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Haus Bourbon

Das Haus Bourbon oder die Bourbonen ist der Name eines französischen Adelsgeschlechts, das sieben französische Könige sowie weitere Monarchen anderer europäischer Staaten stellte. Aktuell werden die Staatsoberhäupter von Spanien und Luxemburg von Angehörigen der Bourbonen-Familie gestellt.

Herkunft und Name

Wappen des französischen Königreiches unter den älteren Linien der Kapetinger (der ursprünglichen Hauptlinie und der auf dem Thron nachfolgenden jüngeren Linie Haus Valois)

Das Haus der Bourbonen ist in seinem Mannesstamm eine Nebenlinie des französischen Königsgeschlechtes der Kapetinger, abstammend vom Prinzen Robert von Clermont, dem jüngsten Sohn des französischen Königs Ludwig IX. des Heiligen. Letztlich ist damit Hugo Capet als Stammvater der Kapetinger und seiner Nebenlinien auch der Urvater der Bourbonen. Dies führte unter anderem dazu, dass König Ludwig XVI. während seines Prozesses vor dem Nationalkonvent 1792 mit dem bürgerlichen Namen Louis Capet angesprochen wurde. Die letzten Repräsentanten des Geschlechts der Kapetinger sind heute die noch im Mannesstamm blühenden Bourbonen. Dazu gehören die spanische Linie Bourbon-Anjou mit ihren Seitenzweigen Bourbon-Sizilien und Bourbon-Parma sowie die Linie Bourbon-Orléans mit dem brasilianischen Seitenzweig Haus Orléans-Braganza. Die Bourbonen sind die älteste noch existierende Dynastie Europas, da alle anderen kapetingischen Haupt- oder Nebenlinien (wie das Haus Valois mit dem Seitenzweig Valois-Alençon, das Haus Artois oder das Haus Évreux) mittlerweile im Mannesstamm ausgestorben sind. Das ehemalige portugiesische Königshaus Bragança leitet sich ebenfalls von den Kapetingern ab, es stellt aber eine illegitime Seitenlinie des Älteren Hauses Burgund dar.

 Burg Bourbon-l’Archambault Der Name der Dynastie hat seinen Ursprung in der Burg von Bourbon (lat: Castrum Borboniense, heute Bourbon-l’Archambault), die seit der karolingischen Zeit nachgewiesen werden kann. Im hohen Mittelalter war diese Burg der Stammsitz einer Burgherrenfamilie, die eine Herrschaft (Seigneurie) über ihr Umland errichten konnte (siehe Liste der Herren und Herzöge von Bourbon). Das so entstandene
 Bourbonnais gelangte durch mehrere Erbgänge in den Besitz der Beatrix von Burgund, die selbst dem kapetingischen (älteren) Haus Burgund entstammte. Beatrix wurde 1272 mit dem Prinzen Robert verheiratet und brachte somit das Bourbonnais in dessen Besitz.

Der Familienname resultierte aus einem Handel ihres gemeinsamen Sohnes Ludwig von Clermont, der im Jahr 1327 sein väterliches Erbe, die Grafschaft Clermont, bei König Karl IV. dem Schönen für die Grafschaft La Marche eintauschte. Zu diesem Anlass nahm der König zugleich auch eine Rangerhöhung der Seigneurie Bourbon zu einem Herzogtum vor und stattete es mit der erblichen Würde einer Pairie aus. Zur damaligen Zeit war dies ein einmaliger Vorgang, da bis dahin in Frankreich nur die traditionellen, auf ethnischen Grundlagen basierenden Herzogtümer existierten (Franzien, Burgund, Normandie, Bretagne, Aquitanien, Gascogne und Gothien). Das Bourbonnais wurde für die Familie Herzog Ludwigs I. somit zu ihrem wichtigsten Besitz, und folglich nannten sich alle seine Nachkommen de Bourbon (von Bourbon).