonen ist in seinem Mannesstamm eine Nebenlinie des französischen Königsgeschlechtes der Kapetinger, abstammend vom Prinzen Robert von Clermont, dem jüngsten Sohn des französischen Königs Ludwig IX. des Heiligen. Letztlich ist damit Hugo Capet als Stammvater der Kapetinger und seiner Nebenlinien auch der Urvater der Bourbonen. Dies führte unter anderem dazu, dass König Ludwig XVI. während seines Prozesses vor dem Nationalkonvent 1792 mit dem bürgerlichen Namen Louis Capet angesprochen wurde. Die letzten Repräsentanten des Geschlechts der Kapetinger sind heute die noch im Mannesstamm blühenden Bourbonen. Dazu gehören die spanische Linie Bourbon-Anjou mit ihren Seitenzweigen Bourbon-Sizilien und Bourbon-Parma sowie die Linie Bourbon-Orléans mit dem brasilianischen Seitenzweig Haus Orléans-Braganza. Die Bourbonen sind die älteste noch existierende Dynastie Europas, da alle anderen kapetingischen Haupt- oder Nebenlinien (wie das Haus Valois mit dem Seitenzweig Valois-Alençon, das Haus Artois oder das Haus Évreux) mittlerweile im Mannesstamm ausgestorben sind. Das ehemalige portugiesische Königshaus Bragança leitet sich ebenfalls von den Kapetingern ab, es stellt aber eine illegitime Seitenlinie des Älteren Hauses Burgund dar.

 Burg Bourbon-l’Archambault Der Name der Dynastie hat seinen Ursprung in der Burg von Bourbon (lat: Castrum Borboniense, heute Bourbon-l’Archambault), die seit der karolingischen Zeit nachgewiesen werden kann. Im hohen Mittelalter war diese Burg der Stammsitz einer Burgherrenfamilie, die eine Herrschaft (Seigneurie) über ihr Umland errichten konnte (siehe Liste der Herren und Herzöge von Bourbon). Das so entstandene
 Bourbonnais gelangte durch mehrere Erbgänge in den Besitz der Beatrix von Burgund, die selbst dem kapetingischen (älteren) Haus Burgund entstammte. Beatrix wurde 1272 mit dem Prinzen Robert verheiratet und brachte somit das Bourbonnais in dessen Besitz.

Der Familienname resultierte aus einem Handel ihres gemeinsamen Sohnes Ludwig von Clermont, der im Jahr 1327 sein väterliches Erbe, die Grafschaft Clermont, bei König Karl IV. dem Schönen für die Grafschaft La Marche eintauschte. Zu diesem Anlass nahm der König zugleich auch eine Rangerhöhung der Seigneurie Bourbon zu einem Herzogtum vor und stattete es mit der erblichen Würde einer Pairie aus. Zur damaligen Zeit war dies ein einmaliger Vorgang, da bis dahin in Frankreich nur die traditionellen, auf ethnischen Grundlagen basierenden Herzogtümer existierten (Franzien, Burgund, Normandie, Bretagne, Aquitanien, Gascogne und Gothien). Das Bourbonnais wurde für die Familie Herzog Ludwigs I. somit zu ihrem wichtigsten Besitz, und folglich nannten sich alle seine Nachkommen de Bourbon (von Bourbon).

 

 

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Haus Grimaldi

Die Familie Grimaldi ist ein weitverzweigtes Adelsgeschlecht, das ursprünglich aus Genua stammt und dessen heute wichtigster Zweig das Fürstentum Monaco regiert.

Fürstliches Wappen der Dynastie Grimaldi von Monaco

Ursprünge 

Die Familie Grimaldi gehörte zum Patriziat der Republik Genua und lässt sich auf den Genuesen Otto Canella († ca. 1143) zurückverfolgen, der im Jahr 1133 Konsul von Genua war. Sein jüngster Sohn, Grimaldo Canella († nach 1184) gilt als Namensgeber für die Familie der Grimaldi. Dessen Sohn nannte sich Oberto Grimaldi († ca. 1252) und wird heute als Vater der Grimaldi bezeichnet. Oberto Grimaldi war mit Corradine Spinola verheiratet und hatte vier Kinder. Sein Sohn Grimaldo Grimaldi († nach 1257) war wie seine Vorfahren in Genua politisch aktiv. Zu seinen Kindern zählten Lanfranco Grimaldi († ca. 1293) und Antonio Grimaldi.

Neben den DoriaFieschi und Spinola gehörten die Grimaldi zu den vier führenden Familien der Republik Genua und stellten zahlreiche Dogen von Genua. Vielfache Beziehungen bestanden auch zu dem alten Adelsgeschlecht der Malaspina, das an der ligurischen Küste und im Hinterland reich begütert war.

Vertreibung aus Genua und Eroberung von Monaco[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmal des Francesco Grimaldi Malizia im Mönchshabit (vor dem Fürstenpalast)

Die Familie der Grimaldi war im Hochmittelalter in die politisch-religiösen Kriege zwischen Guelfen und Ghibellinen verwickelt. Auf der Seite der Guelfen stehend, wurden die Grimaldi in einer Schlacht in Genua aus der Stadt vertrieben und zogen westwärts. Im Januar 1297 gelang ihnen durch einen Handstreich die Eroberung der neapolitanischen Festung MonacoFrancesco Grimaldi, Sohn des Antonio Grimaldi, der auch als Francesco Malizia (der Schlitzohrige, Spitzbube) bezeichnet wird, erbat am 8. Januar 1297 als Franziskaner verkleidet Einlass in die Festung. Nachdem ihm dieser gewährt wurde, gelang es ihm, die Torwächter zu überwältigen, das Tor zu öffnen und mit seiner Familie die Festung zu übernehmen. Als Erinnerung an diesen Handstreich führt das monegassische Fürstenwappen bis heute als Schildhalter zwei Schwerter schwingende Franziskanermönche. Erster Herrscher der Grimaldi in Monaco wurde Francesco Malizias älterer Cousin Matteo Grimaldi, Sohn des Lanfranco Grimaldi.

Allerdings erwirkte Karl II. von Neapel in der Konvention von La Turbie am 29. Juli 1298 einen Nachrichten- und Lebensmittelboykott gegen die Grimaldi. Zunächst blieb dieser wirkungslos, aber nach einigem Hin und Her mussten die Guelfen die Festung am 11. April 1301 den Offizieren des Königs von Neapel aushändigen. Die Grimaldi wurden lediglich mit 5.900 Pfund entschädigt.

Wiedererhalt Monacos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Raniero Grimaldi(1267–1314)

Festungsanlage des Fürstenpalasts von Monaco

Raniero Grimaldi zog in den Folgejahren als Condottiere für Philipp den Schönen in den Krieg. 1304 wurde Raniero von diesem für seine Verdienste als Flottenkommandeur im englisch-französischen Krieg zum Admiral Frankreichs (Renerius de Grimaudis, admirandus noster) erhoben. Als Admiral bekam er die Herrschaft (Seigneurie) von Caygnes, ein Schloss in Villeneuve de Veuve sowie die Baronie (Freiherrschaft) San Demetrio in Kalabrien geschenkt. Erst am 12. September 1331 erhielt Ranieros Sohn Carlo nach dem Rückzug der Ghibellinen die Festung Monaco vom französischen König wieder zugesprochen. In einer Urkunde von 1342 wird Karl erstmals als Charles, Seigneur von Monaco, Menton und Roquebrune bezeichnet.

In der Folge herrschte die Familie (mit der durch die napoleonische Herrschaft bedingten Unterbrechung von 1793 bis 1814) über das Fürstentum Monaco, zu dem von 1355 bis 1848 auch Menton und Roquebrune gehörten. 1731 starb die Hauptlinie der Familie aus. Die von Kaspar Grimaldi (Bruder von Lambert Grimaldi, Fürst von Monaco, † 1505) begründete Seitenlinie besteht, mehrfach über weibliche Linien weitervererbt, noch heute als regierendes Fürstenhaus von Monaco.

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Haus Schleswig-Holstein-Gottorf

Das herzogliche Haus Schleswig-Holstein-Gottorf (oder auch Schleswig-Holstein-Gottorp), ab 1720 nur noch Holstein-Gottorf, war eine Nebenlinie des Hauses Oldenburg. Sie wurde benannt nach Schloss Gottorf bei Schleswig, dem Stammsitz der Familie.

Die Gottorfer Herzöge regierten von 1544 bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts das gleichnamige, territorial verstreute Teilherzogtum in Schleswig und Holstein, von 1713 bis 1773 nur noch in Holstein. Aus dem Haus Gottorf gingen zwischen 1751 und 1818 vier schwedische Könige, seit 1762 die russischen Zaren hervor sowie seit 1773 die Herzögeund später Großherzöge von Oldenburg.

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Haus Oldenburg

Das Haus Oldenburg ist eines der bedeutendsten Geschlechter des regierenden europäischen Hochadels.
Es begründete sich auf einem alten norddeutschen Fürstengeschlecht, dessen Ursprünge im so genannten Osnabrücker Nordland liegen. Es wurde mit Egilmar I. 1091 erstmals sicher bezeugt. Die namensgebende Burg Aldenburg (Oldenburg) lag an der Hunte, wurde 1108 erstmals erwähnt und diente den Grafen von Oldenburg seit Mitte des 12. Jahrhunderts als Residenz.

1448 gelangte ein Oldenburger Graf durch Wahl auf den dänischen Königsthron und trat die Grafschaft an seinen jüngeren Bruder ab. Die dänische Linie, die seither bis heute ununterbrochen regiert, verzweigte sich später vielfach, regierte zugleich im Herzogtum Schleswig und in der Grafschaft Holstein, zeitweise auch in Schweden und (bis heute) in Norwegen, 1667 fiel ihr auch die Grafschaft Oldenburg – nach dem Erlöschen der jüngeren Linie – wieder zu, 1762 dann der russische Zarenthron und 1863 die Krone Griechenlands. Sämtliche Zweige bilden das Gesamthaus Oldenburg.

Die bis 1918 regierenden Großherzöge von Oldenburg sowie die russischen Zaren aus dem Hause Romanow-Holstein-Gottorp und die schwedischen Könige bis 1818 gehören genealogisch zum Hause Schleswig-Holstein-Gottorf, ebenfalls einem Zweig der dänischen Linie des Gesamthauses Oldenburg. Die Großherzogliche Linie von Oldenburg ist die älteste überlebende Linie und stellt den Hauschef. Die noch heute regierenden Königshäuser von Dänemark & Norwegen gehören genealogisch zum Zweig Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, desgleichen das frühere griechische Königshaus sowie die Nachkommen des (aus dem griechischen Königshaus stammenden) Gemahls der britischen Königin Elisabeth II.

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Haus Oranien

heute eigentlich Oranien-Nassau (niederländisch Oranje-Nassau), ist der Name des regierenden Königshauses der Niederlande. Seine politischen Anhänger nannte man früher Orangisten.

Ursprünglich stammt der Name Oranien von der provenzalischen Grafschaft Oranien, dem späteren Fürstentum Orange in der Rhoneebene im heutigen Frankreich.

Der in den Niederlanden regierende Teil des Hauses Nassau hält seit 1530 auch den Titel des Prinzen von Oranien (franz. Prince d’Orange, niederl. Prins van Oranje). Nach einem weiteren Erbgang im Jahr 1702 hielten sowohl das Haus Oranien-Nassau als auch das Haus Hohenzollern-Preußen den Titel des Prinzen von Oranien. Die Übersetzung Fürst von Oranien ist nur für die historischen (republikanischen) Statthalter der Niederlande aus dem Hause Oranien-Nassau (bis 1795) korrekt, doch ging das Fürstentum Orange (Oranien, Oranje) am 11. April 1713 den Nassauern verloren. Der Titel Prinz von Oranien wurde durch Vertrag mit dem König von Preußen am 16. Juni 1732 bestätigt, und wurde in der Form, auch als Wilhelm I. am 2. Dezember 1813 erst souveräner Fürst der Niederlande und schließlich am 16. März 1815 König der Niederlande und Herzog (ab 9. Juni 1815 bis 23. November 1890 Großherzog) von Luxemburg wurde, bis heute beibehalten.Seit dem 24. August 1815 ist nach der Verfassung der Niederlande der Titel des Prinzen van Oranjetraditionell der Titel des Kronprinzen der Niederlande, der immer der älteste Sohn des Königs war. Seit einer Verfassungsreform vom 17. Februar 1983 ist immer das älteste Kind des Staatsoberhauptes Thronerbe, also Kronprinz oder Kronprinzessin, unabhängig vom Geschlecht. Seit dem 20. Mai 2002 ist die weibliche Form Prinzessin van Oranje auch für eine Kronprinzessin möglich. Diese Regelung trat am 30. April 2013 erstmals für Amalia van Oranje in Kraft.

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Haus Mecklenburg-Strelitz

Die Linie Mecklenburg-Strelitz des herzoglichen Hauses Mecklenburg entstand am 8. März 1701 als Folge der im Hamburger Vergleich vereinbarten dritten mecklenburgischen Hauptlandesteilung. Als Stifter der Linie gilt Adolf Friedrich II., Herzog zu Mecklenburg. Unter seinen männlichen Abkömmlingen finden sich alle Regenten des neu gebildeten Herzogtums Mecklenburg-Strelitz, die bis zum Ende der Monarchie zunächst als Herzog zu Mecklenburg, ab 28. Juni 1815 als Großherzog von Mecklenburg etc. titulierten. Eine Titelergänzung um den Namen des Strelitzer Landesteils war nur umgangssprachlich in Gebrauch. Diese Titelzusätze wurden z. B. auf Geldmünzen, Briefmarken, Urkunden, Orden und zur Vermeidung von Verwechselungen im diplomatischen und rechtsgeschäftlichen Verkehr verwendet, waren aber nie Bestandteil der offiziellen Titulatur.

Das mecklenburgische Fürstenhaus hatte sich im Hamburger Erbvergleich für die Dynastie auf das Erbfolgeprinzip der Primogenitur geeinigt. Trotzdem brachte die Thronbesteigung des erst 14-jährigen Herzogs Adolf Friedrich IV. um die Jahreswende 1752/53 wiederum politische Verwicklungen, die sich aus dem politischen Ringen zwischen Fürsten und Ritterschaft im Land im Vorfeld des Landesgrundgesetzlichen Erbvergleichs (LGGEV) erklären. Die thronfolgefähige regierende Linie Mecklenburg-Strelitz der mecklenburgischen Dynastie endete 1934 mit Carl Michael.

Nachfahren in der Linie Mecklenburg-Strelitz leben noch heute. Zur Erhaltung des früheren Titels Herzog zu Mecklenburg (der entsprechend der Weimarer Verfassung ein Familienname geworden war) adoptierte Carl Michael Herzog zu Mecklenburg den Sohn seines Bruders Georg Alexander. Der frühere Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, Friedrich Franz IV., erkannte die Adoption hausrechtlich unter der Bedingung an, dass ein Thronfolgerecht dadurch nicht begründet werde. Am 18. Dezember 1950 attestierten der (frühere) Erbgroßherzog Friedrich Franz und Adolf Friedrich Herzog zu Mecklenburg (-Schwerin) Georg Herzog zu Mecklenburg die Führung des für die Herzöge bis 1918 üblich gewesenen Prädikates „Hoheit“ und die Bezeichnung „Chef des Mecklenburg-Strelitzer Hauses“. Für dynastische Fragen blieb die Adoption und deren Folgen bedeutungslos.

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Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg

Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, kurz Haus Glücksburg, ist der Name einer 1825 gegründeten Linie, die dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg entstammt, einer Nebenlinie des Gesamthauses Oldenburg (siehe dazu die Stammliste des Hauses Oldenburg, Abschnitt Linie Schleswig-Holstein-Sonderburg). Nach dem Erlöschen der Linie Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg im Jahr 1931 ist die Glücksburger Linie die einzige noch blühende deutsche Linie des Hauses Schleswig-Holstein.

Das Haus gehört zur europäischen Hocharistokratie und stellt bis heute die Monarchen von Dänemark und Norwegen sowie bis 1974 von Griechenland. Es ist überdies auch mit dem britischen Königshaus verbunden, da Philip, Duke of Edinburgh, der Ehemann von Königin Elisabeth II., ebenfalls dem Geschlecht angehört.

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Haus Hannover

Das Haus Hannover oder (engl.) „House of Hanover“ bzw. „The Hanoverians“ war eine deutschstämmige Königsdynastie, die dem Haus Stuart von 1714 bis 1901 als Könige von Großbritannien folgte. Diese Epoche wird in der Geschichtsschreibung daher auch als „Hanoverian England“ tituliert.

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Haus Schaumburg-Lippe

Das Haus Schaumburg-Lippe zählt zu den hochadeligen Familien Europas. Der Name bezieht sich auf die Schaumburg im Wesergebirge (heute: Rinteln) und die Grafen zur Lippe, die 1647 aus einer Nebenlinie die Grafen der neu gebildeten Grafschaft Schaumburg-Lippe („Schaumburg lippischen Anteils“) stellten. Das Territorium lag im heutigen Land Niedersachsen, zeitweise mit Ämtern im heutigen Land Nordrhein-Westfalen. 1807 stiegen die Grafen im Rahmen umfangreicher, von Napoleon I. initiierter Machtverschiebungen (siehe Rheinbund) zu Fürsten auf (Fürstentum Schaumburg-Lippe). 1918 dankte Fürst Adolf II. ab. Das Haus zählt gegenwärtig (2007) 24 Mitglieder,[1] von denen nur ein Teil in Schaumburg-Lippe lebt.

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Haus Sachsen-Weimar

Das Haus Sachsen-Weimar (ab 1741 Sachsen-Weimar-Eisenach) ist ein deutsches Fürstenhaus, das das Herzogtum Sachsen-Weimar bzw. Sachsen-Weimar-Eisenach regierte. Es handelte sich um den ältesten Zweig der Ernestiner, die wiederum den älteren Zweig des Hauses Wettin bilden.

Erster Herzog des Hauses Sachsen-Weimar war Johann Wilhelm, der zweite Sohn von Johann Friedrich I., den Großmütigen, der bis 1547 Kurfürst von Sachsen war, dann aber nach seiner Niederlage im Schmalkaldischen Krieg die Kurwürde an seine Albertinischen Verwandten verlor. Johann Wilhelm musste 1572 einer Landesteilung (Erfurter Teilung) zustimmen, mit der der Besitz seines Hauses auf das Herzogtum Sachsen-Weimar beschränkt wurde. Die Familie regierte Sachsen-Weimar, bzw. ab 1741 Sachsen-Weimar-Eisenach als Herzöge bzw. ab 1815 als Großherzöge, bis sie in der Novemberrevolution von 1918 wie alle deutschen Dynastien ihren Thron verloren.

Die Familie existiert heute noch, ihr heutiges Oberhaupt ist Michael-Benedikt von Sachsen-Weimar-Eisenach, ein Enkelsohn des letzten regierenden Großherzogs.

Sämtliche Mitglieder des Hauses stammen in direkter Linie von Herzog Johann Wilhelm ab

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Haus Sachsen-Coburg und Gotha

Das Haus Sachsen-Coburg und Gotha ist ein deutsches Adelsgeschlecht, eine jüngere Nebenlinie der ernestinischen Wettiner. Der Name stammt vom Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha, das, auf dem Gebiet der heutigen Länder Thüringen und Bayern gelegen, von der Familie von 1826 bis 1918 regiert wurde. Durch Wahl und eine geschickte Heiratspolitik gelangten Mitglieder der Fürstenfamilie aus dem politisch weitgehend unbedeutenden Sachsen-Coburg-Gotha auf eine Reihe europäischer Throne, womit die Familie europaweit Bedeutung erlangte. Heute regieren Mitglieder des Hauses noch in Belgien und im Vereinigten Königreich, im letzteren allerdings unter dem Namen Haus Windsor.

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Haus Hessen

Das Haus Hessen geht auf das Fürstenhaus Lothringen-Brabant (die „Reginare“) zurück, das durch Einheirat in das erlöschende Haus der Ludowinger, seit 1131 Landgrafen von Thüringen, deren westliche Landesteile (Hessen) um 1264 übernahm.

Das Haus Hessen teilte sich danach in zahlreiche Linien und Zweige auf, die über verschiedene Zeiträume in diversen selbständigen Territorien des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation herrschten. Zuletzt regierten sie bis 1866 als Kurfürsten in „Hessen-Kassel“ (= Kurhessen) und als Landgrafen in „Hessen-Homburg“ sowie bis 1918 als Großherzöge in „Hessen-Darmstadt“ (= Großherzogtum Hessen).

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Haus Baden

Das Haus Baden gehört seit Jahrhunderten zum deutschen Hochadel. Die Wurzeln des Adelsgeschlechts liegen im Breisgau, in der Ortenau, in der Baar, im Hegau und im Thurgau. Bereits im Hochmittelalter besaßen die gemeinsamen Vorfahren der Zähringer und des späteren Hauses Baden in den genannten Gebieten Grafenrechte und waren somit eine der bedeutenden Familien im Südwesten des Herzogtums Schwaben.

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Haus Wittelsbach

ist eines der ältesten deutschen Adelshäuser. Aus ihm gingen jahrhundertelang die Pfalzgrafen, dann Herzöge, Kurfürsten und Könige von Bayern (1180–1918) hervor, ebenso wie die Pfalzgrafen bei Rhein (1214–1803 und 1816–1918), die zugleich Kurfürsten des Heiligen Römischen Reichs waren („Kurpfalz“). Die Pfälzer Linie stellte ferner die Herzöge von Jülich-Berg (1614–1794/1806). Als eines der bedeutendsten Hochadelsgeschlechter Europas stellten die Wittelsbacher zeitweise auch Könige in Ungarn (1305), Schweden (1441–1448 und 1654–1720), Dänemark und Norwegen (1440), Griechenland (1832–1862) und dreimal im Römisch-Deutschen Reich (1328/1400/1742), darunter zwei Kaiser, ferner zwei Gegenkönige in Böhmen (1619/1742), zahlreiche Kurfürsten-Erzbischöfe von Köln (1583–1761), Fürstbischöfe von Lüttich, Markgrafen von Brandenburg (1323–1373), Grafen von Tirol, Grafen von Holland, Hennegau und Seeland (1345–1432) sowie Herzöge von Bremen-Verden (1654–1719).

Herkunft

Die genaue Herkunft der Wittelsbacher ist ungeklärt. Legenden führen sie auf Karl den Großen oder sogar bis auf alte Trojaner zurück. Eine glaubhaftere These besagt, die Wittelsbacher entstammten einer Seitenlinie der Luitpoldinger, benannt nach Markgraf Luitpold von Bayern († 907). Die auch von Mitgliedern der Familie der Wittelsbacher und vielen Wissenschaftlern heute meistbeachtete Theorie beruht auf der 1931 in Österreich veröffentlichten Genealogie Otto Freiherr von Dungerns, bei dem die Geschichte der Familie um das Jahr 1000 mit einem Grafen Otto I. von Scheyern (Otto comes de Skyrum) beginnt.


Die Luitpoldinger als Ursprung der Wittelsbacher
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Der Sohn Luitpolds, Arnulf
der Böse
, wurde 919 sogar zum deutschen (Gegen-)König gewählt, unterwarf
sich aber schließlich Heinrich
von Sachsen
 und begnügte sich mit dem Herzogtum Bayern.

Nach Arnulfs Tod 937 verlieh König Otto
I.
 938 das Herzogtum an Arnulfs Bruder Berthold.
Otto I. verheiratete auch seinen Bruder Heinrich mit
Arnulfs Tochter Judith und
begründete somit den späteren Anspruch Heinrichs, der nach Bertholds Tod unter
Nichtberücksichtigung der Ansprüche anderer Luitpoldinger Herzog von Bayern
wurde.

Arnulfs ältester Sohn, Eberhard,
war 938 als Herzog abgesetzt worden; der jüngere, Arnulf
(II.)
, wurde Pfalzgraf in Bayern, erbaute 940 die Burg Scheyern,
und seine Nachkommen benannten sich nach dieser Burg als Grafen von Scheyern.


Der Ursprung der Wittelsbacher nach der Genealogie Otto Freiherr von Dungerns
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Nach der 1931 veröffentlichten Genealogie Otto Freiherr von Dungerns stammt die
Familie der Wittelsbacher vom Grafen Otto
I. von Scheyern
 ab, der in Urkunden im Jahr 1000 als Otto comes de Skyrum genannt
wird. Beginnend mit seinem Sohn, Otto
II. von Scheyern
, beginnt die gesicherte Geschichte der Wittelsbacher.



Die Grafen von Scheyern, Pfalzgrafen von Bayern
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Der Graf Otto II. von Scheyern († 1120) war in erster Ehe mit einer Schwester
des Grafen Meginhard von Reichersbeuern, verheiratet; in zweiter Ehe mit der
verwitweten Gräfin Haziga.

Die Grafen von Scheyern waren:

Die in der Zählung fehlenden Träger des Namens Otto entfallen auf die
Seitenlinien der Grafen von Scheyern, Scheyern-Dachau und Scheyern-Valley. →Konrad
I. (Meranien)
Konrad
I. von Valley
 und Konrad
I. von Dachau

Graf Otto II. von Scheyern ist somit der Urgroßvater des Grafen Otto VIII. von
Scheyern, der nach anderer Zählweise als Graf Otto V. von Wittelsbach oder
Herzog Otto I. von Bayern, bezeichnet wird.

Graf Otto V. von Scheyern verlegte 1124 die Residenz der Pfalzgrafen von der Burg
Scheyern
 nach der Burg
Wittelsbach
 bei Aichach (heute
Regierungsbezirk Schwaben).




Herzöge von Bayern/Ungarn (1305–1308), Brandenburg (1323–1373), Tirol
(1342–1363), Holland und Hennegau (1346–1425)
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Grabstätte der Wittelsbacher, Sarkophag im Kloster
Scheyern

Otto VI. Pfalzgraf von Bayern, der sich auf Friedrich
I. Barbarossas
 Italienzügen ausgezeichnet hatte, erhielt nach der Absetzung Heinrichs
des Löwen
 1180 das Herzogtum
Bayern
, worauf er sich fortan Otto I. von Wittelsbach, Herzog von Bayern,
nannte. Sein Sohn Ludwig I. der Kelheimer wurde 1214 mit der Pfalzgrafschaft
bei Rhein
 belehnt. Durch seine 1204 geschlossene Ehe mit Ludmilla, Witwe des
Grafen Albert III. von Bogen,
gingen nach dem Erlöschen der Bogener Herrscherlinie 1242 die Grafschaft Bogen
sowie deren weiß-blaues Rautenwappen an die Wittelsbacher. Sein Sohn Otto II.
wurde 1212 als 6-Jähriger mit der Welfin Agnes, der Nichte Kaiser Ottos IV.,
Tochter des Pfalzgrafen Heinrich
des Langen
 und damit Erbin der Pfalz, verlobt. Wohl durch die spätere,
sicher noch vor 1224 geschlossene Ehe kam der goldene Löwe auf schwarzem Grund
als Wappentier nach Bayern. Sowohl im Herzogtum Bayern als auch in der Kurpfalz
folgten die Wittelsbacher somit den Welfen als
Herrscher nach.

Ein Neffe Ottos I., Pfalzgraf Otto
VIII. von Wittelsbach
, wurde durch die Ermordung König Philipps
von Schwaben
 1208 berüchtigt; er wurde geächtet und
1209 erschlagen, die Stammburg Wittelsbach von Herzog Ludwig I. selbst zerstört.

Nach dem Tode Ottos II. entstanden 1255 in der Erbteilung zwischen seinen Söhnen
die Linien Niederbayern und Oberbayern mit
der Pfalz. Beide Fürsten trugen weiterhin den Titel Herzog von Bayern und
Pfalzgraf bei Rhein.




Niederbayern (1255–1340)/Ungarn (1305–1308)
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  • 1253–1290: Heinrich
    XIII.
     = Heinrich I. von Niederbayern (1235–1290)
  • 1290–1312: Otto
    III.
     (1261–1312), 1305–1308 auch König
    von Ungarn

    • ab ca.1305–1310: gemeinsam mit Stephan
      I.
    • 1310–1312: gemeinsam mit Otto IV. und
      Heinrich XIV. (den Söhnen Stephan I.)
  • 1312–1339: gemeinsam/teilweise geteilt:
    Heinrich XIV., Otto IV. und Heinrich XV. (Sohn Ottos III., der
    Natternberger).
  • 1339–1340: Johann I. (Sohn Heinrichs XIV.)

Im Jahr 1305 wurde der niederbayerische
Herzog
 und Sohn einer ungarischen Königstochter Otto III. als Bela V. zum
ungarischen König ausgerufen. Allerdings wurde er bereits binnen kurzem (1307)
gezwungen, diese Krone an den ungarischen Fürsten Ladislaus Apor abzugeben.

Bei dem bald aufeinanderfolgenden Tod Stephans I. und Ottos III. waren ihre
Söhne noch unmündig, so dass ihre Vormundschaft von verschiedenen Herrschern
beansprucht wurde. Zu diesen zählten neben dem oberbayerischen Herzog Ludwig IV.
dem Bayern auch die österreichischen Habsburger. Sie wurden aber in der Schlacht
von Gammelsdorf
 von Ludwig IV. dem Bayern geschlagen, so dass dieser die
Vormundschaft übernahm.

Von den Erben herrschte nun Heinrich XIV. bis zu seinem Tod von Landshut aus
über Straubing, Schärding und Pfarrkirchen, Otto IV. von Burghausen aus über
Ötting, Traunstein, Reichenhall und Rosenheim, Heinrich XV. aber vom Natternberg
bei Deggendorf aus über Deggendorf, Landau, Dingolfing und Vilshofen. Nachdem
die Brüder zwischen 1333 und 1339 alle verstorben waren, übernahm der elfjährige
Sohn Heinrichs XIV., Johann I., die Herrschaft, starb aber auch bereits im
Dezember 1340. Niederbayern fiel an Ludwig den Bayern und wurde mit Oberbayern
vereinigt.


Oberbayern
und Pfalz (1255–1329/1340)
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Kaiser Ludwig
IV. der Bayer
 (1282–1347) (Idealportrait)

Die Oberbayerische Linie teilte sich mit dem Hausvertrag
von Pavia
 1329 in die ältere Linie Pfalz und die jüngere Bayern.

Die (ober-)bayerische Linie bestieg zweimal, mit Ludwig IV. dem Bayern
(1314–1346) und Karl
VII.
 (1742–1745), den Kaiserthron,
erlangte 1623 unter Maximilian
I.
 die Kurwürde,
erlosch aber 1777 mit Maximilian
Joseph
.


Bayern (1340–1349)[Bearbeiten | Quelltext
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Straubing-Holland (1353–1425/1429)
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→ HauptartikelStraubing-Holland

Wittelsbachische Territorien (grün) im Heiligen
Römischen Reich
, Mitte des 14. Jahrhunderts; 1363 fiel Tirol an
die Habsburger, 1373 ging auch Brandenburg den Wittelsbachern wieder
verloren. Die niederländischen Grafschaften brachte 1433 Burgund an
sich.

  • 1347–1388 Wilhelm
    I.
    , regierte auch als Graf von Holland, Seeland und Hennegau (seit 1357 regierungsunfähig)
  • 1347–1404 Albrecht
    I.
     und Albrecht
    II.
     † 1397, regierten auch als Grafen von Holland, Seeland und Hennegau
  • 1404–1417 Wilhelm
    II.
    , auch Graf von Holland, Seeland und Hennegau
  • 1404–1425 Johann
    III.
    , auch Graf von Holland, Seeland und Hennegau, nach ihm wurde
    Straubing auf die übrigen Linien München, Landshut und Ingolstadt aufgeteilt




Oberbayern-Tirol und Brandenburg (1349–1363/1373)
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→ HauptartikelHerzogtum
Oberbayern
  • 1347–1361 Ludwig
    V.
    , ab 1342 auch Graf von Tirol und
    1322–1351 Markgraf von Brandenburg
  • 1347–1351 Ludwig
    VI.
     der Römer, 1351–1364/1365 Markgraf und Kurfürst von
    Brandenburg
  • 1347–1351 Otto
    V.
     der Faule, 1351–1373 (de jure) bzw. 1364/1365–1371 (de facto)
    Markgraf und Kurfürst von Brandenburg
  • 1361–1363 Meinhard,
    auch Graf von Tirol, sein Gebiet fiel nach seinem Tod an Stephan II.



Niederbayern-Landshut (1353–1392)
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1392 erfolgte unter den drei Söhnen Stephans II., die zuvor gemeinsam regierten,
eine erneute Aufteilung in Bayern-MünchenBayern-Landshut und Bayern-Ingolstadt


Bayern-Ingolstadt
(1392–1447)
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→ HauptartikelBayern-Ingolstadt


Bayern-Landshut
(1392–1503)
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→ HauptartikelBayern-Landshut
  • 1375–1393 Friedrichder
    Weise
  • 1393–1450 Heinrich
    XVI.
    der Reiche
  • 1450–1479 Ludwig
    IX.
    der Reiche
  • 1479–1503 Georgder
    Reiche
    , 1505 kam das Herzogtum an Bayern-München.


Bayern-München
(1392–1505)
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→ HauptartikelBayern-München


Bayern (1505–1623)[Bearbeiten | Quelltext
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Verleihung der Kurwürde an Herzog Maximilian
I.
 von Bayern auf dem Regensburger Fürstentag 1623

  • 1505–1508 Albrecht
    IV.
    der Weise, vereinigte alle bayerischen Linien 1503
  • 1508–1550 Wilhelm
    IV.
  • 1508–1545 Ludwig
    X.
     in Landshut
  • 1550–1579 Albrecht
    V.
    der Großmütige
  • 1579–1598 Wilhelm
    V.
    der Fromme
  • 1598–1651 Maximilian,
    seit 1597 bereits Mitregent seines Vaters Wilhelm; durch den 30-jährigen
    Krieg wurde die Kurwürde durch den Kaiser vom Pfalzgrafen an
    den Bayerischen Herzog übertragen. Im westfälischen Frieden 1648 wurde
    Bayern als Kurfürstentum bestätigt, so dass Maximilian der erste bayerische
    Kurfürst wurde.


Kurfürsten von
Bayern (1623–1777)
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→ HauptartikelKurfürstentum
Bayern

Am 25. Februar 1623 erhielt Herzog Maximilian
I.
 von Bayern die pfälzische Kurwürde.


Kurfürst Maximilian
II. Emanuel
, der „blaue Kurfürst“

  • 1623–1651 Maximilian
    I.
    , seit 1597 bereits bayerischer Herzog, 1623 ging die Pfälzer
    Kurfürstenwürde an ihn über und 1648 kam die Oberpfalz an
    Bayern.
  • 1651–1679 Ferdinand
    Maria
    , regierte in den ersten Jahren unter der Vormundschaft seiner
    Mutter Maria
    Anna
    .
  • 1679–1726 Maximilian
    II. Emanuel
    , auch Generalstatthalter der Niederlande (1692–1706) und
    Herzog von Luxemburg (1712–1714)
  • 1726–1745 Karl
    Albrecht
    , 1741–1743 auch König von Böhmen, ab 1742 als Karl VII. auch Kaiser
    des Heiligen Römischen Reiches
  • 1745–1777 Maximilian
    III. Joseph

Die bayerische Linie der Wittelsbacher starb 1777 aus. Ihr folgte mit Karl
Theodor
 die Linie Pfalz-Sulzbach,
die schon über die Kurpfalz herrschte.
Nach dem Tod Karl Theodors 1799 erlangten die Herzöge von Zweibrücken die
Kurwürde.


Kurfürst-Erzbischof Clemens
August von Köln
 (1723–1761), Fürstbischof von MünsterOsnabrückPaderborn und HildesheimHochmeister des Deutschen
Ordens


Kurfürsten von
Köln (1583–1761)
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Von 1583 bis 1761 besetzten kurbayerische wittelsbacher Prinzen den Kölner
Erzstuhl
 und zahlreiche weitere Bistümer.


Äbtissin
des Stiftes Essen (1726–1776)
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Fürstbischofe von Lüttich (1581–1763)
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Von 1581 bis 1763 besetzten kurbayerische Wittelsbacher Prinzen fast
ununterbrochen den Stuhl des Fürstbistums
Lüttich
.



Römisch-deutsche Könige und Kaiser
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Pfalzgrafen bei
Rhein (1214–1356)
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Erster Pfalzgraf der
wieder selbständigen Pfalz wurde
Rudolf I. 1317 verzichtet er zu Gunsten seines Bruders Kaiser Ludwig IV. Sein
Sohn Rudolf II. gelangte 1329 wieder in Besitz der väterlichen Erblande. Durch
die Goldene
Bulle
 von Kaiser Karl IV. erhielten die Pfalzgrafen bei Rhein 1356 von Karl
IV. die Kurwürde.




Kurpfalz mit Teilungen (1356–1777)/Dänemark, Schweden und Norwegen
(1440–1448)/Böhmen (1619–1620)
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Kurfürst Ruprecht
I.
von der Pfalz (1309–1390), mit seinen beiden Frauen



Ruprecht III.
 (1342–1410), Kurfürst von der Pfalz und deutscher
König, mit Elisabeth
von Hohenzollern-Nürnberg



Friedrich V.
, Kurfürst von der Pfalz (1610–1623) und
„Winterkönig“ von Böhmen (1619–1620)

Die pfälzische Linie der Wittelsbacher erhielt unter Ruprecht
I.
 1356 die Kurwürde. Noch im gleichen Jahr stiftete er in Vollzug des
Vermächtnisses seines Bruders und Vorgängers Rudolf
II.
das Liebfrauenstift
Neustadt an der Weinstraße
, als Memoria seines
Hauses. Hier wurden er und sein Bruder Rudolf II., sowie 3 Pfälzer
Herrscherinnen bestattet; für insgesamt 13 Wittelsbacher Fürsten und ihre
Gemahlinnen bestanden dort zu feiernde Jahrgedächtnisse. Kurfürst Ruprecht
I.
 gründete 1386 mit Heidelberg auch
die dritte Deutsche Universität.


Ruprecht III. von der Pfalz
 wurde von den rheinischen Kurfürsten zum
römischen König (1400–1410) gewählt, aber nur in einem Teil des Reiches
anerkannt.

Nach seinem Tod teilte sich die pfälzische Linie in die vier Linien Kurpfalz (Heidelberger), Pfalz-Neumarkt (erloschen
1443), Pfalz-Simmern sowie Pfalz-Mosbach-Neumarkt (erloschen
1499).

Die Linie Pfalz-Neumarkt stellte mit Christoph
III.
 1440–1448 den König von Dänemark, Schweden und Norwegen. Die
Heidelberger Linie starb 1559 mit Ottheinrich aus,
worauf die reformierte Linie Pfalz-Simmern folgte.

Kurfürst Friedrich
V.
 von der Pfalz wurde 1619 zum König von Böhmen gewählt. Nach der
verlorenen Schlacht
am Weißen Berg
 floh er nach Holland. Die pfälzische Kur wurde 1623 an Bayern
übertragen. 1648 wurden zwei neue Kuren geschaffen, wovon eine die Pfalz
erhielt.

Die Linie Pfalz-Simmern erlosch 1685 mit Karl II., dem Bruder Liselottes von der
Pfalz. Nun folgte die Linie Pfalz-Neuburg,
die sich 1569 von der Linie Zweibrücken losgelöst
und 1614 Jülichund Berg erworben
hatte; dieser folgte die seit 1614 selbständige Linie Pfalz-Sulzbach.

1623 verlor die Pfalz die Kurwürde an
den bayerischen Herzog Maximilian
I.
 Mit dem Westfälischen
Frieden
 wurde eine achte Kur geschaffen, die an die Pfalz kam.




Könige von Schweden (1654–1720) und Herzöge von Bremen-Verden (1654–1719)
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Karl XII.
 von Schweden (1682–1718)

Nach dem Tod König Rupprecht 1410 entstand die Linie Simmern-Zweibrücken, welche
sich 1444 in die Linie Simmern-Sponheim und Zweibrücken-Veldenz aufspaltete.

Durch die Linie Pfalz-Zweibrücken-Kleeburg
hatten die pfälzischen Wittelsbacher von 1654 bis 1720 abermals – nach Christoph
III.
 (1440–1448) – den schwedischen Thron
inne.


Herzöge
von Jülich und Berg (1614–1806)
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Die Line von Pfalz-Neuburg hielt
infolge des Vertrags
von Xanten
 ab 1614 auch die Herzogtümer Jülich und Berg,
die zu Jülich-Berg zusammengefasst
waren und von Düsseldorf aus
regiert wurden.


Herzöge von
Zweibrücken (1410–1797)
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→ HauptartikelPfalz-Zweibrücken

Letzter Herzog von Zweibrücken wurde 1795 Maximilian Joseph, Herzog ohne Land.
Die Französischen Revolutionstruppen hatten zu diesem Zeitpunkt das Herzogtum
besetzt. Im Jahre 1799 trat er die Nachfolge Karl Theodors als Kurfürst in
München an.



Kurfürsten von Pfalz-Bayern (1777–1806)
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Könige von Bayern
(1806–1918)
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Die bayerischen Kroninsignien (in der Schatzkammer der Münchner
Residenz
)


Stamm-Eiche des Regentenhauses Bayern, Die Eiche symbolisiert die
Machtübernahme der pfälzischen Linie der Dynastie Wittelsbach sowie
das Aussterben aller anderen Familienzweige, Lithographie um 1825

Nach dem Aussterben der Linie Pfalz-Sulzbach 1799 trat Maximilian
IV.
 (Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld-Bischweiler) die Nachfolge Karl Theodors
an. 1806 wurde er König
von Bayern
 und begründete damit die Königslinie, die bis 1918 herrschte. Zur
Königslinie gehören:

Der Hausorden der
Wittelsbacher ist der im 12. Jahrhundert gegründete und 1729 wieder
hergestellte Georgsorden.


Könige von
Griechenland (1832–1862)
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Das bis 1841 von Friedrich
von Gärtner
 für Otto
I.
 erbaute königliche Residenzschloss in Athen (heute Griechisches
Parlament
)

Aufgrund der Abstammung aus dem byzantinischen Haus Komnenos und
dem Haus Laskaris berief
die griechische Nationalversammlung das
Haus Wittelsbach auf den Thron des befreiten Griechenland.


Chefs
des Hauses Wittelsbach (nach 1918)
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Franz von Bayern
(* 1933), heutiger Chef des Hauses Wittelsbach

Nach der Abdankung Ludwigs III. in der Novemberrevolution von
1918 emigrierte er mit seiner Familie vorübergehend ins Ausland. Im Zuge der
Aufteilung von Staats- und Hausvermögen wurden durch einen Vergleich 1923 der Wittelsbacher
Ausgleichsfonds
 sowie durch den vormaligen Kronprinzen Rupprecht
von Bayern
 die Wittelsbacher
Landesstiftung für Kunst und Wissenschaft
 errichtet. Die Stiftung erhielt
die vor 1804 erworbenen Kunstschätze der Wittelsbacher und ist seither
Eigentümerin, wenn auch nicht Verwalterin eines großen Teils der Bestände der
Münchner Museen, während jüngere Kunstsammlungen in den Besitz des
Ausgleichsfonds kamen.

Der Chef des Hauses Wittelsbach verwaltet die Stiftung Wittelsbacher
Ausgleichsfonds
, in die 1923 auch einige Liegenschaften aus dem ehemaligen HausgutFideikommiß der
Wittelsbacher eingebracht wurden, darunter die Schlösser BergHohenschwangau (samt
dem 2011 eingerichteten Museum
der bayerischen Könige
), Berchtesgaden und Grünau.
Zum Privatvermögen des Hauses Wittelsbach gehören die Schlösser TegernseeWildenwartLeutstetten und Kaltenberg sowie Land- und Forstwirtschaft mit
einer Fläche von 12.500 ha, Immobilien und Industrieanteile.


Herzöge in Bayern[Bearbeiten | Quelltext
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]


Herzog in Bayern
 war seit 1799 der Titel der Nebenlinie Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld-Gelnhausen
des bayerisch-pfälzischen Herrscherhauses der Wittelsbacher. Ihr entstammte Elisabeth(Sisi),
Gattin Kaiser Franz Josephs von Österreich-Ungarn. Derzeit lebt der Nachname Herzog
in Bayern
 weiter, seit Ludwig
Wilhelm Herzog in Bayern
 am 18. März 1965 seinen Großneffen Max
Emanuel Prinz von Bayern
 adoptiert hat.

Liste der
Wittelsbacher Linien
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]

Bayerische Linien

Bayern erste
Teilung 1255


Oberbayern
 ältere Linie


Niederbayern
 ältere Linie, bis 1340

Teilung 1349


Oberbayern

jüngere Linie, bis 1363/79


Niederbayern
 jüngere Linie, Teilung 1353


Niederbayern-Landshut


Niederbayern-Straubing

erlischt 1425,
Erbe aufgeteilt 1429 im

Teilung 1392


Bayern-München


Bayern-Ingolstadt


Bayern-Landshut


Preßburger


Schieds


spruch
1447
beerbt von Bayern-Landshut
1503/5
beerbt von Bayern-München
1777
beerbt von Pfalz-Sulzbach

Weitere Linien (direkt oder indirekt von der älteren oberbayerischen
Linie abstammend)



Morganatische
 und außereheliche Abkömmlinge


Schlösser der
Wittelsbacher
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]

Bayern[Bearbeiten | Quelltext
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]

Einige der bedeutendsten bayerischen Schlösser, die von Wittelsbacher Herrschern
erbaut wurden bzw. als Sitze regierender Linien dienten, waren:


Pfälzische Linie[Bearbeiten | Quelltext
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]

Zu den wichtigsten Sitzen der Pfälzer Wittelsbacher zählten:

Kurköln[Bearbeiten | Quelltext
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]

Von 1597 bis 1794 war Bonn die
Residenz des Kurfürstentums
Köln
, dessen Kurfürsten und Erzbischöfe von 1583 bis 1761 der bayerischen
Linie des Hauses Wittelsbach entstammten.

Bestattungsorte[Bearbeiten | Quelltext
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Haus Wettin

Das Haus Wettin ist eines der ältesten urkundlich nachgewiesenen Geschlechter des deutschen Adels und einer der ältesten des europäischen Hochadels, dem eine besondere Bedeutung für die Landesgeschichte heutiger deutscher Länder wie SachsenThüringenSachsen-Anhalt und Bayern (Coburg) zukommt. Ihren Namen leitet die Dynastie von der Burg Wettin her, gelegen in der Nähe von Halle im Land Sachsen-Anhalt. Seit dem hohen Mittelalter stellte die Dynastie zahlreiche Markgrafen von Meißen, Landgrafen von Thüringen sowie Herzöge und Kurfürsten von Sachsen. Darüber hinaus gingen aus ihr bis zur Neuzeitmehrere Monarchen von Sachsen, PolenBelgienPortugalBulgarien und Großbritannien hervor.

Das seit über tausend Jahren nachweisbare Geschlecht besteht bis heute im direkten Mannesstamm fort, seit 1485 geteilt in zwei Hauptlinien – die ältere ernestinische Linie mit dem hauptsächlichen Herrschaftsgebiet des heutigen Thüringen und die jüngere albertinische
Linie
 mit dem hauptsächlichen Herrschaftsgebiet des heutigen Freistaats Sachsen. Aktuell regierende Monarchen wettinischer Abstammung sind Königin Elisabeth II. von Großbritannien und Nordirland sowie König Philippe von Belgien, die beide der ernestinischen Linie angehören.

Herkunft

Das Haus Wettin kann in seiner Herkunft bis in die zweite Hälfte des 10. Jahrhunderts zurückverfolgt werden. Es ist damit, nach den älteren Welfen und Reginaren (dem Haus Hessen), die wohl einzige noch bestehende Familie Deutschlands, die urkundlich vor der ersten Jahrtausendwende nachgewiesen ist. Die übrigen später großen Dynastien wie

WittelsbacherHabsburgerHohenzollernAskanierOldenburgerObotriten oder Zähringer

erscheinen sämtlich erst nach dem Jahr 1000 in der schriftlichen Überlieferung. Über die frühesten bekannten Stammesältesten der Wettiner ist bei dem Chronisten Thietmar von Merseburg zu lesen, dass der Graf Dedo I. (im Original Daedi comes) (* um 960; † 13. November 1009) der Sohn
eines Dietrich (im Original Thiedrico) war. Beide sollen dem Stamm der sogenannten „Buzici“ angehört haben, dessen genealogische Verbindung zu Adelsgeschlechtern der Sorben im Bereich des Limes Sorabicus ungeklärt ist und die – besiegt, tributpflichtig und untertänig geworden – auch nicht als besonders erwähnenswert angesehen worden wären. Dedo soll in jungen Jahren einem agnatischen Verwandten
im Limes Sorabicus, dem Gaugrafen Rikdag († 985), als Vasall gedient haben.

Über die Herkunft des Dietrich und Dedo de Buzici wurden in der
Geschichtsliteratur mannigfaltige Überlegungen angestellt. Eine Ansicht aus der
Dissertation Friedrich Kurzes von 1886, die Otto
Posse
 in seiner Genealogie des Hauses Wettin (1897) übernahm, bezieht den
Stammesnamen Buzici auf einen „Buco“ oder „Buzo“, der eine Kurzform des
Namens „Burchard“ sein soll, und identifiziert die Buzici daher mit den
Burcharden, Gefolgsleuten der Karolinger seit Karl
dem Großen
. Zwei in der Schlacht
am Kap Colonna
 gegen die Sarazenen (13.
Juli 982) gefallene Adelige, Burchard
IV. im Hassegau
 und Dedi, werden dabei als Brüder Dietrichs I. und der im
Jahr 957 gestorbene Hassegaugraf Dedi
(Téti)
 als ihr gemeinsamer Vater angesehen.[2] Eine
Erweiterung dieser Interpretation dieses lateinischsprachigen Textes führt
Dietrichs Abstammung bis auf einen 908 gegen die Ungarn gefallenen Burchard
von Thüringen
, Markgrafen im Limes
Sorabicus
 in Nachbarschaft zum bayerischen
Nordgau
, zurück.

Eine zweite Ansicht zur Herkunft des Hauses Wettin, die Reinhard
Wenskus
 und Stefan
Pätzold
 vertreten, führt die Buzici ebenfalls auf den Leitnamen
Burchard zurück und hält Dietrich für einen Sohn des schwäbischen Herzogs Burchard
III.
 († 973) aus dem Geschlecht der Burchardinger,
der nach 926 einige Zeit in Sachsen verbrachte und aus einer urkundlich nicht
belegten ersten Ehe mit einer Immedingerin namens
Wieltrud stammen soll. Zur Stützung dieser Herkunftheorie der Buzici wird
angeführt, dass in der Vorrede des, allerdings erst im 13. Jahrhundert
entstandenen, Sachsenspiegels das
Haus Wettin zu den fränkischen Geschlechtern gezählt wird. Eine dritte
Herkunftstheorie, die im Lexikon
des Mittelalters
 vertreten wird, sieht Dietrich als Sohn des Harzgaugrafen Volkmar (Folcmar,
um 945). Dafür spricht, dass der agnatische Verwandte Rikdag als
Angehöriger der Harzgaugrafen gilt, einer Sippe, die sich bis ins 9. Jahrhundert
zurückverfolgen lässt.


Heinrich der Erlauchte, Markgraf von Meißen und Landgraf von
Thüringen, dargestellt im Codex
Manesse
, 13. Jahrhundert

Name[Bearbeiten | Quelltext
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]

Die Grundherrschaft Wettin
im Gau
Nudzici
 wird erstmals in einer am 29. Juli 961 ausgestellten Urkunde von
Kaiser Otto
I. dem Großen
 schriftlich erwähnt.[3] Der
Kaiser bestimmte darin, dass unter anderem auch der von Wettin eingezogene Kirchenzehnt an
das Kloster
St. Moritz
 zu Magdeburg zu
entrichten sei. Die Grundherrschaft Wettin gehörte kurze Zeit später der
meißnischen Mark des Grafen Rikdag an,
in dessen Dienst unter anderem der ihm agnatisch anverwandte Dedo I. stand.
Offenbar hatte dieser die Grundherrschaft von dem Markgrafen als Allod erhalten,
das fortan in der Familie erblich blieb. Der Stammsitz der frühen Wettiner war
allerdings zunächst die Burg
Eilenburg
, die Dedo
II.
 als ältester Sohn Dietrichs
II.
 erbte. Der Eilenburger Zweig der Sippe erlangte später die
Markgrafschaft Meißen, starb aber schon bald 1123 im Mannesstamm aus.

Ein jüngerer Sohn Dietrichs II. war Thimo,
der neben anderen Gütern der Familie auch die Burg Wettin von seinem Vater
geerbt hatte. Von ihm stammten letztlich alle nachfolgenden Generationen der
Wettiner ab und offenbar diente für ihn die namensgebende Burg bereits als
bevorzugter Stammsitz. Denn Thimo war der erste seiner Familie der schon in
zeitgenössischen Chroniken als „Graf von Wettin“ bekannt war.[4] Ableitend
vom Namen dieser Stammburg wurden die Nachkommen und auch rückwirkend die
Vorfahren Thimos nun „Wettiner“ genannt, ein Familienname der sich spätestens im
13. Jahrhundert als allgemein gebräuchlich für diese Familie durchgesetzt hatte,
wie die in dieser Zeit entstandene Genealogie der frühen Wettiner, die Genealogica
Wettinensis
, zeugt.[5]

Aufstieg und Teilung[Bearbeiten | Quelltext
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]

Unter die führenden deutschen Dynastien etablierten sich die Wettiner ab Konrad
dem Großen
, der nach einem siegreichen Machtkampf gegen Wiprecht
von Groitzsch
 mit der Unterstützung des Sachsenherzogs Lothar
von Süpplingenburg
 die Markgrafschaft
Meißen
 an sich bringen konnte, mit der er 1125 von Kaiser Heinrich
V.
 auch offiziell beliehen wurde. Die Mark Meißen gaben die Wettiner fortan
nicht mehr aus der Hand, sie wurde zum Ausgangspunkt ihrer Expansion in den
thüringischen Raum. Die Burg
Wettin
 hingegen kam nach dem Aussterben der Wettiner Grafenlinie im Jahr
1217 im Erbgang an die wettinischen Grafen
von Brehna
. Otto IV. von Brehna verkaufte am 14. November 1288 die
Grafschaft Wettin an den Erzbischof
von Magdeburg
. Sie wurde in ein erzbischöfliches Amt umgewandelt.

Aus dem thüringisch-hessischen
Erbfolgekrieg
 siegreich hervorgegangen, konnte Markgraf Heinrich
der Erlauchte
 im 13. Jahrhundert auch die Landgrafschaft
Thüringen
 für seine Dynastie gewinnen. Friedrich
der Freidige (der Gebissene)
 und sein Bruder Dietrich
(Diezmann)
 konnten die Hausmacht der Wettiner erfolgreich gegen König Albrecht
I. von Habsburg
 in der siegreichen Schlacht
bei Lucka
 am 31. Mai 1307 verteidigen. Durch die Übertragung des Herzogtums
Sachsen-Wittenberg
 im Jahr 1423 an Friedrich
den Streitbaren
 konnten sich die Wettiner schließlich aufgrund der damit
verbundenen sächsischen
Kurwürde
 unter die deutschen Kurfürsten einreihen.

Wie auch unter anderen deutschen Häusern üblich, teilten die Wettiner regelmäßig
ihre Besitzungen unter Söhnen und Brüdern auf, was häufig zu Spannungen führte.
Nach dem Tod von Friedrich
IV.
 führten Uneinigkeiten zwischen seinen Neffen Friedrich
II.
 und Wilhelm
III.
 zur Altenburger
Teilung
. Trotz des Halleschen
Machtspruchs
 im Jahr 1445 eskalierte der Konflikt später bis zum Sächsischen
Bruderkrieg
.

Als besonders folgenschwer sollte sich die sogenannte „Leipziger
Teilung
“ im Jahr 1485 erweisen, in der Kurfürst Ernst mit
seinem jüngeren Bruder Albrecht
dem Beherzten
 eine Teilung der wettinischen Lande vereinbarte. Ernst sollte
dabei vor allem die Landgrafschaft Thüringen und das Herzogtum
Sachsen-Wittenberg einschließlich der mit ihm verbundenen unteilbaren Kurwürde
übernehmen. Albrecht übernahm die Mark Meißen einschließlich des Titels „Herzog
von Sachsen“. Im Gegensatz zu den zuvor erfolgten Teilungen hat sich diese
dauerhaft dynastisch verfestigt.

Die
mittelalterlichen Wettiner
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]

Name
(Lebensdaten)
Verwandtschaft Titel


Dietrich I. (Thiedrico)

(† wohl vor 976/966)


Dedo I. (Daedi)

(* um 960; † 13. November 1009)
Sohn des Vorgängers Graf von Merseburg


Dietrich II.

(* um 990; † 19. November 1034)
Sohn des Vorgängers Graf im Hassegau und Markgraf der Lausitz (Dietrich I.)


Dedo II.

(* um 1010; † 1075)
Sohn des Vorgängers Graf von Eilenburg und der Gaue Siusili, Serimunt und Nizizi, Markgraf
der Lausitz (Dedo I.)

Dedo III.

(† 1069)
erster Sohn Dedo II. Markgraf der Lausitz (Dedo II.)


Heinrich I. der Ältere

(* um 1070; † 1103)
zweiter Sohn Dedo II. Markgraf der Lausitz und von Meißen


Heinrich II. der Jüngere

(* 1103; † 1123)
Sohn des Vorgängers Markgraf der Lausitz und von Meißen

Thimo

(* vor 1034; † 1091 oder 1118)
Sohn Dietrich II. Graf von Wettin, Brehna und Kristritz

Dedo IV.

(† 16. Dezember 1124)
erster Sohn Thimos Graf von Wettin und Groitzsch


Konrad der Große

(* um 1098; † 5. Februar 1157)
zweiter Sohn Thimos Graf von Wettin und Markgraf von Meißen und der Lausitz


Otto der Reiche

(* 1125; † 18. Februar 1190)
Sohn des Vorgängers Markgraf von Meißen


Albrecht I. der Stolze

(* 1158; † 24. Juni 1195)
Sohn des Vorgängers Markgraf von Meißen


Dietrich der Bedrängte

(* 1162; † 18. Februar 1221)
Bruder des Vorgängers Markgraf von Meißen und von der Lausitz (Dietrich III.)


Heinrich III. der Erlauchte

(* um 1215; † 15. Februar 1288)
Sohn des Vorgängers Markgraf von Meißen und von der Lausitz (Heinrich IV.), Landgraf von
Thüringen und Pfalzgraf von Sachsen


Albrecht II. der Entartete

(* 1240; † 1314/1315)
Sohn des Vorgängers Landgraf von Thüringen und Markgraf von Meißen


Friedrich I. der Freidige / der Gebissene

(* 1257; † 16. November 1323)
Sohn des Vorgängers Landgraf von Thüringen und Markgraf von Meißen


Friedrich II. der Ernsthafte

(* 30. November 1310; † 18. November 1349)
Sohn des Vorgängers Landgraf von Thüringen und Markgraf von Meißen


Friedrich III. der Strenge

(* 14. Dezember 1332; † 21. Mai 1381)
erster Sohn Friedrichs des Ernsthaften Landgraf von Thüringen und Markgraf von Meißen

Balthasar

(* 21. Dezember 1336; † 18. Mai 1406)
zweiter Sohn Friedrichs des Ernsthaften Landgraf von Thüringen und Markgraf von Meißen

Wilhelm I. der Einäugige

(* 19. Dezember 1343; † 9. Februar 1407)
dritter Sohn Friedrichs des Ernsthaften Markgraf von Meißen

Friedrich IV. der Friedfertige

(* 1384; † 7. Mai 1440)
Sohn von Balthasar Landgraf von Thüringen


Friedrich IV. / I. der Streitbare

(* 11. April 1370; † 4. Januar 1428)
erster Sohn Friedrichs des Strengen Markgraf von Meißen und Landgraf von Thüringen. Auf ihn wurde 1423 das
sächsische Herzogtum und die mit ihm verbundene Kurwürde übertragen.

Wilhelm II. der Reiche

(* 23. April 1371; † 30. März 1425)
zweiter Sohn Friedrichs des Strengen Markgraf von Meißen


Friedrich II. der Sanftmütige

(* 22. August 1412; † 7. September 1464)
erster Sohn Friedrichs des Streitbaren Herzog und Kurfürst von Sachsen, Markgraf von Meißen, Landgraf von
Thüringen

Wilhelm III. der Tapfere

(* 30. April 1425; † 17. September 1482)
zweiter Sohn Friedrichs des Streitbaren Landgraf von Thüringen
Die „Leipziger Teilung“ begründete die bis heute fortbestehende Trennung
der Wettiner in die ältere ernestinische Linie und die jüngere
albertinische Linie.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext
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]

Ernestiner[Bearbeiten | Quelltext
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]

→ HauptartikelErnestiner und Ernestinische
Herzogtümer

Die von Kurfürst Ernst abstammende ältere „ernestinische Linie“ erlangte
insbesondere durch ihren Schutz für die Reformation im
16. Jahrhundert eine besondere historische Bedeutung. Kurfürst Friedrich
der Weise
 bot dem Reformator Martin
Luther
 auf der Wartburg sicheres
Asyl vor der Verfolgung Kaiser Karls
V.
 Dadurch gerieten die Ernestiner allerdings auch in einen Gegensatz zu
ihren albertinischen Vettern, die in den nun ausbrechenden Konfessionskämpfen
zunächst der kaiserlich-katholischen Seite die Treue hielten. Dies hatte zur
Folge, dass den Ernestinern 1547 die sächsische Kurwürde entzogen wurde, die auf
den Albertiner Moritzübertragen
wurde. Gleichwohl ging auch dieser später zur protestantischen
Seite
 über.

Die Ernestiner behielten allerdings den sächsischen Herzogstitel bei, der auf
alle männlichen Mitglieder der Familie übertragen werden konnte. Durch
fortgesetzte Praxis der Erbteilung entstanden in den folgenden Jahrhunderten
mehrere sächsische Herzogtümer auf thüringischen Boden (siehe Hauptartikel: Ernestinische
Herzogtümer
). Aufgrund dieser Teilungen verloren die Ernestiner allerdings
ihre politische Bedeutung. Wie in ganz Deutschland auch wurde die Monarchie in
Thüringen nach dem Ende des Ersten
Weltkriegs
 im Zuge der Novemberrevolution 1918
abgeschafft und der Freistaat Thüringen proklamiert.



Ernestinische Kurfürsten von Sachsen
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]

Bild Name
(Lebensdaten)
Verwandtschaft Titel

1441 Ernst.jpg


Ernst

(* 24. März 1441; † 26. August 1486)
erster Sohn Friedrichs des Sanftmütigen Kurfürst von Sachsen, Landgraf von Thüringen und Markgraf von Meißen

Lucas Cranach d. Ä. 097.jpg


Friedrich III. der Weise

(* 17. Januar 1463; † 5. Mai 1525)
Sohn des Vorgängers Kurfürst von Sachsen und Landgraf von Thüringen

Lucas Cranach d.Ä. - Kurfürst Johann der Beständige von Sachsen.jpg


Johann der Beständige

(* 13. Juni 1468; † 16. August 1532)
Bruder des Vorgängers Kurfürst von Sachsen und Landgraf von Thüringen

Lucas Cranach d.J. - Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige von Sachsen (1578).jpg


Johann Friedrich der Großmütige

(* 30. Juni 1503; † 3. März 1554)
Sohn des Vorgängers Kurfürst von Sachsen und Landgraf von Thüringen. Verlor 1547 die
sächsische Kurwürde an die albertinische Linie und trug seither den
Titel eines „Herzogs von Sachsen“.


Ernestiner in
Europa (Coburger)
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]

Die ernestinische Linie der Wettiner gelangte erst im 19. Jahrhundert durch eine
weitgreifende Heiratspolitik wieder zu einer europäischen Bedeutung, indem nicht
nur ihre weiblichen Mitglieder in regierende Fürstenhäuser hinein, sondern auch
ihre männlichen Vertreter die Erbinnen von Königsthronen heiraten konnten oder
direkt auf die Throne unabhängig gewordener Monarchien gesetzt wurden. Hervor
taten sich dabei ausschließlich die Angehörigen des Zweigs der Herzöge
von Sachsen-Coburg und Gotha
.

Belgien[Bearbeiten | Quelltext
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]

Die belgische Linie begründete Prinz Leopold Georg von Sachsen-Coburg und Gotha,
der 1831 vom Nationalkongress der gerade unabhängig gewordenen Belgier als Leopold
I.
 zu deren König gewählt wurde. Seine Nachkommen stellen bis heute die
Könige der Belgier.

Portugal[Bearbeiten | Quelltext
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]

Zwei Neffen Leopolds gewannen durch ihre Ehen, die er maßgeblich vermittelt
hatte, je einen europäischen Thron. Prinz Ferdinand August von
Sachsen-Coburg-Gotha heiratete 1836 Königin Maria
II. von Portugal
 und wurde als Ferdinand
II.
 deren Mitkönig. Seine Nachkommen stellten bis zur Abschaffung der
Monarchie und der Proklamation der Republik 1910 die letzten Könige von
Portugal. Mit König Manuel
II.
 starb zudem die portugiesische Linie im Mannesstamm aus, die
Prätendentschaft auf den Thron ging wieder auf die Vertreter des alten Königshauses
Braganza
 über.


Großbritannien[Bearbeiten | Quelltext
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]

Leopolds zweiter erfolgreich vermittelter Neffe war Prinz Albert
von Sachsen-Coburg und Gotha
, der 1840 die Königin Victoria
von Großbritannien
 heiratete. Wenngleich er selbst die Position des
Prinzgemahls einnahm, wurde durch die Thronbesteigung ihres Sohnes Eduard
VII.
 das „Haus Sachsen-Coburg und Gotha“ auf dem britischen Thron begründet,
das während des Ersten Weltkriegs aufgrund antideutscher Stimmungen den Namen „Windsor
annahm. Aktuelle Vertreterin ist Königin Elisabeth
II.
, die zugleich auch die letzte britische Wettinerin im agnatischen Stamm
auf dem Thron sein wird, da ihre Erben über den Prinzgemahl Prinz
Philip
dem ebenfalls in Europa weitverzweigten oldenburgischen
Geschlecht
 angehören und den Namen Mountbatten-Windsor führen
werden. Vertreten werden die Wettiner in Britannien zukünftig durch die Dukes
of Gloucester
 und Dukes
of Kent
.

Bulgarien[Bearbeiten | Quelltext
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]

Ein Großneffe des Prinzen Albert war Prinz Ferdinand Maximilian von
Sachsen-Coburg und Gotha-Koháry. Er wurde 1887 als Ferdinand
I.
 mit österreichischer Unterstützung zum Fürsten von Bulgarien,
zu dessen Zaren er sich nach der Unabhängigkeit des Landes vom osmanischen Reich
1908 erhob. Die Monarchie wurde nach dem Ende des Zweiten
Weltkriegs
 1946 abgeschafft, der letzte Zar und aktuelle Prätendent Simeon
Sakskoburggotski (Simeon II.)
 amtierte zwischen 2001 und 2005 als
Ministerpräsident von Bulgarien.



Familienoberhäupter der Ernestiner
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]


Haus Sachsen-Weimar


Michael-Benedikt von Sachsen-Weimar und Eisenach

Senior-Wettiner
(* 15. November 1946)

Haus Sachsen-Meiningen


Konrad von Sachsen-Meiningen

Haus Sachsen-Coburg und Gotha


Andreas von Sachsen-Coburg und Gotha

(* 21. März 1943)

Haus Windsor


Richard, Duke of Gloucester

(* 26. August 1944)

Albertiner[Bearbeiten | Quelltext
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]

→ HauptartikelAlbertiner

Das große Wappen des Königreichs
Sachsen
 (bis 1918)

Im Gegensatz zu den Ernestinern hatten es die albertinischen Wettiner
verstanden, die Schwächung ihrer Hausmacht durch größere Erbteilungen zu
vermeiden. Sie erhielten sich dadurch eine Position unter den führenden
Territorialfürsten Deutschlands bei. Durch geschicktes politisches und
militärisches Taktieren erreichte Moritz 1547
gar vom Kaiser die Übertragung der sächsischen Kurwürde, die fortan mit dem
albertinisch-meißnischen Land verbunden blieb. Barockfürst Friedrich
August der Starke
 gelangte 1697 als erster Wettiner überhaupt zur
Königswürde, indem er sich seine Wahl zum König von Polen erkaufte. Unter ihm
erreichte Kursachsen eine kulturelle und politische Blüte. Infolge der Auflösung
des Heiligen
Römischen Reichs Deutscher Nation
 in den napoleonischen Kriegen 1806 nahm Friedrich
August der Gerechte
 den Königstitel an und begründete das Königreich
Sachsen
. Die mit dem Ende Napoleon
Bonapartes
 verbundene Niederlage Sachsens in der Völkerschlacht bei
Leipzig 1813 kostete das Land einen großen Teil seines Gebiets, und nach dem
Sieg Preußens in
der Schlacht
von Königgrätz
 1866 geriet es unter dessen Einfluss.

Im Jahr 1871 trat das Königreich Sachsen als Bundesstaat dem Deutschen
Reich
 bei. Wie in ganz Deutschland auch wurde die Monarchie in Sachsen nach
dem Ende des Ersten Weltkriegs im Zuge der Novemberrevolution 1918
abgeschafft und der Freistaat Sachsen proklamiert.

Im Zuge der Fürstenenteignung wurden
sämtliche königlichen Schlösser – mit Ausnahme von Moritzburg –
in Staatseigentum überführt. Der letzte König, Friedrich
August III.
, verstarb 1932 in seinem privaten Schloss Sibyllenort in
Schlesien; sein Sohn Friedrich
Christian
 bewohnte in Dresden das ebenfalls private Schloss
Wachwitz
, während die Königliche
Villa in Strehlen
 vermietet wurde.



Albertinische Kurfürsten und Könige von Sachsen
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]

Bild Name
(Lebensdaten)
Verwandtschaft Titel

Herzog-Albrecht-der-Beherzt.jpg

Albrecht der Beherzte

(* 31. Juli 1443; † 12. September 1500)
zweiter Sohn Friedrichs des Sanftmütigen Markgraf von Meißen und Herzog von Sachsen

Georg der Bärtige 2.jpg

Georg der Bärtige

(* 27. August 1471; † 17. April 1539)
Sohn des Vorgängers Markgraf von Meißen und Herzog von Sachsen

Lucas Cranach d. Ä. 042 small.jpg

Heinrich der Fromme

(* 16. März 1473; † 18. August 1541)
Bruder des Vorgängers Markgraf von Meißen und Herzog von Sachsen

Moritz-von-Sachsen-1578.jpg


Moritz

(* 21. März 1521; † 11. Juli 1553)
Sohn des Vorgängers Markgraf von Meißen und Herzog von Sachsen. Ihm wurde 1547 die
sächsische Kurwürde übertragen.

Lucas Cranach d. J. 004.jpg


Vater August

(* 31. Juli 1526; † 11. Februar 1586)
Bruder des Vorgängers Kurfürst von Sachsen

Christian I of Saxony.jpg


Christian I.

(* 29. Oktober 1560; † 25. September 1591)
Sohn des Vorgängers Kurfürst von Sachsen

Kurfürst Christian II. von Sachsen (Porträt).jpg


Christian II.

(* 23. September 1583; † 23. Juni 1611)
Sohn des Vorgängers Kurfürst von Sachsen

Johann Georg I Saxony.jpg


Johann Georg I.

(* 5. März 1585; † 8. Oktober 1656)
Bruder des Vorgängers Kurfürst von Sachsen

Johan Georg II Johann Fink, vor 1675.jpg


Johann Georg II.

(* 10. Juni 1613; † 22. August 1680)
Sohn des Vorgängers Kurfürst von Sachsen

1647 Johann Georg.JPG


Johann Georg III.

(* 20. Juni 1647; † 12. September 1691)
Sohn des Vorgängers Kurfürst von Sachsen

Johann Georg IV. Kurfürst von Sachsen.jpg


Johann Georg IV.

(* 18. Oktober 1668; † 27. April 1694)
Sohn des Vorgängers Kurfürst von Sachsen

Friedrich August der Starke von Polen.jpg


Friedrich August I. der Starke

(* 12. Mai 1670; † 1. Februar 1733)
Bruder des Vorgängers Kurfürst von Sachsen und König von Polen (August II.)

August III.jpg


Friedrich August II.

(* 17. Oktober 1696; † 5. Oktober 1763)
Sohn des Vorgängers Kurfürst von Sachsen und König von Polen (August III.)

Anton Raphael Mengs 006.jpg


Friedrich Christian

(* 5. September 1722; † 17. Dezember 1763)
Sohn des Vorgängers Kurfürst von Sachsen

Fryderyk August I.jpg


Friedrich August III. / I. der Gerechte

(* 23. Dezember 1750; † 5. Mai 1827)
Sohn des Vorgängers Kurfürst und König von Sachsen. Nach Auflösung des Heiligen Römischen
Reichs 1806 zum König von Sachsen erhoben.

Anton-sachsen.jpg


Anton

(* 27. Dezember 1755; † 6. Juni 1836)
Bruder des Vorgängers König von Sachsen

Friedrich August II of Saxony.jpg


Friedrich August II.

(* 18. Mai 1797; † 9. August 1854)
Neffe des Vorgängers König von Sachsen

Louis Ferdinand von Rayski - König Johann von Sachsen, 1870.jpg


Johann

(* 12. Dezember 1801; † 29. Oktober 1873)
Bruder des Vorgängers König von Sachsen

König Albert von Sachsen (Porträt).jpg


Albert

(* 23. April 1828; † 19. Juni 1902)
Sohn des Vorgängers König von Sachsen

Georg von Sachsen 1895.jpg


Georg

(* 8. August 1832; † 15. Oktober 1904)
Bruder des Vorgängers König von Sachsen

Friedrich August III van Saksen.jpg


Friedrich August III.

(* 25. Mai 1865; † 18. Februar 1932)
Sohn des Vorgängers König von Sachsen

Panorama-Montage des Fürstenzugs,
der Darstellung der tausendjährigen Geschichte des Fürstenhauses
Wettin




Familienoberhaupt der Albertiner (Haus Sachsen) und Nachfolgestreit
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]


vereinfachte Stammtafel

















Friedrich August III.

letzter König von Sachsen
(* 25. Mai 1865; † 18. Februar 1932)
































































Friedrich Christian Prinz von Sachsen

„Markgraf von Meißen“
(* 31. Dezember 1893; † 9. August 1968)
















Ernst Heinrich Prinz von Sachsen

Herzog zu Sachsen
(9. Dezember 1896; † 14. Juni 1971)




































































Maria Emanuel Prinz von Sachsen

„Markgraf von Meißen“
(* 31. Januar 1926; † 23. Juli 2012)

Maria Anna von Sachsen
(* 13. Dezember 1929; † 13. März 2012)

Roberto Afif
„Prinz von Gessaphe“
(1916–1978)


Albrecht Joseph (Albert) Prinz von Sachsen

„Markgraf von Meißen“
(* 30. November 1934; † 6. Oktober 2012)



Dedo Prinz von Sachsen
Herzog zu Sachsen
(* 9. Mai 1922; † 6. Dezember 2009)

Timo Prinz von Sachsen
Herzog zu Sachsen
(* 22. Dezember 1923; † 22. April 1982)

Gero Prinz von Sachsen
Herzog zu Sachsen
(* 12. September 1925; † 10. April 2003)










































Alexander Prinz von Sachsen-Gessaphe
(* 12. Februar 1954)













Rüdiger
Prinz von Sachsen
Herzog zu Sachsen
(* 23. Dezember 1953)


Da Maria
Emanuel Markgraf von Meißen
 und sein Bruder Albert
Prinz von Sachsen
 keine Nachkommen hatten und die Vettern aus der
„Moritzburger Linie“ aus unebenbürtigen Verbindungen
stammten, erwog Maria Emanuel zunächst die Adoption des Sohnes seiner Schwester
Mathilde, Johannes Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha (1969–1987), der jedoch
jung bei einem Skiunfall ums Leben kam. 1999 adoptierte er
dann seinen Neffen Alexander Afif, Sohn seiner Schwester Anna (1929–2012), deren
Ehemann Roberto Afif behauptete, libanesisch-maronitischem Adel
zu entstammen und sich – ohne genealogischen Nachweis – den Titel „Prinz von
Gessaphe“ zugelegt hatte. Maria Emanuel erklärte diesen Neffen nach einer notariell beglaubigten
Übereinkunft der meisten Mitglieder des Haus Wettin Albertinische Linie e. V. gemäß
den Satzungen des Hauses Wettin zu seinem unmittelbaren Nachfolger als Hauschef.[7] Den
Ausschlag für den Neffen hatte wohl dessen Eheschließung mit Gisela Prinzessin
von Bayern (* 1964) gegeben. Der Bruder des Adoptierten, der Jurist Karl
August Prinz von Sachsen-Gessaphe
, verfasste dazu ein unterstützendes
Rechtsgutachten.[8]

Da die wettinische Abkunft des „Prinzen von Sachsen-Gessaphe“ nur durch seine
Mutter begründet und er somit kein agnatischer Wettiner ist, wird diese
Erbverfügung von den (nach den Wettiner Hausgesetzen unebenbürtigen)
Nachkommen des Prinzen Ernst
Heinrich von Sachsen
 angefochten.[9][10][11] Maria
Emanuels jüngerer Bruder Albert, zu diesem Zeitpunkt bereits unter starken
gesundheitlichen Einschränkungen leidend, wurde von verschiedenen Seiten
gedrängt, seine notariell beglaubigte Zustimmung zur Nachfolgeregelung
zurückzuziehen. In Folge erklärte er sich nach dem Tod seines Bruders Maria
Emanuel selbst zum Chef des Hauses Wettin albertinischer Linie; bereits drei
Monate später starb er. Ungeachtet der für die Familie geltenden Hausgesetze
wollte er im nicht erbberechtigten Rüdiger Prinz von Sachsen (* 1953) seinen
dynastischen Nachfolger sehen.

Rüdiger ist ein Enkel des Prinzen Ernst
Heinrich von Sachsen
. Letzterer lebte mit seinen drei Söhnen Dedo
(1922–2009), Gero (1925–2003) und dem später unebenbürtig verheirateten Timo
(1923–1982) bis 1945 auf Schloss
Moritzburg
. Nach dem Gutachten des Münsteraner Rechtshistorikers Heinz
Holzhauer sehen sich Timos Nachfahren, die sich mittlerweile im „Verein Agnaten des
Hauses Wettin albertinische Linie e. V.“ zusammengeschlossen haben, als
Nachkommen des letzten Sachsenkönigs in direkter männlicher Linie als die einzig
rechtmäßigen Nachfolger der albertinischen Linie des Hauses Wettin an, auch wenn
ihre und ihres direkten Vorfahren Timos Eheschließungen sie nach den Maßstäben
des für die Wettiner geltenden Hausgesetzes als
morganatisch
von der Erb- und Thronfolge – wie auch von der Mitgliedschaft im Hause Wettin –
ausschließen. Ebenso lautet jedoch § 13 des „Königlich Sächsischen Hausgesetzes
vom 30. Dezember 1837“ (Königlich Sächsisches Gesetzesblatt, 1838, S. 60ff.):
„Keinem Mitgliede des Königlichen Hauses ist eine Adoption gestattet.“ Daraus
folgern Timos Nachfahren: betrachte man die (eigenmächtige) Änderung des
Hausgesetzes mit einer Legitimierung nicht ebenbürtiger Ehen
als wirksam, die (ebenso eigenmächtige) Hausgesetzänderung Maria Emanuels mit
der Abschaffung des uralten Nachfolgegesetzes der Lex
Salica
 (Mannesstammprinzip) indes als unwirksam, so seien die Albertiner im
Mannesstamm noch nicht erloschen. Auf Maria Emanuel sei demnach sein Bruder Albert
von Sachsen
 als Oberhaupt der Albertiner und Markgraf von Meißen gefolgt.
Da aber auch Alberts Ehe mit Elmira kinderlos blieb, sei auf diesen, gemäß dem
männlichen Erbfolgeprinzip wie auch entsprechend seiner Nachfolgebestimmung,
Rüdiger, der Sohn seines Cousins Timo Prinz von Sachsen Herzog zu Sachsen als
Chef des vormaligen sächsischen Königshauses gefolgt. Rüdiger von Sachsen
erklärte sich daher zum Haus-Chef, trat die Position jedoch an seinen Sohn,
Daniel von Sachsen, ab.[12]

Nach Einschätzung des Deutschen
Adelsrechtsausschusses
 ist nach den Maßstäben des historischen Hausgesetzes
keine lebende Person mehr adelsrechtlich befugt,
den Titel eines „Markgrafen von Meißen“ zu führen.[13] Auch
„Königliche Hoheit“ sollte sich demnach von den lebenden Nachkommen der
Albertinischen Wettiner niemand nennen.[14] Rüdiger
Prinz von Sachsen hat daraufhin (im Unterschied zu seinem Vetter 2. Grades
Alexander) vorerst davon abgesehen, den (heute ohnehin nur inoffiziellen) Titel Markgraf
von Meißen
 zu führen. Die Frage der Wirksamkeit der Hausgesetzänderungen hat
der Deutsche Adelsrechtsausschuss in seinem Zwischengutachten jedoch noch nicht
abschließend bewertet.[15] Ranghöchster
Vertreter des Hauses Wettin sei daher nun der Ernestiner Michael-Benedikt
von Sachsen-Weimar-Eisenach
 als nachfolgeberechtigter Chef des Gesamthauses
Wettin: Die sächsisch-thüringische Teilung des Hauses Wettin, die die Brüder
Herzog Albrecht (1443–1500) und Kurfürst Ernst (1441–1486) 1485 vollzogen haben,
sei seit dem Tod von Maria Emanuel Markgraf von Meißen bzw. seines Bruders
Albrecht Joseph (Albert) Markgraf von Meißen im Jahr 2012 beendet. Das
dynastische Haus Wettin beschränke sich jetzt nur noch auf die
thüringischen Linien, deren linienältester Chef Michael-Benedikt von
Sachsen-Weimar-Eisenach ist.[16] Dieser
ist freilich ebenso wenig hausgesetzmäßig verheiratet wie seine
voraussichtlichen Nachfolger aus der Weimarer Linie.

Die Oberhäupter der drei noch existierenden ernestinischen Familienzweige (des
Großherzoglichen Hauses Sachsen-Weimar-Eisenach, des Herzoglichen Hauses Sachsen-Coburg
und Gotha
 und des Herzoglichen Hauses Sachsen-Meiningen) stellten in
einer Erklärung vom 23. Juni 2015 für sich und ihre Häuser „nach den
maßgeblichen Grundsätzen des historischen Fürsten- und Hausrechts“ fest, dass
Alexander Prinz von Sachsen (vormals Alexander Prinz von Sachsen-Gessaphe bzw.
Alexander Afif) als adoptierter Prinz von Sachsen nicht dem Adel angehöre,
sondern nicht-adeliger Namensträger sei, dass er nicht Mitglied des Hauses
Wettin sei und dass er dem 2012 verstorbenen Markgrafen Maria Emanuel von
Meißen, Prinz von Sachsen, Herzog zu Sachsen, weder als Oberhaupt der
Albertinischen Linie des Hauses Wettin (vormals Königliches Haus Sachsen) noch
als Träger des diese Hauschef-Würde kennzeichnenden Titels Markgraf von
Meißen
 nachgefolgt sei.[17]

Hinter dem Streit steht nicht nur die Auseinandersetzung um das
Mannesstammprinzip des salischen Erbfolgerechts und um letztlich obsolete
Ebenbürtigkeitsfragen (obsolet angesichts der Heiratspraxis heutiger Thronfolger
und Monarchen), die Frage hat vielmehr auch einen konfessionellen Hintergrund,
da die Nachfahren des Ernst Heinrich von Sachsen im 20. Jahrhundert zum
evangelischen Glauben rekonvertiert sind und damit die Konversion der Albertiner
zum Katholizismus (durch August
den Starken
 1697) für sich rückgängig gemacht haben, wobei sie sich auf das
frühe Bekenntnis Heinrichs
des Frommen
 zum Luthertum (von 1536) berufen können. Daher soll Papst Franziskus 2015
durch die Gewährung einer Audienz für den katholischen Alexander Prinz von
Sachsen und seine Familie dessen Ansprüche unterstützt haben.[18]

Weitere bekannte
Wettiner
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Maurice de Saxe-Jean Etienne Liotard-f4193857.jpg

Moritz Graf von Sachsen
 (franz: Maurice de Saxe; * 28.
Oktober 1696, † 30. November 1750)

Marschall von Frankreich
, unehelicher Sohn von Kurfürst Friedrich
August I. von Sachsen

Maria Amalia of Saxony, Queen consort of Naples and Sicily; Queen consort of Spain.jpg

Maria Amalia von Sachsen
 (sp: María Amalia de Sajonia; * 24.
November 1724, † 27. September 1760)
Königin von Neapel-Sizilien sowie Königin von Spanien, Tochter von
Kurfürst Friedrich August II. von Sachsen.

Frédou Marie-Josèphe de Saxe.jpg

Maria Josepha von Sachsen
 (franz: Marie Josèphe de Saxe; * 4.
November 1731, † 13. März 1767)
Dauphine de France, Tochter von Kurfürst Friedrich August II. von
Sachsen

Anonym Albert von Sachsen-Teschen.jpg

Albert von Sachsen
 (* 11. Juli 1738, † 10. Februar 1822)
Herzog von Teschen, Sohn von Kurfürst Friedrich August II. von Sachsen

Prince Albert - Franz Xaver Winterhalter 1842.jpg

Albert von Sachsen-Coburg und Gotha
 (* 26. August 1819, † 14.
Dezember 1861)
britischer Prinzgemahl, Sohn von Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg und
Gotha




Wettiner Linien und Fürstentümer 1485–1918 (Grafik)
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Überblick über die einzelnen durch Erbteilungen entstandenen
Linien und Fürstentümer der Wettiner, seit der Bildung der Ernestiner und
Albertiner Linien in der Leipziger
Teilung
 1485, sowie deren Vererbungen bei ihrem jeweiligen Aussterben (zum
Vergrößern bitte auf das Bild klicken)
.

Zweige der Ernestiner und Albertiner Linien seit 1485


Grabstätten der Wettiner[Bearbeiten | Quelltext
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]

Diese Liste führt die Grabstätten der Albertiner auf.

Name Lebensdaten Bestattungsort


Markgraf Konrad der Große
1098–1157
Kloster Petersberg

Luitgard von Schwaben
† 1146
Kloster Petersberg


Markgraf Otto der Reiche
1125–1190 Fürstenkapelle Kloster
Altzella

Hedwig von Ballenstedt
1140–1203 Fürstenkapelle Kloster
Altzella


Markgraf Albrecht der Stolze
1158–1195 Fürstenkapelle Kloster
Altzella

Sophie von Böhmen
† 1195 Fürstenkapelle Kloster
Altzella


Markgraf Dietrich der Bedrängte
1162–1221 Fürstenkapelle Kloster
Altzella

Jutta von Thüringen
1184–1235
Kloster Veßra


Markgraf Heinrich der Erlauchte
1215–1288 Fürstenkapelle Kloster
Altzella

Constantia von Österreich
1212–1243 ?

Agnes von Böhmen
1225/30–1268 ?

Elisabeth von Maltitz
1238/39–1333 Fürstenkapelle Kloster
Altzella


Markgraf Albrecht II. der Entartete
1240–1315
Marienkirche Erfurt

Margaretha von Staufen
1237–1270 ?

Kunigunde von Eisenberg
† 1286
Katharinenkloster
 in Eisenach

Elisabeth von Orlamünde
† 1333 ?


Markgraf Friedrich der Freidige
1257–1323 Katharinenkloster Eisenach

Agnes von Görz und Tirol
† 1291 ?

Elisabeth von Lobdeburg-Arnshaugk
1286–1359 Eisenacher Dominikanerkloster (Grabplatte heute in der Georgenkirche)


Markgraf Friedrich der Ernsthafte
1310–1349 Fürstenkapelle Kloster
Altzella

Mathilde von Bayern
1313–1346 vermutlich Kloster
Altzella


Markgraf Friedrich der Strenge
1332–1381 Fürstenkapelle Kloster
Altzella

Katharina von Henneberg
1334–1397 ?


Kurfürst Friedrich I. der Streitbare
1370–1428 Fürstenkapelle im Dom
zu Meißen

Katharina von Braunschweig-Lüneburg
1395–1442 ?


Kurfürst Friedrich II. der Sanftmütige
1412–1464 Fürstenkapelle im Dom
zu Meißen

Margaretha II. von Österreich
1416–1486 Schlosskirche Altenburg


Kurfürst Ernst
1441–1486 Fürstenkapelle im Dom
zu Meißen

Elisabeth von Bayern
1443–1484 ?


Herzog Albrecht der Beherzte
1443–1500 Fürstenkapelle im Dom
zu Meißen
; Herz: Emden

Sidonie von Böhmen
1449–1510 Fürstenkapelle im Dom
zu Meißen


Herzog Georg der Bärtige
1471–1539 Fürstenkapelle im Dom
zu Meißen

Barbara von Polen
1478–1534 ?


Herzog Heinrich der Fromme
1473–1541 Grablege im Dom
St. Marien Freiberg

Katharina von Mecklenburg
1487–1561 ?


Kurfürst Moritz
1521–1553 Grablege im Dom
St. Marien Freiberg

Agnes von Hessen
1527–1555 Weimar, Kirche St. Peter und Paul


Kurfürst August
1526–1586 Grablege im Dom
St. Marien Freiberg

Anna von Dänemark und Norwegen
1532–1585
Freiberger Dom

Agnes Hedwig von Anhalt
1573–1616 Sonderburg


Kurfürst Christian I.
1560–1591 Grablege im Dom
St. Marien Freiberg

Sophie von Brandenburg
1568–1622 ?


Kurfürst Christian II.
1583–1611 Grablege im Dom
St. Marien Freiberg

Hedwig von Dänemark
1581–1641 ?


Kurfürst Johann Georg I.
1585–1656 Grablege im Dom
St. Marien Freiberg

Sibylla Elisabeth von Württemberg
1584–1606
Freiberger Dom

Magdalena Sibylle von Brandenburg
1586–1659
Freiberger Dom


Kurfürst Johann Georg II.
1613–1680 Grablege im Dom
St. Marien Freiberg

Magdalena Sibylle von Brandenburg-Bayreuth
1612–1687 Grablege im Dom
St. Marien Freiberg


Kurfürst Johann Georg III.
1647–1691 Grablege im Dom
St. Marien Freiberg

Anna Sophie von Dänemark und Norwegen
1647–1717 ?


Kurfürst Johann Georg IV.
1668–1694 Grablege im Dom
St. Marien Freiberg

Eleonore Erdmuthe Luise von Sachsen-Eisenach
1662–1696 Grablege im Dom
St. Marien Freiberg


Kurfürst Friedrich August I. der Starke
1670–1733
Wawel
 in Krakau; Herz: Gründergruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft

Christiane Eberhardine von Brandenburg-Bayreuth
1671–1727 Gruft in der Stadtkirche St. Nikolaus in Pretzsch


Kurfürst Friedrich August II.
1696–1763 Gründergruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft

Maria Josepha von Österreich
1699–1757 Gründergruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft


Kurfürst Friedrich Christian I.
1722–1763 Gründerguft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft

Maria Antonia von Bayern
1724–1780 Gründergruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft


König Friedrich August I.
1750–1827 Gründergruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft

Amalie von Zweibrücken
1752–1828 Gründergruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft


König Anton I.
1755–1836 Große Gruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft

Maria Carolina von Savoyen
1764–1782 Große Gruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft

Maria Theresia von Österreich
1766–1827 Große Gruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft


König Friedrich August II.
1797–1854 Königsgruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft

Maria Karoline von Österreich
1801–1832 Große Gruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft

Maria Anna von Bayern
1805–1877 Königsgruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft


König Johann I.
1801–1873 Königsgruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft

Amalie Auguste von Bayern
1801–1877 Königsgruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft


König Albert I.
1828–1902 Neue Gruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft

Carola von Wasa-Holstein-Gottorp
1833–1907 Neue Gruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft


König Georg I.
1832–1904 Neue Gruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft

Maria Anna von Portugal
1843–1884 Große Gruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft


König Friedrich August III.
1865–1932 Neue Gruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft

Luise von Österreich-Toskana
1870–1947 Hohenzollern-Gruft im Kloster
Hedingen
Sigmaringen


Friedrich Christian von Sachsen
1893–1968
Königskapelle Imst-Brennbüchel
 in Nordtirol

Elisabeth Helene von Thurn und Taxis
1903–1976
Königskapelle Imst-Brennbüchel
 in Nordtirol


Ernst Heinrich von Sachsen
1896–1971 Hohenzollern-Gruft im Kloster
Hedingen
Sigmaringen
Dedo von Sachsen 1922–2009 Hohenzollern-Gruft im Kloster
Hedingen
Sigmaringen (Urne)
Timo von Sachsen 1923–1982 Friedhof Tholenswehr in Emden
Gero von Sachsen 1925–2003 Hohenzollern-Gruft im Kloster
Hedingen
Sigmaringen (Urne)


Maria Emanuel von Sachsen
1926–2012
Königskapelle Imst-Brennbüchel
 in Nordtirol


Albrecht Joseph (Albert) von Sachsen
1934–2012
Alter Katholischer Friedhof
 in Dresden


Schlösser der Wettiner[Bearbeiten | Quelltext
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]

Albertinische Residenzen[Bearbeiten | Quelltext
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]

Zu den bedeutendsten Residenzen der Albertiner gehören:

Ernestinische Residenzen[Bearbeiten | Quelltext
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]

Einige der wichtigen Schlösser der Ernestinischen Linien sind:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext
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]


Begräbniskapelle der Albertiner im Freiberger
Dom

 

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Haus Hohenzollern

ist eine der bedeutendsten Dynastien des deutschen Hochadels.


Das Stammwappen der
HohenzollerDas Haus

Das Geschlecht wird erstmals 1061 in der Chronik eines Mönches genannt und besteht in der Gegenwart aus einer brandenburgisch-preußischen Linie mit dem Oberhaupt Georg Friedrich Prinz von Preußen und einer schwäbischen Linie mit dem Chef Karl Friedrich Prinz von Hohenzollern. Die Burg Hohenzollern ist der Stammsitz der Familie und liegt unmittelbar südlich von Hechingen im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg. Die erste Erwähnung des Burggebäudes als Castro Zolre datiert aus dem Jahr 1267,die heutige Burg ist ein Bau aus dem 19. Jahrhundert.[2] Sie ist Wahrzeichen der Region und die bekannteste Burg Baden-Württembergs und der Schwäbischen Alb.

Eine Linie der Familie beherrschte ab 1192 die Burggrafschaft Nürnberg (später entstanden daraus die Markgrafschaften Ansbach und Bayreuth) und ab 1415 die Mark Brandenburg. Die Brandenburger Markgrafen hatten als Kurfürsten im Reich eine Stimme bei den Wahlen der römisch-deutschen
Könige
. Ein Zweig der fränkischen Hohenzollern regierte ab 1525
das säkularisierte Ordensland in Ostpreußen als Herzogtum
Preußen
. Im Jahr 1618 fiel es an den brandenburgischen Zweig und
wurde danach in Personalunion mit
der Mark regiert.[3]

Mit der Krönung
Friedrichs III.
 wurde 1701 das Königreich
Preußen
 gebildet, dessen Regenten Friedrich
Wilhelm I.
 und Friedrich
der Große
 eine europäische Großmacht schufen. Der preußische
König Wilhelm
I.
 wurde nach dem Deutsch-Französischen
Krieg
 1871 der Kaiser im
neu geschaffenen Deutschen
Kaiserreich
. Die Hohenzollernherrschaft endete am 9. November
1918 in der Novemberrevolution durch
die Ausrufung
der Weimarer Republik
. Kaiser Wilhelm
II.
 dankte ab und lebte fortan im Exil in den Niederlanden.

Die schwäbischen
Hohenzollern hatten bereits 1849 die Regentschaft in den
Fürstentümern Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen aufgegeben,
und die Fürstentümer waren 1850 an Preußen gefallen, als Hohenzollernsche
Lande
. Angehörige des Zweiges Hohenzollern-Sigmaringen konnten
jedoch von 1866 bis 1947 als Regenten
von Rumänien
 nochmals politische Bedeutung erlangen.

Die
Herren und Grafen von Zollern

→ HauptartikelSchwäbische
Hohenzollern



Ursprünge und Familiengeschichte bis um 1200
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Die Besitzungen auf dem Gebiet des heutigen Zollernalbkreises.
Abtrennung der Herrschaft
Schalksburg
1288 vom Kernbesitz durch Erbteilung.
Schwarzgräfliche und Straßburger Linien ab dem Jahr
1344.



Burg Hohenzollern
 bei Hechingen

Die Stammlande
des Geschlechts liegen im nördlichen Teil des heutigen Zollernalbkreises,[4][5] wo
sich die Burg
Hohenzollern
 im Ortsteil Zimmern der
Gemeinde Bisingen befindet,
unweit von Hechingen gelegen.
Die heutige Burg Hohenzollern ließ Friedrich
Wilhelm IV.
 in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Architekturstil
der Neugotik erbauen.[6] Sie
wird als dritte Burg bezeichnet und gehört bis heute
gemeinschaftlich der brandenburgisch-preußischen und der
schwäbischen Linie. Das ursprüngliche Bauwerk stammt möglicherweise
aus dem 11. Jahrhundert, wurde 1267 zum ersten Mal genannt[7] und
1423 durch den Bund der schwäbischen
Reichsstädte
 erobert und weitgehend zerstört.

Die früheste
Nennung der Familie findet sich mit „Burchardus et
Wezil de Zolorin occiduntur“ in der Chronik von Berthold
von Reichenau
, wo zwei im Jahr 1061 ums Leben gekommene
Hohenzollern erwähnt werden. Burchardus und Wezil (Werner) waren
Zeitgenossen des römisch-deutschen Königs Heinrich
IV.
 aus dem Geschlecht der Salier.
Das Werk des Mönchs schließt chronologisch an die Weltchronik Hermanns
von Reichenau
 an. Nennungen im Umfeld mit dem Kloster
Reichenau
 lassen vermuten, dass die Zollern als Vögte des
Reichenauer Kirchengutes in eine lokale Machtposition gekommen sind.
Gesichert ist jedenfalls, dass in der frühen Zeit eine enge
Verbindung mit dem Bodenseekloster bestand. Ulrich von Zollern starb
als Abt der Reichenau 1136 und später traten zahlreiche Zollern dort
als Mönche ein.[8] Die
überlieferte Textstelle Bertholds von Reichenau ist für Historiker
nicht unproblematisch, da in der Quelle genauere Umstände des
Geschehnisses nicht dargelegt werden und die Genannten zudem nicht
als Grafen bezeichnet werden. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts
stehen die beiden Hohenzollern aber als die ersten sicher bezeugten
Vorfahren am Anfang der Familiengeschichte. Der Tübinger Professor Martin
Crusius
 bemerkte bereits am Ende des 16. Jahrhunderts:
„Burckhard und Wezil von Zolorin kommen um. So ist dieses in Hermann
des Contract Chronik beygefügt. Es steht unten nichts darbey, weder
die Ursach, noch sonst etwas, daraus man erkennen könnte, dass es
Grafen von Zollern gewesen wären“ (Übersetzung).[9]


Innenansicht von Kloster
Alpirsbach
, gestiftet 1095

Urkunden mit
Nennung von Familienangehörigen gibt es erst seit Ende des
11. Jahrhunderts. Adalbert von Zollern aus der Nebenlinie Haigerloch besaß
mit anderen Adeligen ein Gut im Schwarzwald und
stiftete 1095 dort das Kloster
Alpirsbach
.[13] Über
diese Zeit im Zusammenhang mit der Herrschaft
Haigerloch
 ist wenig bekannt.


Friedrich I. von Zollern
 († vor 1125), genannt „Maute“, war ein
Nachfahre des 1061 verstorbenen Burkhard
I.
 und wirkte als erster Vogt des
Klosters Alpirsbach.[14] Durch
seinen Einsatz für den salischen Kaiser Heinrich
V.
 wurden die Hohenzollern auf der Reichsebene wahrgenommen. Der
Graf hielt sich am Hofe des Herrschers auf und war bei
Regierungsgeschäften des Reiches und im Investiturstreit aktiv.
Der Hohenzoller befand sich 1111 im Gefolge Heinrichs V. bei der
Kaiserkrönung durch Papst Paschalis
II.
 Zu dieser Zeit wurden Friedrich I. nachweisbar Grafenrechte
übertragen und Friedrich wurde nunmehr zum Leitnamen der
Hohenzollern.[15]

Nach dem Tode
Mautes um 1125 erhielt sein Sohn Friedrich
II.
 den Kernbesitz. Die Grafen von Zollern hatten um 1125 eine
Herrschaft mit Ministerialen.
Über die Lage der Besitzungen ist wenig bekannt; an der Burg
Hohenzollern wurde damals wohl noch gebaut.[16] Im
Zusammenhang mit Besitz bei Schenkungen konnten die Orte Höfendorf bei
Haigerloch (1095), Beuren (1134), StettenEngstlattHartStreichen und Thanheim bestimmt
werden.[17]

Burkhard, der
andere Sohn Mautes und fortan Graf von Hohenberg-Zollern,
begründete den Familienzweig der Hohenberger, der 1486 erlosch. Nach
anderer Auffassung kam es nicht nach Mautes Tod sondern erst um 1170
zur Teilung des Besitzes.[3] Die
Hohenberger bauten die Burg
Hohenberg
, eine Höhenburg bei Schörzingen,
und hatten zu den Zollern oftmals kein gutes Verhältnis, bis hin zu
Auseinandersetzungen. Ein bekannter Hohenberger war Albrecht
II. von Hohenberg-Rotenburg
, der Minnesänger (†
1298). Die Abspaltung der Hohenberger hatte die Konsequenz des
Verlustes des westlichen Gebietes für die Zollern. Die Hohenberger
regierten vom 12. bis 14. Jahrhundert Haigerloch.
Im Jahr 1497 erhielten die Grafen von Zollern Haigerloch im Tausch
gegen Besitz in Graubünden[18] nachdem
die Herrschaft bereits 1488 an die Familie verpfändet wurde.

Die Hohenzollern
waren im 12. Jahrhundert auf den Landtagen der Herzöge
von Schwaben
 aktiv und ebenfalls auf den Hoftagen der Staufer im
Zusammenhang mit schwäbischen Angelegenheiten. Die Familie war
darüber hinaus auf Landtagen der Zähringer sowie
auf Landtagen Heinrichs
des Löwen
 für Lehen in der Nähe von Ravensburg präsent.
Durch die Ämter für das Reich und die Kirche und durch das von ihnen
verwaltete Kirchengut bauten die Hohenzollern ihre Macht auf.

Der Aufstieg der
Hohenzollern im Spätmittelalter war
nicht zuletzt ihrer Königstreue gegenüber zunächst den Staufern und
später den Luxemburgern zu
verdanken. Friedrich
III.
 von Zollern († um 1200) war ein treuer Gefolgsmann der
Stauferkaiser Friedrich
I.
 und Heinrich
VI.
 Sein Vater oder Großvater Friedrich II. distanzierte sich
zunächst aufgrund eines Bündnisses mit Kaiser Lothar
von Süpplingenburg
 noch von den Staufern, kämpfte aber nach 1138
mit diesen gegen die Welfen.[19] In
der Tübinger
Fehde
 von 1164 bis 1166 standen die Hohenzollern in ihrer Heimat
auf der Seite der Pfalzgrafen
von Tübingen
 und der Staufer gegen die Welfen.[20] Friedrich
III. heiratete um 1185 Sophia von
Raabs
, die Tochter des Nürnberger Burggrafen Konrad
II. von Raabs
.[21] Die
Burggrafen hatten umfangreiche Güter in Österreich, wo sich auch
die Burg
Raabs
 befindet. Nach dem Tod seines Schwiegervaters, der keine
männlichen Nachkommen hinterließ, wurde Friedrich III. von Kaiser
Heinrich VI. im Jahr 1192 mit der Burggrafschaft Nürnberg belehnt und
regierte als Friedrich I. von Nürnberg. Das Burggrafenamt war ein
Mannlehen des Reiches und bedeutete einen Dienst für den Kaiser.[22]

Die Söhne des
Burggrafen teilten nach einer zuerst gemeinsamen Führung die
Besitzungen untereinander auf. Der ältere Konrad
I.
 erhielt um 1218 die Burggrafschaft Nürnberg.[23] Er
begründete die fränkische Linie der Hohenzollern, aus der später die
brandenburgisch-preußische Linie hervorging. Der jüngere Bruder Friedrich
IV. (II.)
 führte die schwäbische Linie fort und erbte die bei
Hechingen gelegene Stammburg und den dortigen Besitz. Er wurde zum
Stammvater des heutigen Hauses Hohenzollern-Sigmaringen.


Namen und Titel der entstandenen Linien

Der Name des
Stammsitzes (Hohenzollern,
ein Berg bei Hechingen) war ursprünglich nur Zollern. In mittelalterlichen Schriften
finden sich unter anderem die Schreibweisen Zoler, Zolr, Zolrin,
Zolre
 und Zolra.[24] Ab
der Mitte des 14. Jahrhunderts kam bei den schwäbischen Hohenzollern
allmählich Hohenzollern in Gebrauch und wurde ab dem
16. Jahrhundert konsequent verwendet. Der Name Zollern könnte sich
von Söller ableiten, was so viel wie Höhe bedeuten soll und
auf den 855 m hohen kegelförmigen Burgberg bei Hechingen mit der
Stammburg Bezug nimmt. In älteren Fachbüchern wird in diesem
Zusammenhang gelegentlich auf eine von den Römern als „mons solarius“
bezeichnete altgermanische Sonnenkultstätte hingewiesen.[25]

Die am Ende des
12. Jahrhunderts in den schwäbischen Stammlanden verbliebene Linie
führte den Titel Graf von
Zollern
 und später Hohenzollern, bis die Zweige Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen 1623
in den Reichsfürstenstand erhoben
wurden, während der Zweig Hohenzollern-Haigerloch bis
zu seinem Aussterben 1634 gräflich blieb. Der 1192 mit der
Burggrafschaft Nürnberg belehnte Zweig führte zunächst den Titel Burggraf von
Nürnberg
, wobei der Familienname Zollern bei der
fränkischen Linie außer Gebrauch kam. Seit der Belehnung mit der
Mark Brandenburg 1415 führten alle Angehörigen der fränkischen Linie
fortan den Titel Markgraf bzw.
Markgräfin von Brandenburg
, inoffiziell bei den in Franken
verbleibenden Zweigen ergänzt um die Herkunftsbezeichnung -Kulmbach,
-Ansbach oder -Bayreuth, während der in Brandenburg jeweils
regierende Markgraf zugleich die Rangbezeichnung eines Kurfürsten führte.
Erst der „Große Kurfürst“ Friedrich
Wilhelm von Brandenburg
 nahm im 17. Jahrhundert als einen von
vielen Nebentiteln wieder den Titel „Graf von Hohenzollern“ an.[26]

Der Titel Herzog
von Preußen
 wurde ab 1525 nur von den dort regierenden Herzögen
geführt, die ab 1618 mit den Kurfürsten identisch waren. Seit der
Erhebung des Herzogtums zum Königreich 1701 führten die Nachkommen
des ersten Königs Friedrich
I.
 dann den Titel Prinz/essin von Preußen (während etwa
seine Geschwister und deren Nachfahren Markgrafen blieben). Im
Deutschen Kaiserreich (1871-1918) beschränkte sich der Amtstitel Deutscher
Kaiser
 auf das jeweilige Staatsoberhaupt, seine
Familienangehörigen hingegen führten, bis auf den Kronprinzen, nur
die preußischen Titel.

Durch einen
Erbvertrag wurde 1695 der spätere König Friedrich I. als Oberhaupt
der beiden Hauptlinien (der fränkisch-brandenburgischen und der
schwäbischen) bestimmt. Diese Regelung hat aber heute keine
Bedeutung mehr; die beiden einzigen heute noch existierenden Zweige,
das (evangelische) vormalige preußische Königshaus und das
(katholische) vormals regierende Fürstenhaus
Hohenzollern-Sigmaringen betrachten sich als zwei Linien einer
Familie mit jeweils eigenem Oberhaupt, wobei erstere den
Familiennamen Prinz/essin von Preußen und letztere den Namen Prinz/essin
von Hohenzollern
 führt.


Nichtzutreffende Herkunftstheorien

Über die
Herkunft und verwandtschaftlichen Beziehungen der Hohenzollern vor
dem 11. Jahrhundert gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Eine
Abstammung von den rätischen
Burchardingern
, die Ludwig
Schmid
 im 19. Jahrhundert nachzuweisen versuchte, ist nicht
belegbar.[3] Die
Burchardinger besaßen niemals die Zollernburg und sind schon im
10. Jahrhundert ausgestorben.[27] Die
Hohenzollern stammen auch nicht vom fiktiven, angeblich um 800
lebenden Grafen Tassilo
von Zollern
 ab.[28] Der
Historiker Johann
Basilius Herold
 nannte diese Herkunft, nachdem er 1560 von Karl
I. von Hohenzollern
 mit Geschichtsforschungen betraut wurde.
Graf Tassilo sollte mit den Welfen verwandt
sein und sei am Hofe Karls
des Großen
 gewesen. Der fiktive Vorfahre findet sich unter
anderem auch in den Werken von Friedrich
dem Großen
.[5] Auch
die Meinung, die Hohenzollern würden von dem römischen Geschlecht
der Colonna abstammen,
ist nicht korrekt. Der selbst aus dem Hause Colonna stammende Papst Martin
V.
 äußerte 1424 diese Anschauung. Wie bei vielen regierenden
Dynastien wurde in der Renaissancezeit auch eine legendäre
Abstammung konstruiert, welche die Anfänge der Familie nicht nur
ins Römische
Reich
, sondern bis zurück nach Troja verlegte.[29]

In der zweiten
Hälfte des 19. Jahrhunderts hielt eine kleine Minderheit der
Gelehrten es noch für möglich, dass der Ursprung des Hauses Preußen
sich nicht bei den schwäbischen Zollern, sondern bei den um 1200
erloschenen fränkischen Abenbergern befindet.[30] Die
historische Verbundenheit der schwäbischen, fränkischen und
brandenburgischen Hohenzollern wird aber unter anderem an der
Benutzung des Wappens mit der Vierung in
Schwarz und Weiß (Silber) ersichtlich. Das Wappen wurde nach Wolfgang
Neugebauer
 in der Mitte des 13. Jahrhunderts von den
schwäbischen Zollerngrafen benutzt. Auch verwendeten die Burggrafen
von Nürnberg
 und die brandenburgischen Hohenzollern das Wappen,
die es ab dem 15. Jahrhundert bei fürstlichen Begräbnissen in der Kurmark einsetzten.
Das neue Siegel des Kurfürsten von Brandenburg von 1415 zeigt
ebenfalls das Zollern’sche Wappen.[27]


Die
fränkischen Hohenzollern


Die
Burggrafen von Nürnberg

→ HauptartikelBurggrafschaft
Nürnberg

Areal der 1420 weitgehend zerstörten Burggrafenburg
Nürnberg



Burg Cadolzburg
, ab 1260 der Sitz der Burggrafen von
Nürnberg


Das Münster des Klosters
Heilsbronn
, die Grablege der fränkischen
Hohenzollern

Die Nachkommen
von Konrad
I. von Nürnberg
 (* um 1186; † um 1260/1261), genannt „der
Fromme“ und Sohn von Friedrich III. von Zollern, waren bis 1427 Burggrafen
von Nürnberg
 mit Sitz auf der Burggrafenburg,
einem Nebenbau der Kaiserburg
Nürnberg
. Anfänglich gehörten zur Burggrafschaft Nürnberg nur
wenige Besitzungen. Die Familie verfügte vielmehr über nutzbare
Rechte durch das Reichsamt.
Die Schwägerschaft mit den Abenbergern brachte
1236 die Burg
Abenberg
 (1296 verkauft) und die Cadolzburgein[31],
die ab 1260 zum Hauptsitz wurde. Weiterhin übernahmen die
Hohenzollern die Schirmherrschaft über das von den Abenbergern
gestiftete Kloster
Heilsbronn
, das zwischen 1297 und 1625 die Familiengrablege war.

Das Territorium
konnte ab dem 13. Jahrhundert durch Erwerbungen ausgebaut werden und
war am Ende des 14. Jahrhunderts die größte Territorialherrschaft
in Franken.
Nachdem die Staufer ihre Macht einbüßten, näherte man sich den Habsburgern an. Friedrich
III.
, genannt „der Erber“, kämpfte 1242 mit Rudolf
von Habsburg
 in Italien[32] und
setzte sich 1273 für ihn bei dessen Königswahl ein. Durch die Heirat
mit Elisabeth von
Andechs
Meranien kam
er 1260 in den Besitz von Bayreuth,
das aus dem Erbe des Herzogs Otto II. von Andechs-Meranien stammte;
dazu gehörte auch Kulmbach und
die dortige Plassenburg,
die um 1135 von den Andechsern errichtet worden war.

Im Anschluss
wurde erst sein ältester Sohn Johann
I.
 für kurze Zeit Regent, danach sein jüngerer Sohn Friedrich
IV.
 Bei König Ludwig
dem Bayer
 hatte Friedrich IV. die einflussreiche Stellung eines
Geheimen Rates inne. In der Schlacht
bei Mühldorf
 1322 setzte sich der Burggraf stark für den König
ein, wurde von diesem als „Retter des Reiches“ bezeichnet und
erhielt 1324 von ihm ökonomisch bedeutende Berg- und Erzwerksrechte.
Friedrich IV. wurde im Jahr 1328 als Generalvikar von Tuszien genannt.[33] Im
Jahr 1331 bekamen die Hohenzollern Ansbach durch
Kauf von den Grafen
von Oettingen
.[34] Johann
II.
, genannt „der Erwerber“, übernahm zuerst mit seinem Bruder Albrecht und
später alleine die Burggrafschaft; der Bruder Konrad war früh
verstorben. Johann II. hatte Anspruch auf das Erbe der Grafen
von Orlamünde
 und erhielt 1340 die Herrschaft Plassenburg mit
Kulmbach. In der Regierungszeit Johanns II. kamen die Hohenzollern
erstmals mit der Mark Brandenburg in Kontakt. Er verteidigte 1345
für Ludwig den Bayern die Mark und verwaltete diese für kurze Zeit
als Statthalter für dessen Sohn Ludwig
den Brandenburger
.

Burggraf Friedrich
V.
 wurde von Kaiser Karl
IV.
 aus dem Geschlecht der Luxemburger 1363 nebst seinem Haus in
den Reichsfürstenstand erhoben[35] und
war Inhaber eines Fahnlehens.[3] Im
kaiserlichen Dienst übernahm er das Amt eines Reichshauptmanns an
der Spitze eines Landfriedenbundes in
Franken; nach 1363 war er als Landvogt im Elsass und
1371 als Landvogt in Oberschwaben tätig.[36] Die
Burggrafschaft vergrößerte sich 1373 um Hof,
das bis dahin den Vögten
von Weida
 gehörte. Friedrich V. regelte erstmals 1372 das
zukünftige Erbe für seine beiden Söhne Johann
III.
 und Friedrich
VI.
 und legte die Bestimmungen nochmals in der Dispositio
Fridericiana von 1385 detaillierter fest. Er empfahl für zehn Jahre
eine gemeinsame Regierung, gab aber auch Anweisungen für den Fall
der Trennung des Besitzes; bestimmte Schlösser und Regalien sollten
im Gemeinschaftseigentum verbleiben.[37] Die
Söhne folgten erst dem Wunsch des Vaters, nahmen aber 1403 eine
Aufteilung des Besitzes vor.

Johann III.
wurde zuvor bereits 1398 erster Regent des Fürstentums Kulmbach
(„oberhalb des Gebirges“). Markgraf Albrecht
Alcibiades
 verlegte 1542 den Regierungssitz von der (ab 1530 zur
Festung ausgebauten) Kulmbacher Plassenburg nach Bayreuth. Ab 1604
wurde das Land daher Fürstentum
Bayreuth
 genannt. Sein Bruder Friedrich VI. war ebenfalls ab
1398 der erste Regent des Fürstentums
Ansbach
 („unterhalb des Gebirges“). Die Markgrafen und
Mitglieder der Familienzweige Brandenburg-Kulmbach und
Brandenburg-Ansbach führten „Brandenburg“ in ihrem Namen, da erst
mit der Dispositio
Achillea
 von 1473 eine Trennung zwischen der Mark
Brandenburg
 und den fränkischen Besitzungen bestimmt wurde.[38][39] Die
beiden Fürstentümer befanden sich auf dem Gebiet der vorherigen
Burggrafschaft und blieben der Familie. Die Burggrafenburg wurde
1420 im Bayerischen
Krieg
 von Ludwig
VII. von Bayern
 weitgehend zerstört; ein Wiederaufbau durch die
Hohenzollern unterblieb. Im Jahr 1427 wurde die Burggrafenburg an
die Reichsstadt
Nürnberg
 veräußert.

Der kinderlose
Markgraf Karl
Alexander
 schloss 1791 einen Geheimvertrag mit Preußen (unter
König Friedrich
Wilhelm II.
) zur Übergabe der zwei fränkischen Fürstentümer an
Preußen ab und bekam eine jährliche Geldzahlung garantiert. Damit
endete die Ära der fränkischen Hohenzollern; auch die
brandenburgisch-preußische Linie konnte nur noch bis 1805 in Ansbach-Bayreuth ihre
Macht erhalten. Das Fürstentum Ansbach wurde 1806 ein Teil des Königreichs
Bayern
, das Fürstentum Bayreuth 1810.

Als Burggrafen
der fränkischen Linie herrschten:

  • 1218–1260/61 Konrad
    I.
     (* um 1186; † um 1260/1261), gen. „der Fromme“, Sohn von Friedrich
    III. von Zollern
  • 1260/61–1297 Friedrich
    III.
     (* um 1220; † 1297), gen. „der Erber“
  • 1297–1300 Johann
    I.
     (* um 1279; † 1300)
  • 1300–1332 Friedrich
    IV.
     (* um 1287; † 1332), Bruder von Johann I.
  • 1332–1357 Johann
    II.
     (* vor 1320 (1309?); † 1357), gen. „der Erwerber“
  • 1357–1397 Friedrich
    V.
     (* um 1333; † 1398), gefürsteter Grafenstand 1363,
    Dispositio Fridericiana 1385
  • 1397–1420 Johann
    III.
     (* um 1369; † 1420)
  • 1397–1427 Friedrich
    VI.
    , auch Friedrich I. von Brandenburg (* 1371; † 1440),
    Bruder von Johann III.


Die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach

→ HauptartikelFürstentum
Ansbach

Das Fürstentum
Ansbach
 war der untergebirgische Landesteil der ehemaligen
Burggrafschaft Nürnberg, die bis 1427 bestand. Streng genommen
müsste die Bezeichnung Markgrafschaft verwendet werden. Bis 1486
wurde das Fürstentum in Personalunion mit der Mark Brandenburg
geführt, dann erfolgte mit Johann
Cicero von Brandenburg
 und Friedrich
II. von Brandenburg-Ansbach
 eine Trennung des Besitzes. 1542
wurde die Residenz von der Plassenburg in Kulmbach auf
die Wasserburg Ansbach verlegt, die zum Renaissanceschloss ausgebaut
wurde und in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zur barocken Residenz
Ansbach
.

Das Fürstentum
Ansbach kam 1791/1792 wie das Fürstentum Bayreuth an den preußischen
Staat und wurde mit diesem zusammen als Ansbach-Bayreuth von Karl
August von Hardenberg
 verwaltet. Napoleon
Bonaparte
 reorganisierte die von ihm besetzten Gebiete
grundlegend. Noch vor der Niederlage Preußens im Vierten
Koalitionskrieg
 fiel das Territorium 1806 durch einen
erzwungenen Gebietstausch an das Königreich
Bayern
.

Die Regenten des
Fürstentums Ansbach waren:




Die Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach (Bayreuth)

→ HauptartikelFürstentum
Bayreuth

Markgräfliches Schloss
Erlangen
, erbaut ab 1700

Das Fürstentum
Bayreuth
 entwickelte sich aus dem obergebirgischen Landesteil
der Burggrafschaft Nürnberg. Obwohl das Fürstentum Bayreuth mehrfach
in Personalunion mit dem Fürstentum Ansbach regiert wurde, blieben
die Fürstentümer eigenständig.

Nach der
Übergabe an den preußischen Staat 1791/1792 und der Verwaltung
durch Karl
August von Hardenberg
 wurde das Fürstentum Bayreuth im Herbst
1806 von französischen Truppen besetzt und musste 1807 im Frieden
von Tilsit
 an das Französische
Kaiserreich
 abgetreten werden. Unter Beibehaltung der
preußischen Verwaltungsorganisation wurde es einer Militärverwaltung
unterstellt. Im Jahr 1810 kaufte das Königreich Bayern das
Fürstentum; am 30. Juni des gleichen Jahres erfolgte die
Inbesitznahme.

Das Fürstentum
Kulmbach respektive Bayreuth wurde regiert von:



Die Herzöge von Brandenburg-Jägerndorf

→ HauptartikelHerzogtum
Jägerndorf


Georg der Fromme
, Markgraf von Brandenburg-Ansbach,
erwarb 1523 das Herzogtum
Jägerndorf
, dessen Residenz sich in Krnov befand.
Die Hohenzollern wurden 1623 als Regenten im schlesischen
Herzogtum
abgelöst.

Folgende
Hohenzollern beherrschten das Herzogtum:


Die brandenburgischen Hohenzollern




Die Kurfürsten und Markgrafen von Brandenburg

→ HauptartikelMark
Brandenburg


Friedrich VI. von Nürnberg
 erhält die Mark
Brandenburg als Lehen

Friedrich VI.
von Nürnberg (* 1371; † 1440), der spätere Markgraf Friedrich
I. von Brandenburg
, erhielt von König Sigismund aus
dem Haus Luxemburg die Mark Brandenburg da er unter anderem
maßgebliche finanzielle Hilfe bei dessen Wahl zum römisch-deutschen
König
 leistete. Der Graf wirkte ab 1411 als Hauptmann und
Verwalter in der Mark Brandenburg;[40] allerdings
beanspruchte der König die Kurfürsten- und Erzkämmererwürde zunächst
noch für sich selbst und seine Erben. Die Mark Brandenburg war bei
der Übernahme Friedrichs VI. äußerst schwierig zu regieren. Eine
Vielzahl von Adeligen strebte Macht an und die Zahl der Fehden war
groß.[41] Der
Nürnberger Burggraf wurde von den führenden Familien abfällig als
„Nürnberger Tand
bezeichnet.[42] Vor
allem bei den Ständen der Altmark und Prignitz unter
der Führung von Caspar Gans
von Putlitz
 trat dem Hohenzoller heftiger Widerstand entgegen,
der aber die zentrale Gewalt herstellen konnte und dafür auf dem Konzil
von Konstanz
 1415 Markgraf wurde und die Kurfürstenwürde
erhielt. Die Mark Brandenburg wurde vererbbarer Besitz der Familie,
womit der König seine Dankbarkeit zeigte. Die brandenburgischen
Stände huldigten dem Burggrafen im Oktober 1415 auf einem Landtag zu
Berlin. Weiterhin gab das Kurfürstenkollegium für
die Rangerhöhung seine Zustimmung.


Friedrich II.
 übernahm anschließend nach den testamentarischen
Bestimmungen mit seinem Bruder Friedrich,
genannt „der Fette“, die Führung im Land. Friedrich II. ging
konsequent gegen den räuberischen Adel vor. Seine Bestimmtheit im
Regierungshandeln gegenüber den Landständen brachte
ihm den Beinamen „der Eiserne“ ein. Auch duldete er nicht das
Autonomiestreben der Städte und schuf das Berliner
Stadtschloss
 als Residenz, was gegen den starken Unwillen
der Bevölkerung
 geschah. Besonders bedeutend war während seiner
Regentschaft die Rückgewinnung der Neumark und
die Wiedererlangung von Teilen der Uckermark.
Der Markgraf überließ 1470 seinem Bruder Albrecht
Achilles
 die Regierung. Albrecht Achilles übernahm zuvor bereits
1440 die Regentschaft im Fürstentum
Ansbach
 und 1464 ebenfalls im Fürstentum
Bayreuth
. Er war ab 1438 auf der Seite Königs Albrecht
II.
 aus dem Haus Habsburg und regelte 1473 mit der Dispositio
Achillea
 die Herrschaftsnachfolge für die gesamte und unteilbare
Mark.[38][43]

Der Sohn von
Albrecht Achilles, Johann
Cicero
, übernahm 1486 die Regierungsverantwortung in
Brandenburg. Wie in der Dispositio Achillea festgelegt, wurde
die Mark von den fränkischen Ländern getrennt. Die Bestimmungen
wurden verfasst, um die unmittelbare Erbregelung zu klären. Die drei
Söhne sollten gleiche Titel und Wappen gebrauchen.[44] Spätere
Generationen fassten die Niederschrift allgemeiner auf als eine
Anordnung den Besitz in drei Teile aufzuteilen. Auch vollzog sich
eine Abkehr der brandenburgischen Hohenzollern von der Reichspolitik
und eine Konzentration der Bemühungen auf die Mark. Die fränkischen
Hohenzollern wurden zum Sprecher der Brandenburger auf den
Reichstagen. Johann Cicero fand als erster Kurfürst seine Ruhestätte
in der Mark.



Joachim I. Nestor
 (von Lucas
Cranach d.Ä.
) blieb beim Katholizismus

Sein Sohn Joachim
I. Nestor
 und dessen Bruder Albrecht
IV. von Brandenburg
 wurden 1499 Nachfolger. Zunächst brachte
sich der fränkische Onkel Friedrich als
Vormund ins Gespräch, womit de facto eine erneute Vereinigung der
Mark mit den fränkischen Gebieten vollzogen worden wäre. Kaiser Maximilian
I.
 legte aber fest, dass Joachim I. Nestor bereits minderjährig
zum Kurfürsten gemacht werden sollte.[45] Sein
Bruder Albrecht verzichtete auf die Mitregentschaft, wurde 1513
katholischer Erzbischof von Magdeburg, 1514 auch Kurfürst-Erzbischof
von Mainz sowie 1518 Kardinal. Um den Erwerb seiner geistlichen
Pfründen zu finanzieren, sandte er den Ablassprediger Tetzel aus,
der wiederum Martin
Luther
 den Anlass zum Anschlag der 95
Thesen
 gab, welche am 31. Oktober 1517 die Reformation
auslösten. Joachim I. Nestor blieb beim Katholizismus und äußerte
seine Ablehnung von Luther 1521 auf dem Reichstag
zu Worms
 und noch engagierter 1529 auf dem Reichstage
zu Speyer
. Er gründete die Brandenburgische
Universität Frankfurt
/Oder, welche die katholische Position in
der Lehre vertrat. Problematisch wurde, dass Joachim Nestors
Gemahlin Elisabeth
von Dänemark
 den neuen Glauben annahm, ihren Ehemann verließ und
sich 1528 nach Sachsen begab, wo sie sogar bei Luther lebte.



Joachim II. Hector
 (von Lucas
Cranach d.J.
), führte die Reformation in Brandenburg
ein


Joachim II. Hector
 folgte seinem Vater Joachim I. Nestor 1535
als Kurfürst. Sein jüngerer Bruder Johann erhielt
nach dem Willen des Vaters die neugeschaffene Markgrafschaft
Brandenburg-Küstrin
 (1535 bis 1571). Ausdrücklich hatte der
Vater auch angeordnet, dass die Söhne den katholischen Glauben
beibehalten sollten. Mit seinem Übertritt zum protestantischen
Glauben am 1. November 1539 führte Joachim II. Hector indes die
Reformation in der Mark Brandenburg ein; sein Bruder hatte den
Konfessionswechsel bereits im Vorjahr vollzogen. Schon in der Jugend
hatte Joachim II. Hector über seine Mutter Luther kennengelernt.
Problematisch war allerdings, dass später seine polnische Gemahlin Hedwigbeim
katholischen Glauben blieb. Die Erbteilung mit seinem Bruder mit der
damit verbundenen Einnahmenreduktion und die hohen privaten
Aufwendungen ließen ein finanzielles Gleichgewicht schwer finden.

Sein Sohn Johann
Georg
 erhielt 1571 die Mark und nach dem Tode von Johann von
Brandenburg-Küstrin auch Brandenburg-Küstrin. Der akademisch
ausgebildete Kurfürst konsolidierte die Staatsfinanzen. Der Landtag
trug einen Teil der Verbindlichkeiten von insgesamt zwei Millionen
Talern, wobei Domänenämter verpfändet wurden. Johann Georg ging auch
gegen den Juden Lippold vor, der einst im Münzgeschäft tätig war;[46] eine
große Anzahl von Juden wurden misshandelt und ausgeplündert.

Dessen Sohn und
Nachfolger Joachim
Friedrich
 wurde 1567 Administrator des Erzstifts
Magdeburg
 und regierte ab 1598 Brandenburg. Durch die Schaffung
eines Geheimen
Rates
 1604 stellte er ein wirksames Gegengewicht zu den Ständen
her. Die Ausbeutung von Metallvorkommen und der Aufbau eines Eisenhammerwerks und
einer Glashütte kennzeichneten
seine Wirtschaftspolitik. Der Markgraf legte mit dem Geraer
Hausvertrag
 von 1599 die Primogenitur und
Unteilbarkeit der Mark endgültig fest.[4][47] Er
war der Vormund des im Herzogtum
Preußen
 regierungsunfähigen Albrecht
Friedrich von Preußen
 und verheiratete 1594 seinen ältesten Sohn
mit dessen Tochter Anna,
ferner heiratete er selbst in zweiter Ehe 1603 Annas jüngere
Schwester Eleonore.
Albrecht Friedrichs Vater stammte aus der Ansbacher Linie und hatte
1525 vom polnischen König das säkularisierte Ordensland Ostpreußen als
erbliches Herzogtum zu Lehen erhalten (siehe unten).



Johann Sigismund
, Kurfürst von Brandenburg und
Herzog von Preußen, konvertierte zum Calvinismus

Joachim
Friedrichs Sohn Johann
Sigismund
 folgte seinem Vater 1608 als Kurfürst von Brandenburg
und trat 1618 auch die Nachfolge seines Schwiegervaters als Herzog
von Preußen an. Im Jahr 1613 wechselte Johann Sigismund aus
politischem Gründen zum Calvinismus;
die Hohenzollern hatten durch die Heirat auch ein rheinisches Erbe
in Aussicht. In Brandenburg blieb man beim lutherischen Glauben. Die
gesamten Herrschaftsgebiete ab 1618 werden von Historikern Brandenburg-Preußen genannt.

Die
Markgrafschaft wurde von folgenden Hohenzollern regiert:



Die Markgrafen von Brandenburg-Küstrin

Die Markgrafschaft
Brandenburg-Küstrin
 bestand zwischen 1535 und 1571 und umfasste
Teile der Neumark.
Sie war das Resultat einer Sekundogenitur im
Sinne von Joachim
I. Nestor
. Da der einzige Regent Johann keine erbberechtigten
Nachkommen hinterließ, wurde Brandenburg-Küstrin wieder mit
Brandenburg vereinigt.



Die
brandenburgisch-preußischen Hohenzollern




Die Herzöge und Könige in und von Preußen

Das Herzogtum
Preußen wurde 1525 durch Umwandlung des Deutschordensstaates in
ein weltliches Fürstentum geschaffen,[4] das
ein Lehen des Königreichs
Polen
 war. Das Lehnsverhältnis endete erst 1667 mit dem Vertrag
von Wehlau
Albrecht
von Preußen
 war der letzte Hochmeister des Deutschen
Ordens
. Der Sohn Friedrichs
V.
 von Brandenburg-Ansbach entschloss er sich im November 1523
auf Luthers Rat
hin, das Amt des Hochmeisters niederzulegen, den Deutschordensstaat
in ein weltliches Herzogtum umzuwandeln
und dort die Reformation einzuführen. Vor König Sigismund
I.
 von Polen leistete Albrecht 1525 die Preußische
Huldigung
, wodurch er das Ordensland als ein in gerader,
männlicher Linie forterbendes Herzogtum zu Lehen nahm. Sein Sohn und
Nachfolger Albrecht
Friedrich
 starb jedoch 1618 ohne männlichen Erben, und der
polnische König belehnte dessen Schwiegersohn, den Kurfürsten Johann
Sigismund
 von Brandenburg, mit dem Herzogtum Preußen. Somit
waren die Mark Brandenburg und das Herzogtum Preußen (Ostpreußen)
nunmehr im Besitz eines einzigen Hohenzollers und wurden in
Personalunion geführt.



Brandenburg-Preußen
 unter dem Großen Kurfürsten 1688

Bereits im Jahr
1614 wurde zudem der Jülich-Klevische
Erbfolgestreit
 beendet und im Vertrag
von Xanten
 festgelegt, dass der Kurfürst von Brandenburg, Johann
Sigismund, das Herzogtum
Kleve
, die Grafschaft
Mark
 und die Grafschaft
Ravensberg
 erhalten sollte, wofür er bereits im Jahr zuvor zum
Calvinismus konvertiert war. Brandenburg-Preußenbezeichnet
die gesamten Herrschaftsgebiete zwischen 1618 und 1701. Die
Territorien lagen teils innerhalb, teils außerhalb des Heiligen
Römischen Reiches
.


Der „Große Kurfürst“ Friedrich
Wilhelm
 und Luise
Henriette von Oranien
 (1647)


1701: Die Krönung Friedrichs
I.
 in Königsberg

Unter dem
„Großen Kurfürsten“ Friedrich
Wilhelm
 erlebte das Land nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen
Krieges
 eine Blütezeit. Er leitete Reformen ein, unterstützte
den Ackerbau und
die Einwanderung,
indem er Künstler, Handwerker, Baumeister, Landwirte und Kaufleute
ins Land holte, vor allem aus der Heimat seiner holländischen ersten
Gemahlin Luise
Henriette von Oranien
, später auch Juden und Protestanten aus
Österreich und Hugenotten aus
Frankreich und den Niederlanden. Es gelang ihm durch geschickte
Bündnispolitik, während des Zweiten
Nordischen Krieges
 seine zerstreuten Territorien weitgehend
intakt zu halten und er erwarb Hinterpommern.
1664 erließ er ein Toleranzedikt,
um die Rivalitäten zwischen Lutheranern und Calvinisten zu beenden
und begründete damit die Tradition der preußischen Toleranz. Er ließ
das Potsdamer
Stadtschloss
, das Schloss
Oranienburg
 sowie einige kleinere Landsitze erbauen.

Sein 1688
nachfolgender Sohn, Kurfürst Friedrich
III.
, ließ ab 1699 das Berliner
Schloss
 vom Renaissancebau zu einem großen Barockpalast
erweitern und für seine Gemahlin das Schloss
Charlottenburg
 errichten, ferner begann er mit einem Umbau des Königsberger
Schlosses
 und erbaute in Berlin das Zeughaus.
Die kostspieligen Bauten bereiteten eine Rangerhöhung vor: Der
brandenburgische Kurfürst und preußische Herzog erklärte, nach
diplomatischen Verhandlungen mit dem Kaiser (und entsprechenden
Zahlungen), 1701 sein ostpreußisches Herzogtum zum Königreich
Preußen
 und setzte sich die Krone selbst aufs Haupt.[48] Jedoch
regierte er das kleine, entlegene Königreich an der Ostsee weiterhin
in Personalunion mit
dem wesentlich größeren und bedeutenderen Kurfürstentum Brandenburg.
Er führte nun die Titel Kurfürst von Brandenburg (als
Friedrich III.) und König in Preußen (als Friedrich I.) Die
beiden Territorien waren anfangs nur durch die Person des Herrschers
verbunden. Der Königstitel beschränkte sich auf das vorherige
Herzogtum Preußen und dieses war – anders als die Mark Brandenburg –
nicht Teil des Heiligen Römischen Reiches. Auch andere deutsche
Kurfürsten erwarben in dieser Zeit ausländische Königskronen, August
der Starke
von Sachsen 1697 die polnisch-litauische und Georg
von Hannover
 1714 die britisch-irische.

Im
18. Jahrhundert waren die zahlreichen Landesteile noch unverbunden
oder wenig zusammenhängend, sodass erst langsam ein Einheitsstaat
entstehen konnte, für den sich der Name Preußen einbürgerte. Aus den
kurfürstlich-brandenburgischen Institutionen wurden
königlich-preußische. Polen hatte noch die Hoheit über das spätere Westpreußen,
was die Benennung König
von Preußen
 für den Regenten nicht möglich machte. Friedrich
Wilhelm I.
, genannt „der Soldatenkönig“, übernahm 1713 die
Regierung und machte den preußischen Staat durch Aufrüstung zur
Militärmacht[49],
ohne jedoch die starke Armee nennenswert einzusetzen. Er förderte
vielmehr die Wirtschaftsentwicklung und sanierte die Staatsfinanzen,
die unter seinem verschwenderischen Vater und dessen Drei-Grafen-Kabinett ruiniert
worden waren. 1702 beanspruchten die Hohenzollern den Privatbesitz
des erloschenen Hauses Oranien und
erhielten ihn im Frieden
von Utrecht
 1713 auch, allerdings trat Friedrich Wilhelm I. ihn
1732 zum Großteil an das Haus Nassau-Diez ab.



Friedrich der Große
 (von Ziesenis, 1763)

Sein Sohn Friedrich
der Große
 nutzte dann aber nach seinem Regierungsantritt 1740
das neue militärische Potenzial und gelangte durch die zwischen 1740
und 1763 geführten Schlesischen
Kriege
 an Schlesien und
die Grafschaft
Glatz
.[50] Damit
begann ein direkter Wettstreit der Hohenzollern mit den Habsburgern um
die Vormacht.[4] Die
Eroberungen konnten im Siebenjährigen
Krieg
 von 1756 bis 1763 mit großen Kosten an Menschenleben,
Steuerleistungen und Verheerungen, vor allem in den Nachbarländern,
nur mit Glück, Geschick und Mühe gehalten werden. Bei der ersten
polnischen Teilung
 1772 erhielt Friedrich der Große Teile
Westpreußens und konnte sich somit König von Preußen nennen.[51] Mit
der Landbrücke zwischen Pommern und Ostpreußen wurde Letzteres auch
erstmals direkt an die Stammlande im Reich angeschlossen. Friedrich
II. führte die wirtschaftliche Entwicklung der vielen Provinzen des
Landes zielstrebig weiter. Mit den Schlossbauten und dem Park von Sanssouci hinterließ
er ein Weltkulturerbe. Sein Neffe und Nachfolger Friedrich
Wilhelm II.
 erwarb durch die Zweite und Dritte Teilung
Polens
 mit Süd- und Neuostpreußen noch beträchtliche Territorien
hinzu.


Preußen im Deutschen
Bund
 nach den Napoleonischen
Kriegen
 in dunkelblauer Farbe (1815)


Preußen im Deutschen
Reich
 nach dem Ersten
Weltkrieg
 in dunkelblauer Farbe (1920)

Der Wiener
Kongress
 1815 brachte während der Regentschaft Friedrichs
Wilhelm III.
 nach den Napoleonischen
Kriegen
 mit dem Rheinland und Westfalen weitere
wichtige Gebiete zu Preußen. Zu dieser Zeit gab es auch gewaltige
nationalökonomische Veränderungen. Im Zuge der Stein-Hardenbergschen
Reformen
 wurde 1810 die Gewerbefreiheit eingeführt,
das Oktoberedikt hob
die Erbuntertänigkeit auf.
In Preußen vollzog sich später die Industrielle
Revolution
, wobei bestimmte Regionen des Landes ökonomisch
dominant wurden.


Friedrich Wilhelm IV.
, der „Romantiker auf dem Thron“,
bereicherte den Park von Sanssouci, Berlin und andere Orte um
bedeutende Bauten. Er sah sich gezwungen, die Umwandlung des Landes
in eine konstitutionelle
Monarchie
 hinzunehmen, verweigerte aber die Annahme der
deutschen Kaiserkrone aus der Hand der Frankfurter
Nationalversammlung
. Sein Bruder und Nachfolger Wilhelm
I.
 schlug die Revolution
von 1848/49
 nieder und verfolgte eine ebenso konservative wie
expansionistische Politik, gesteuert von seinem Ministerpräsidenten Otto
von Bismarck
.

Nach dem Deutschen
Krieg von 1866
 erhielt Preußen HannoverSchleswigHolsteinNassauSachsen und Kurhessen als Provinzen.
Preußen hatte die Vormachtstellung, und so wurde Wilhelm I. 1871 der
erste Kaiser im neu
geschaffenen
 Deutschen Reich, dessen mit Abstand größter Teil
Preußen fortan war. Auf Anraten Bismarcks wurde die Bezeichnung Deutscher
Kaiser
 anstelle von Kaiser von Deutschland gewählt.[52][53] Der
Kaiser sollte als primus
inter pares
 unter den deutschen
Bundesfürsten
 angesehen werden, außerdem schloss die Kleindeutsche
Lösung
 das Erzherzogtum
Österreich
 und das Königreich
Böhmen
 aus, die ebenfalls zum Heiligen
Römischen Reich deutscher Nation
 gehört hatten (Böhmen war von
Beginn an eines der Kurfürstentümer gewesen) und die mit ihren
Habsburger Herrschern über viele Jahrhunderte dessen Kaiser gestellt
hatten. Großherzog Friedrich
I. von Baden
 umging aus Rücksicht auf Wilhelm bei der Kaiserproklamation
in Versailles
 die heikle Problematik. Er rief bei der Zeremonie
am 18. Januar 1871 „Seine Kaiserliche und Königliche Majestät,
Kaiser Wilhelm, lebe hoch“.

Nach der kurzen
Regentschaft Friedrichs
III.
 folgte am 15. Juni 1888 Wilhelm II. als deutscher Kaiser.
Wilhelm II. strebte eine Großmachtstellung an und forcierte die
koloniale Expansion. Die Ermordung des österreichischen
Thronfolgers Franz
Ferdinand
 am 28. Juni 1914 setzte Ereignisse in Gang, die
unmittelbar darauf den Ersten
Weltkrieg
 auslösten. Die Monarchie endete im Deutschen Reich am
9. November 1918 mit der Ausrufung der Republik in Berlin und der
späteren Abdankung Wilhelms II. Der Kaiser ging ins niederländische
Exil, wo er später, bis zu seinem Tode, Haus
Doorn
 bewohnte.

Galerie
.
Die Könige in und von Preußen in
chronologischer Reihenfolge:


Die Markgrafen von Brandenburg-Schwedt

→ HauptartikelBrandenburg-Schwedt

Die Herrschaft
Schwedt
 wurde 1688 einem Sohn des Großen Kurfürsten Friedrich
Wilhelm
 gegeben, der sich Philipp
Wilhelm
, Markgraf von Brandenburg-Schwedt nannte. Die
Grundherrschaften lagen in der UckermarkNeumark und
in Hinterpommern.
Nachdem die Linie 1788 erloschen war, fiel Schwedt an Preußen.


Die Hohenzollern seit dem Ende des Kaiserreichs



Wilhelm II.
 mit dem einstigen Kronprinz Wilhelm und
dessen Sohn Wilhelm im
Jahr 1927

Kaiser Wilhelm
II. unterzeichnete am 28. November 1918 im niederländischen Exil
eine Abdankungsurkunde. Kronprinz Wilhelm wurde
von der niederländischen Regierung auf der Insel
Wieringen
 untergebracht und unterschrieb am 1. Dezember 1918
ebenfalls eine Abdankungserklärung. Er konnte im Jahr 1923 auf
Betreiben Gustav
Stresemanns
 nach Deutschland zurückkehren.[54]

Wilhelm II.
lebte die ersten eineinhalb Jahre im Exil in Amerongen bei Utrecht.
Die ehemaligen Kriegsgegner forderten erfolglos seine Auslieferung.
Das Haus Doorn nahm er 1920 als Wohnsitz. Nach Deutschland kehrte
Wilhelm II. nicht mehr zurück. Er empfing regelmäßig Besucher aus
der Heimat, schrieb zahlreiche Bücher und hielt eine erneute
deutsche Monarchie seinerzeit für möglich. Im Jahr 1921 starb seine
Gattin Auguste
Viktoria
; 1922 heiratete er Hermine
von Schoenaich-Carolath
. Wilhelm II. starb 1941 in den
Niederlanden und wurde im Park des Hauses Doorn beigesetzt.

Wenige Tage nach
der Novemberrevolution im Jahr 1918 wurde das Vermögen der
Hohenzollern beschlagnahmt und vom preußischen Finanzministerium
verwaltet. In der Auseinandersetzung um die sogenannte Fürstenenteignung verhandelte
die Familie bis 1926 mit dem preußischen Staat. Am 26. Oktober 1926
wurde das „Gesetz über die Vermögensauseinandersetzung zwischen dem
Preußischen Staat und den Mitgliedern des vormals regierenden
Preußischen Königshauses“ verabschiedet. Weiterhin erfolgte 1927 die
Gründung der „Verwaltung
der Staatlichen Schlösser und Gärten“
. Der Staat Preußen behielt
75 Schlösser, die Hohenzollern bekamen 39 Gebäude zurück. Die
Mehrheit der erhaltenen Gebäude wurde allerdings im Zweiten
Weltkrieg
 zerstört. Heute verfügt die brandenburgisch-preußische
Linie lediglich noch über zwei Drittel der Burg Hohenzollern.


Louis Ferdinand von Preußen
, der Sohn von Kronprinz Wilhelm und
seiner Gattin Cecilie,
war ab 1951 Chef des
Hauses. Bei dem Hohenzoller wurde von der Familie bei der Anrede
noch das traditionelle Adelsprädikat„Kaiserliche
und Königliche Hoheit
des Kronprinzen präferiert[55] (andere
Familienmitglieder „Königliche Hoheit“), was auch ein Bekenntnis zur
Monarchie war.[56] Mit
der Weimarer
Verfassung
 wurden 1919 in ganz Deutschland die Vorrechte der
Geburt respektive des Standes aufgehoben. Seit der Abschaffung der
Sonderrechte und Titel des deutschen
Adels
 heißen die brandenburgisch-preußischen Hohenzollern mit
bürgerlich-rechtlichem Familiennamen Prinz beziehungsweise
Prinzessin von Preußen. Louis Ferdinand von Preußen veranlasste
1952, die Stammburg mit historisch bedeutsamen Gegenständen zur
Geschichte Preußens auszustatten.[57] Ebenfalls
1952 wurde die Prinzessin
Kira von Preussen Stiftung
 gegründet, mit welcher sich die
Familie noch heute gesellschaftlich engagiert und Kindern den
Aufenthalt auf der Burg Hohenzollern ermöglicht. Ein wichtiges
Ereignis für die Hohenzollern war die Überführung des Sarges
Friedrichs des Großen im August 1991 von der Burg Hohenzollern nach
Schloss Sanssouci.



Georg Friedrich Prinz von Preußen
, der Chef der
brandenburgisch-preußischen Hohenzollern,

Gegenwärtig gibt
es circa 50 Familienangehörige der brandenburgisch-preußischen
Hohenzollern (Stand 2016).[58] Chef
des Familienzweiges ist seit 1994 Georg
Friedrich Prinz von Preußen
. Er wurde als Sohn des bereits 1977
verstorbenen Louis
Ferdinand von Preußen junior
 und dessen Gemahlin Donata geboren.
Georg Friedrich von Preußen folgte seinem Großvater Louis Ferdinand
von Preußen und seinem Urgroßvater Wilhelm von Preußen als
Familienoberhaupt. Friedrich
Wilhelm Prinz von Preußen
, der erstgeborene Sohn des vorherigen
Chefs Louis Ferdinand von Preußen, ist 1967 nach dem preußischen
Hausgesetz
 von der Erbfolge ausgeschlossen worden, weil er – wie
ein Jahr zuvor der zweitgeborene Michael
von Preußen
 – eine nichtebenbürtige Ehe
eingegangen war.

Georg Friedrich
von Preußen vermählte sich im August 2011 mit Sophie Prinzessin von
Isenburg
, die er bereits seit der frühen Kindheit kennt. Das
Paar wurde von Oberbürgermeister Jann
Jakobs
 im Trausaal des Stadthauses in
Potsdam standesamtlich getraut. Der deutsche und internationale
Hochadel fand sich unter den über 650 Gästen bei einem ökumenischen
Gottesdienst in der Friedenskirche im
Park von Schloss
Sanssouci
 ein. Die kirchliche Trauung wurde vom
öffentlich-rechtlichen Fernsehsender rbb übertragen
und von Rolf
Seelmann-Eggebert
 kommentiert. Aus der Verbindung gingen 2013
die Söhne Carl Friedrich und Louis Ferdinand sowie 2015 die Tochter
Emma Marie hervor,[59][60] 2016
wurde der Sohn Heinrich geboren.

Im Rahmen der
Feierlichkeiten zum 300. Jahrestag des Geburtstages Friedrichs des
Großen im Jahr 2012 wurde Georg Friedrich von Preußen von
Bundespräsident Christian
Wulff
 ins Schloss
Bellevue
 eingeladen.[61]

Georg Friedrich
von Preußen eröffnete im Jahr 2016 eine Ausstellung zum Wiederaufbau
des Berliner Schlosses
 auf der Burg Hohenzollern.[62] Das Berliner
Schloss
 war einst königlich-preußische und später kaiserliche
Residenz. Der Neubau wird nach der Fertigstellung ab dem Jahr 2019
vom Humboldt
Forum
 der Stiftung
Humboldt Forum im Berliner Schloss
 genutzt werden.

Galerie –Die Chefs des
vormaligen Königshauses, die aufgrund der Abschaffung der Monarchie
selbst nicht regierten:

Die
brandenburgisch-preußischen Hohenzollern
Die
Herzöge in Preußen
Regent Herrschaft Bemerkungen

Albrecht I.
 (* 1490; † 1568)
1525–1568 1. Herzog
in Preußen
, Sohn von Friedrich
II.
, dem Markgrafen
von Brandenburg-Ansbach
 und Brandenburg-Kulmbach

Albrecht Friedrich
 (* 1553; † 1618)
1568–1618 2. Herzog in Preußen, letzter Herrscher aus der
preußischen Linie im engeren Sinne

Georg Friedrich I. der Ältere
 (* 1539; † 1603)
1578–1603 vormundschaftlich für Albrecht Friedrich, auch Markgraf
von Brandenburg-Ansbach

Joachim Friedrich
 (* 1546; † 1608)
1603–1608 ab 1603 vormundschaftlich für Albrecht Friedrich,[63] Familienzweig
der Markgrafen
und Kurfürsten von Brandenburg
, Sohn von Johann
Georg von Brandenburg

Johann Sigismund
 (* 1572; † 1619/20)
1608–1618, danach bis 1619 alleiniger Herzog Personalunion zwischen der Mark Brandenburg und dem
Herzogtum Preußen (Belehnung 1611, Herzog 1618)

Georg Wilhelm
 (* 1595; † 1640)
1619–1640 1618 bis 1701 Brandenburg-Preußen

Friedrich Wilhelm
 (* 1620; † 1688)
1640–1688 Beiname: der Große Kurfürst

Friedrich III.
 (* 1657; † 1713)
1688–1701 ab 1701 als Friedrich I. König in Preußen
Die
Könige in und von Preußen
Regent Herrschaft Bemerkungen

Friedrich I.
 (* 1657; † 1713)
1701–1713 erster König in Preußen

Friedrich Wilhelm I.
 (* 1688; † 1740)
1713–1740 Beiname: der Soldatenkönig

Friedrich II.
 (* 1712; † 1786)
1740–1786 Beiname: der Große, volkstümlich auch der alte
Fritz
; ab 1740 König in und ab 1772 König
von Preußen

Friedrich Wilhelm II.
 (* 1744; † 1797)
1786–1797 Sohn von August
Wilhelm

Friedrich Wilhelm III.
 (* 1770; † 1840)
1797–1840

Friedrich Wilhelm IV.
 (* 1795; † 1861)
1840–1861

Wilhelm I.
 (* 1797; † 1888)
1861–1871 ab 1861 König von Preußen, ab 1867 Inhaber des Bundespräsidiums des Norddeutschen
Bundes
, Sohn von Friedrich Wilhelm III.
Deutsche
Kaiser und Könige von Preußen
Regent Herrschaft Bemerkungen

Wilhelm I.
 (* 1797; † 1888)
1871–1888 ab 1871 Deutscher Kaiser

Friedrich III.
 (* 1831; † 1888)
1888

Wilhelm II.
 (* 1859; † 1941)
1888–1918
Chef des
Hauses Hohenzollern
Chef Herrschaft Bemerkungen

Wilhelm II.
 (* 1859; † 1941)
1918–1941 Deutscher Kaiser bis zur Novemberrevolution und
Abdankung im Jahr 1918

Wilhelm
 (* 1882; † 1951)
1941–1951 vormals Deutscher Kronprinz

Louis Ferdinand
 (* 1907; † 1994)
1951–1994

Georg Friedrich
 (* 1976)
seit 1994 Sohn von Louis
Ferdinand junior


Die
schwäbischen Hohenzollern
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→ HauptartikelSchwäbische
Hohenzollern


Die Hohenzollern bis zur Erbteilung von 1576
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Grafschaften und Herrschaften der Hohenzollern 1370

Der von Friedrich
IV. von Zollern
 (* um 1188; † um 1255) begründete Familienzweig
entstand zeitgleich mit der fränkischen Linie. Die fränkischen
Hohenzollern respektive später die brandenburgisch-preußischen
Hohenzollern entwickelten sich nunmehr unabhängig von den
schwäbischen Hohenzollern, womit die gemeinsame Geschichte der
beiden heutigen Linien „von Preußen“ und „von Hohenzollern“ ihr Ende
fand.

Im späten
12. Jahrhundert vergrößerten die Hohenzollern ihren Besitz bis an
den Rhein und
an die untere Donau,
mit Ausläufern im Elsass und am Neckar.[19]Das
Geschlecht gehörte im 13. Jahrhundert zu den mächtigsten Familien im
süddeutschen Raum,[64] die
Grafschaft umfasste einen nicht unbedeutenden Allodialbesitz.[27] Ein
zollerisches Stadtgericht ist in Hechingen 1285, ein Landgericht
1542 nachweisbar.[65]



Klosterkirche Stetten
 bei Hechingen, einst die
Erbgrablege der schwäbischen Hohenzollern

Hechingen wurde
in einer Urkunde von Friedrich
V.
 mit dem Beinamen „der Erlauchte“ vom 31. Dezember 1255
genannt, was als Beleg für das Stadtrecht gilt; außerdem erhielt Balingen im
selben Jahr das Stadtrecht. Das