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Haus Wettin

Das Haus Wettin ist eines der ältesten urkundlich nachgewiesenen Geschlechter des deutschen Adels und einer der ältesten des europäischen Hochadels, dem eine besondere Bedeutung für die Landesgeschichte heutiger deutscher Länder wie SachsenThüringenSachsen-Anhalt und Bayern (Coburg) zukommt. Ihren Namen leitet die Dynastie von der Burg Wettin her, gelegen in der Nähe von Halle im Land Sachsen-Anhalt. Seit dem hohen Mittelalter stellte die Dynastie zahlreiche Markgrafen von Meißen, Landgrafen von Thüringen sowie Herzöge und Kurfürsten von Sachsen. Darüber hinaus gingen aus ihr bis zur Neuzeitmehrere Monarchen von Sachsen, PolenBelgienPortugalBulgarien und Großbritannien hervor.

Das seit über tausend Jahren nachweisbare Geschlecht besteht bis heute im direkten Mannesstamm fort, seit 1485 geteilt in zwei Hauptlinien – die ältere ernestinische Linie mit dem hauptsächlichen Herrschaftsgebiet des heutigen Thüringen und die jüngere albertinische
Linie
 mit dem hauptsächlichen Herrschaftsgebiet des heutigen Freistaats Sachsen. Aktuell regierende Monarchen wettinischer Abstammung sind Königin Elisabeth II. von Großbritannien und Nordirland sowie König Philippe von Belgien, die beide der ernestinischen Linie angehören.

Herkunft

Das Haus Wettin kann in seiner Herkunft bis in die zweite Hälfte des 10. Jahrhunderts zurückverfolgt werden. Es ist damit, nach den älteren Welfen und Reginaren (dem Haus Hessen), die wohl einzige noch bestehende Familie Deutschlands, die urkundlich vor der ersten Jahrtausendwende nachgewiesen ist. Die übrigen später großen Dynastien wie

WittelsbacherHabsburgerHohenzollernAskanierOldenburgerObotriten oder Zähringer

erscheinen sämtlich erst nach dem Jahr 1000 in der schriftlichen Überlieferung. Über die frühesten bekannten Stammesältesten der Wettiner ist bei dem Chronisten Thietmar von Merseburg zu lesen, dass der Graf Dedo I. (im Original Daedi comes) (* um 960; † 13. November 1009) der Sohn
eines Dietrich (im Original Thiedrico) war. Beide sollen dem Stamm der sogenannten „Buzici“ angehört haben, dessen genealogische Verbindung zu Adelsgeschlechtern der Sorben im Bereich des Limes Sorabicus ungeklärt ist und die – besiegt, tributpflichtig und untertänig geworden – auch nicht als besonders erwähnenswert angesehen worden wären. Dedo soll in jungen Jahren einem agnatischen Verwandten
im Limes Sorabicus, dem Gaugrafen Rikdag († 985), als Vasall gedient haben.

Über die Herkunft des Dietrich und Dedo de Buzici wurden in der
Geschichtsliteratur mannigfaltige Überlegungen angestellt. Eine Ansicht aus der
Dissertation Friedrich Kurzes von 1886, die Otto
Posse
 in seiner Genealogie des Hauses Wettin (1897) übernahm, bezieht den
Stammesnamen Buzici auf einen „Buco“ oder „Buzo“, der eine Kurzform des
Namens „Burchard“ sein soll, und identifiziert die Buzici daher mit den
Burcharden, Gefolgsleuten der Karolinger seit Karl
dem Großen
. Zwei in der Schlacht
am Kap Colonna
 gegen die Sarazenen (13.
Juli 982) gefallene Adelige, Burchard
IV. im Hassegau
 und Dedi, werden dabei als Brüder Dietrichs I. und der im
Jahr 957 gestorbene Hassegaugraf Dedi
(Téti)
 als ihr gemeinsamer Vater angesehen.[2] Eine
Erweiterung dieser Interpretation dieses lateinischsprachigen Textes führt
Dietrichs Abstammung bis auf einen 908 gegen die Ungarn gefallenen Burchard
von Thüringen
, Markgrafen im Limes
Sorabicus
 in Nachbarschaft zum bayerischen
Nordgau
, zurück.

Eine zweite Ansicht zur Herkunft des Hauses Wettin, die Reinhard
Wenskus
 und Stefan
Pätzold
 vertreten, führt die Buzici ebenfalls auf den Leitnamen
Burchard zurück und hält Dietrich für einen Sohn des schwäbischen Herzogs Burchard
III.
 († 973) aus dem Geschlecht der Burchardinger,
der nach 926 einige Zeit in Sachsen verbrachte und aus einer urkundlich nicht
belegten ersten Ehe mit einer Immedingerin namens
Wieltrud stammen soll. Zur Stützung dieser Herkunftheorie der Buzici wird
angeführt, dass in der Vorrede des, allerdings erst im 13. Jahrhundert
entstandenen, Sachsenspiegels das
Haus Wettin zu den fränkischen Geschlechtern gezählt wird. Eine dritte
Herkunftstheorie, die im Lexikon
des Mittelalters
 vertreten wird, sieht Dietrich als Sohn des Harzgaugrafen Volkmar (Folcmar,
um 945). Dafür spricht, dass der agnatische Verwandte Rikdag als
Angehöriger der Harzgaugrafen gilt, einer Sippe, die sich bis ins 9. Jahrhundert
zurückverfolgen lässt.


Heinrich der Erlauchte, Markgraf von Meißen und Landgraf von
Thüringen, dargestellt im Codex
Manesse
, 13. Jahrhundert

Name[Bearbeiten | Quelltext
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]

Die Grundherrschaft Wettin
im Gau
Nudzici
 wird erstmals in einer am 29. Juli 961 ausgestellten Urkunde von
Kaiser Otto
I. dem Großen
 schriftlich erwähnt.[3] Der
Kaiser bestimmte darin, dass unter anderem auch der von Wettin eingezogene Kirchenzehnt an
das Kloster
St. Moritz
 zu Magdeburg zu
entrichten sei. Die Grundherrschaft Wettin gehörte kurze Zeit später der
meißnischen Mark des Grafen Rikdag an,
in dessen Dienst unter anderem der ihm agnatisch anverwandte Dedo I. stand.
Offenbar hatte dieser die Grundherrschaft von dem Markgrafen als Allod erhalten,
das fortan in der Familie erblich blieb. Der Stammsitz der frühen Wettiner war
allerdings zunächst die Burg
Eilenburg
, die Dedo
II.
 als ältester Sohn Dietrichs
II.
 erbte. Der Eilenburger Zweig der Sippe erlangte später die
Markgrafschaft Meißen, starb aber schon bald 1123 im Mannesstamm aus.

Ein jüngerer Sohn Dietrichs II. war Thimo,
der neben anderen Gütern der Familie auch die Burg Wettin von seinem Vater
geerbt hatte. Von ihm stammten letztlich alle nachfolgenden Generationen der
Wettiner ab und offenbar diente für ihn die namensgebende Burg bereits als
bevorzugter Stammsitz. Denn Thimo war der erste seiner Familie der schon in
zeitgenössischen Chroniken als „Graf von Wettin“ bekannt war.[4] Ableitend
vom Namen dieser Stammburg wurden die Nachkommen und auch rückwirkend die
Vorfahren Thimos nun „Wettiner“ genannt, ein Familienname der sich spätestens im
13. Jahrhundert als allgemein gebräuchlich für diese Familie durchgesetzt hatte,
wie die in dieser Zeit entstandene Genealogie der frühen Wettiner, die Genealogica
Wettinensis
, zeugt.[5]

Aufstieg und Teilung[Bearbeiten | Quelltext
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]

Unter die führenden deutschen Dynastien etablierten sich die Wettiner ab Konrad
dem Großen
, der nach einem siegreichen Machtkampf gegen Wiprecht
von Groitzsch
 mit der Unterstützung des Sachsenherzogs Lothar
von Süpplingenburg
 die Markgrafschaft
Meißen
 an sich bringen konnte, mit der er 1125 von Kaiser Heinrich
V.
 auch offiziell beliehen wurde. Die Mark Meißen gaben die Wettiner fortan
nicht mehr aus der Hand, sie wurde zum Ausgangspunkt ihrer Expansion in den
thüringischen Raum. Die Burg
Wettin
 hingegen kam nach dem Aussterben der Wettiner Grafenlinie im Jahr
1217 im Erbgang an die wettinischen Grafen
von Brehna
. Otto IV. von Brehna verkaufte am 14. November 1288 die
Grafschaft Wettin an den Erzbischof
von Magdeburg
. Sie wurde in ein erzbischöfliches Amt umgewandelt.

Aus dem thüringisch-hessischen
Erbfolgekrieg
 siegreich hervorgegangen, konnte Markgraf Heinrich
der Erlauchte
 im 13. Jahrhundert auch die Landgrafschaft
Thüringen
 für seine Dynastie gewinnen. Friedrich
der Freidige (der Gebissene)
 und sein Bruder Dietrich
(Diezmann)
 konnten die Hausmacht der Wettiner erfolgreich gegen König Albrecht
I. von Habsburg
 in der siegreichen Schlacht
bei Lucka
 am 31. Mai 1307 verteidigen. Durch die Übertragung des Herzogtums
Sachsen-Wittenberg
 im Jahr 1423 an Friedrich
den Streitbaren
 konnten sich die Wettiner schließlich aufgrund der damit
verbundenen sächsischen
Kurwürde
 unter die deutschen Kurfürsten einreihen.

Wie auch unter anderen deutschen Häusern üblich, teilten die Wettiner regelmäßig
ihre Besitzungen unter Söhnen und Brüdern auf, was häufig zu Spannungen führte.
Nach dem Tod von Friedrich
IV.
 führten Uneinigkeiten zwischen seinen Neffen Friedrich
II.
 und Wilhelm
III.
 zur Altenburger
Teilung
. Trotz des Halleschen
Machtspruchs
 im Jahr 1445 eskalierte der Konflikt später bis zum Sächsischen
Bruderkrieg
.

Als besonders folgenschwer sollte sich die sogenannte „Leipziger
Teilung
“ im Jahr 1485 erweisen, in der Kurfürst Ernst mit
seinem jüngeren Bruder Albrecht
dem Beherzten
 eine Teilung der wettinischen Lande vereinbarte. Ernst sollte
dabei vor allem die Landgrafschaft Thüringen und das Herzogtum
Sachsen-Wittenberg einschließlich der mit ihm verbundenen unteilbaren Kurwürde
übernehmen. Albrecht übernahm die Mark Meißen einschließlich des Titels „Herzog
von Sachsen“. Im Gegensatz zu den zuvor erfolgten Teilungen hat sich diese
dauerhaft dynastisch verfestigt.

Die
mittelalterlichen Wettiner
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Name
(Lebensdaten)
Verwandtschaft Titel


Dietrich I. (Thiedrico)

(† wohl vor 976/966)


Dedo I. (Daedi)

(* um 960; † 13. November 1009)
Sohn des Vorgängers Graf von Merseburg


Dietrich II.

(* um 990; † 19. November 1034)
Sohn des Vorgängers Graf im Hassegau und Markgraf der Lausitz (Dietrich I.)


Dedo II.

(* um 1010; † 1075)
Sohn des Vorgängers Graf von Eilenburg und der Gaue Siusili, Serimunt und Nizizi, Markgraf
der Lausitz (Dedo I.)

Dedo III.

(† 1069)
erster Sohn Dedo II. Markgraf der Lausitz (Dedo II.)


Heinrich I. der Ältere

(* um 1070; † 1103)
zweiter Sohn Dedo II. Markgraf der Lausitz und von Meißen


Heinrich II. der Jüngere

(* 1103; † 1123)
Sohn des Vorgängers Markgraf der Lausitz und von Meißen

Thimo

(* vor 1034; † 1091 oder 1118)
Sohn Dietrich II. Graf von Wettin, Brehna und Kristritz

Dedo IV.

(† 16. Dezember 1124)
erster Sohn Thimos Graf von Wettin und Groitzsch


Konrad der Große

(* um 1098; † 5. Februar 1157)
zweiter Sohn Thimos Graf von Wettin und Markgraf von Meißen und der Lausitz


Otto der Reiche

(* 1125; † 18. Februar 1190)
Sohn des Vorgängers Markgraf von Meißen


Albrecht I. der Stolze

(* 1158; † 24. Juni 1195)
Sohn des Vorgängers Markgraf von Meißen


Dietrich der Bedrängte

(* 1162; † 18. Februar 1221)
Bruder des Vorgängers Markgraf von Meißen und von der Lausitz (Dietrich III.)


Heinrich III. der Erlauchte

(* um 1215; † 15. Februar 1288)
Sohn des Vorgängers Markgraf von Meißen und von der Lausitz (Heinrich IV.), Landgraf von
Thüringen und Pfalzgraf von Sachsen


Albrecht II. der Entartete

(* 1240; † 1314/1315)
Sohn des Vorgängers Landgraf von Thüringen und Markgraf von Meißen


Friedrich I. der Freidige / der Gebissene

(* 1257; † 16. November 1323)
Sohn des Vorgängers Landgraf von Thüringen und Markgraf von Meißen


Friedrich II. der Ernsthafte

(* 30. November 1310; † 18. November 1349)
Sohn des Vorgängers Landgraf von Thüringen und Markgraf von Meißen


Friedrich III. der Strenge

(* 14. Dezember 1332; † 21. Mai 1381)
erster Sohn Friedrichs des Ernsthaften Landgraf von Thüringen und Markgraf von Meißen

Balthasar

(* 21. Dezember 1336; † 18. Mai 1406)
zweiter Sohn Friedrichs des Ernsthaften Landgraf von Thüringen und Markgraf von Meißen

Wilhelm I. der Einäugige

(* 19. Dezember 1343; † 9. Februar 1407)
dritter Sohn Friedrichs des Ernsthaften Markgraf von Meißen

Friedrich IV. der Friedfertige

(* 1384; † 7. Mai 1440)
Sohn von Balthasar Landgraf von Thüringen


Friedrich IV. / I. der Streitbare

(* 11. April 1370; † 4. Januar 1428)
erster Sohn Friedrichs des Strengen Markgraf von Meißen und Landgraf von Thüringen. Auf ihn wurde 1423 das
sächsische Herzogtum und die mit ihm verbundene Kurwürde übertragen.

Wilhelm II. der Reiche

(* 23. April 1371; † 30. März 1425)
zweiter Sohn Friedrichs des Strengen Markgraf von Meißen


Friedrich II. der Sanftmütige

(* 22. August 1412; † 7. September 1464)
erster Sohn Friedrichs des Streitbaren Herzog und Kurfürst von Sachsen, Markgraf von Meißen, Landgraf von
Thüringen

Wilhelm III. der Tapfere

(* 30. April 1425; † 17. September 1482)
zweiter Sohn Friedrichs des Streitbaren Landgraf von Thüringen
Die „Leipziger Teilung“ begründete die bis heute fortbestehende Trennung
der Wettiner in die ältere ernestinische Linie und die jüngere
albertinische Linie.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext
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]

Ernestiner[Bearbeiten | Quelltext
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]

→ HauptartikelErnestiner und Ernestinische
Herzogtümer

Die von Kurfürst Ernst abstammende ältere „ernestinische Linie“ erlangte
insbesondere durch ihren Schutz für die Reformation im
16. Jahrhundert eine besondere historische Bedeutung. Kurfürst Friedrich
der Weise
 bot dem Reformator Martin
Luther
 auf der Wartburg sicheres
Asyl vor der Verfolgung Kaiser Karls
V.
 Dadurch gerieten die Ernestiner allerdings auch in einen Gegensatz zu
ihren albertinischen Vettern, die in den nun ausbrechenden Konfessionskämpfen
zunächst der kaiserlich-katholischen Seite die Treue hielten. Dies hatte zur
Folge, dass den Ernestinern 1547 die sächsische Kurwürde entzogen wurde, die auf
den Albertiner Moritzübertragen
wurde. Gleichwohl ging auch dieser später zur protestantischen
Seite
 über.

Die Ernestiner behielten allerdings den sächsischen Herzogstitel bei, der auf
alle männlichen Mitglieder der Familie übertragen werden konnte. Durch
fortgesetzte Praxis der Erbteilung entstanden in den folgenden Jahrhunderten
mehrere sächsische Herzogtümer auf thüringischen Boden (siehe Hauptartikel: Ernestinische
Herzogtümer
). Aufgrund dieser Teilungen verloren die Ernestiner allerdings
ihre politische Bedeutung. Wie in ganz Deutschland auch wurde die Monarchie in
Thüringen nach dem Ende des Ersten
Weltkriegs
 im Zuge der Novemberrevolution 1918
abgeschafft und der Freistaat Thüringen proklamiert.



Ernestinische Kurfürsten von Sachsen
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]

Bild Name
(Lebensdaten)
Verwandtschaft Titel

1441 Ernst.jpg


Ernst

(* 24. März 1441; † 26. August 1486)
erster Sohn Friedrichs des Sanftmütigen Kurfürst von Sachsen, Landgraf von Thüringen und Markgraf von Meißen

Lucas Cranach d. Ä. 097.jpg


Friedrich III. der Weise

(* 17. Januar 1463; † 5. Mai 1525)
Sohn des Vorgängers Kurfürst von Sachsen und Landgraf von Thüringen

Lucas Cranach d.Ä. - Kurfürst Johann der Beständige von Sachsen.jpg


Johann der Beständige

(* 13. Juni 1468; † 16. August 1532)
Bruder des Vorgängers Kurfürst von Sachsen und Landgraf von Thüringen

Lucas Cranach d.J. - Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige von Sachsen (1578).jpg


Johann Friedrich der Großmütige

(* 30. Juni 1503; † 3. März 1554)
Sohn des Vorgängers Kurfürst von Sachsen und Landgraf von Thüringen. Verlor 1547 die
sächsische Kurwürde an die albertinische Linie und trug seither den
Titel eines „Herzogs von Sachsen“.


Ernestiner in
Europa (Coburger)
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]

Die ernestinische Linie der Wettiner gelangte erst im 19. Jahrhundert durch eine
weitgreifende Heiratspolitik wieder zu einer europäischen Bedeutung, indem nicht
nur ihre weiblichen Mitglieder in regierende Fürstenhäuser hinein, sondern auch
ihre männlichen Vertreter die Erbinnen von Königsthronen heiraten konnten oder
direkt auf die Throne unabhängig gewordener Monarchien gesetzt wurden. Hervor
taten sich dabei ausschließlich die Angehörigen des Zweigs der Herzöge
von Sachsen-Coburg und Gotha
.

Belgien[Bearbeiten | Quelltext
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]

Die belgische Linie begründete Prinz Leopold Georg von Sachsen-Coburg und Gotha,
der 1831 vom Nationalkongress der gerade unabhängig gewordenen Belgier als Leopold
I.
 zu deren König gewählt wurde. Seine Nachkommen stellen bis heute die
Könige der Belgier.

Portugal[Bearbeiten | Quelltext
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]

Zwei Neffen Leopolds gewannen durch ihre Ehen, die er maßgeblich vermittelt
hatte, je einen europäischen Thron. Prinz Ferdinand August von
Sachsen-Coburg-Gotha heiratete 1836 Königin Maria
II. von Portugal
 und wurde als Ferdinand
II.
 deren Mitkönig. Seine Nachkommen stellten bis zur Abschaffung der
Monarchie und der Proklamation der Republik 1910 die letzten Könige von
Portugal. Mit König Manuel
II.
 starb zudem die portugiesische Linie im Mannesstamm aus, die
Prätendentschaft auf den Thron ging wieder auf die Vertreter des alten Königshauses
Braganza
 über.


Großbritannien[Bearbeiten | Quelltext
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]

Leopolds zweiter erfolgreich vermittelter Neffe war Prinz Albert
von Sachsen-Coburg und Gotha
, der 1840 die Königin Victoria
von Großbritannien
 heiratete. Wenngleich er selbst die Position des
Prinzgemahls einnahm, wurde durch die Thronbesteigung ihres Sohnes Eduard
VII.
 das „Haus Sachsen-Coburg und Gotha“ auf dem britischen Thron begründet,
das während des Ersten Weltkriegs aufgrund antideutscher Stimmungen den Namen „Windsor
annahm. Aktuelle Vertreterin ist Königin Elisabeth
II.
, die zugleich auch die letzte britische Wettinerin im agnatischen Stamm
auf dem Thron sein wird, da ihre Erben über den Prinzgemahl Prinz
Philip
dem ebenfalls in Europa weitverzweigten oldenburgischen
Geschlecht
 angehören und den Namen Mountbatten-Windsor führen
werden. Vertreten werden die Wettiner in Britannien zukünftig durch die Dukes
of Gloucester
 und Dukes
of Kent
.

Bulgarien[Bearbeiten | Quelltext
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]

Ein Großneffe des Prinzen Albert war Prinz Ferdinand Maximilian von
Sachsen-Coburg und Gotha-Koháry. Er wurde 1887 als Ferdinand
I.
 mit österreichischer Unterstützung zum Fürsten von Bulgarien,
zu dessen Zaren er sich nach der Unabhängigkeit des Landes vom osmanischen Reich
1908 erhob. Die Monarchie wurde nach dem Ende des Zweiten
Weltkriegs
 1946 abgeschafft, der letzte Zar und aktuelle Prätendent Simeon
Sakskoburggotski (Simeon II.)
 amtierte zwischen 2001 und 2005 als
Ministerpräsident von Bulgarien.



Familienoberhäupter der Ernestiner
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]


Haus Sachsen-Weimar


Michael-Benedikt von Sachsen-Weimar und Eisenach

Senior-Wettiner
(* 15. November 1946)

Haus Sachsen-Meiningen


Konrad von Sachsen-Meiningen

Haus Sachsen-Coburg und Gotha


Andreas von Sachsen-Coburg und Gotha

(* 21. März 1943)

Haus Windsor


Richard, Duke of Gloucester

(* 26. August 1944)

Albertiner[Bearbeiten | Quelltext
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]

→ HauptartikelAlbertiner

Das große Wappen des Königreichs
Sachsen
 (bis 1918)

Im Gegensatz zu den Ernestinern hatten es die albertinischen Wettiner
verstanden, die Schwächung ihrer Hausmacht durch größere Erbteilungen zu
vermeiden. Sie erhielten sich dadurch eine Position unter den führenden
Territorialfürsten Deutschlands bei. Durch geschicktes politisches und
militärisches Taktieren erreichte Moritz 1547
gar vom Kaiser die Übertragung der sächsischen Kurwürde, die fortan mit dem
albertinisch-meißnischen Land verbunden blieb. Barockfürst Friedrich
August der Starke
 gelangte 1697 als erster Wettiner überhaupt zur
Königswürde, indem er sich seine Wahl zum König von Polen erkaufte. Unter ihm
erreichte Kursachsen eine kulturelle und politische Blüte. Infolge der Auflösung
des Heiligen
Römischen Reichs Deutscher Nation
 in den napoleonischen Kriegen 1806 nahm Friedrich
August der Gerechte
 den Königstitel an und begründete das Königreich
Sachsen
. Die mit dem Ende Napoleon
Bonapartes
 verbundene Niederlage Sachsens in der Völkerschlacht bei
Leipzig 1813 kostete das Land einen großen Teil seines Gebiets, und nach dem
Sieg Preußens in
der Schlacht
von Königgrätz
 1866 geriet es unter dessen Einfluss.

Im Jahr 1871 trat das Königreich Sachsen als Bundesstaat dem Deutschen
Reich
 bei. Wie in ganz Deutschland auch wurde die Monarchie in Sachsen nach
dem Ende des Ersten Weltkriegs im Zuge der Novemberrevolution 1918
abgeschafft und der Freistaat Sachsen proklamiert.

Im Zuge der Fürstenenteignung wurden
sämtliche königlichen Schlösser – mit Ausnahme von Moritzburg –
in Staatseigentum überführt. Der letzte König, Friedrich
August III.
, verstarb 1932 in seinem privaten Schloss Sibyllenort in
Schlesien; sein Sohn Friedrich
Christian
 bewohnte in Dresden das ebenfalls private Schloss
Wachwitz
, während die Königliche
Villa in Strehlen
 vermietet wurde.



Albertinische Kurfürsten und Könige von Sachsen
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]

Bild Name
(Lebensdaten)
Verwandtschaft Titel

Herzog-Albrecht-der-Beherzt.jpg

Albrecht der Beherzte

(* 31. Juli 1443; † 12. September 1500)
zweiter Sohn Friedrichs des Sanftmütigen Markgraf von Meißen und Herzog von Sachsen

Georg der Bärtige 2.jpg

Georg der Bärtige

(* 27. August 1471; † 17. April 1539)
Sohn des Vorgängers Markgraf von Meißen und Herzog von Sachsen

Lucas Cranach d. Ä. 042 small.jpg

Heinrich der Fromme

(* 16. März 1473; † 18. August 1541)
Bruder des Vorgängers Markgraf von Meißen und Herzog von Sachsen

Moritz-von-Sachsen-1578.jpg


Moritz

(* 21. März 1521; † 11. Juli 1553)
Sohn des Vorgängers Markgraf von Meißen und Herzog von Sachsen. Ihm wurde 1547 die
sächsische Kurwürde übertragen.

Lucas Cranach d. J. 004.jpg


Vater August

(* 31. Juli 1526; † 11. Februar 1586)
Bruder des Vorgängers Kurfürst von Sachsen

Christian I of Saxony.jpg


Christian I.

(* 29. Oktober 1560; † 25. September 1591)
Sohn des Vorgängers Kurfürst von Sachsen

Kurfürst Christian II. von Sachsen (Porträt).jpg


Christian II.

(* 23. September 1583; † 23. Juni 1611)
Sohn des Vorgängers Kurfürst von Sachsen

Johann Georg I Saxony.jpg


Johann Georg I.

(* 5. März 1585; † 8. Oktober 1656)
Bruder des Vorgängers Kurfürst von Sachsen

Johan Georg II Johann Fink, vor 1675.jpg


Johann Georg II.

(* 10. Juni 1613; † 22. August 1680)
Sohn des Vorgängers Kurfürst von Sachsen

1647 Johann Georg.JPG


Johann Georg III.

(* 20. Juni 1647; † 12. September 1691)
Sohn des Vorgängers Kurfürst von Sachsen

Johann Georg IV. Kurfürst von Sachsen.jpg


Johann Georg IV.

(* 18. Oktober 1668; † 27. April 1694)
Sohn des Vorgängers Kurfürst von Sachsen

Friedrich August der Starke von Polen.jpg


Friedrich August I. der Starke

(* 12. Mai 1670; † 1. Februar 1733)
Bruder des Vorgängers Kurfürst von Sachsen und König von Polen (August II.)

August III.jpg


Friedrich August II.

(* 17. Oktober 1696; † 5. Oktober 1763)
Sohn des Vorgängers Kurfürst von Sachsen und König von Polen (August III.)

Anton Raphael Mengs 006.jpg


Friedrich Christian

(* 5. September 1722; † 17. Dezember 1763)
Sohn des Vorgängers Kurfürst von Sachsen

Fryderyk August I.jpg


Friedrich August III. / I. der Gerechte

(* 23. Dezember 1750; † 5. Mai 1827)
Sohn des Vorgängers Kurfürst und König von Sachsen. Nach Auflösung des Heiligen Römischen
Reichs 1806 zum König von Sachsen erhoben.

Anton-sachsen.jpg


Anton

(* 27. Dezember 1755; † 6. Juni 1836)
Bruder des Vorgängers König von Sachsen

Friedrich August II of Saxony.jpg


Friedrich August II.

(* 18. Mai 1797; † 9. August 1854)
Neffe des Vorgängers König von Sachsen

Louis Ferdinand von Rayski - König Johann von Sachsen, 1870.jpg


Johann

(* 12. Dezember 1801; † 29. Oktober 1873)
Bruder des Vorgängers König von Sachsen

König Albert von Sachsen (Porträt).jpg


Albert

(* 23. April 1828; † 19. Juni 1902)
Sohn des Vorgängers König von Sachsen

Georg von Sachsen 1895.jpg


Georg

(* 8. August 1832; † 15. Oktober 1904)
Bruder des Vorgängers König von Sachsen

Friedrich August III van Saksen.jpg


Friedrich August III.

(* 25. Mai 1865; † 18. Februar 1932)
Sohn des Vorgängers König von Sachsen

Panorama-Montage des Fürstenzugs,
der Darstellung der tausendjährigen Geschichte des Fürstenhauses
Wettin




Familienoberhaupt der Albertiner (Haus Sachsen) und Nachfolgestreit
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vereinfachte Stammtafel

















Friedrich August III.

letzter König von Sachsen
(* 25. Mai 1865; † 18. Februar 1932)
































































Friedrich Christian Prinz von Sachsen

„Markgraf von Meißen“
(* 31. Dezember 1893; † 9. August 1968)
















Ernst Heinrich Prinz von Sachsen

Herzog zu Sachsen
(9. Dezember 1896; † 14. Juni 1971)




































































Maria Emanuel Prinz von Sachsen

„Markgraf von Meißen“
(* 31. Januar 1926; † 23. Juli 2012)

Maria Anna von Sachsen
(* 13. Dezember 1929; † 13. März 2012)

Roberto Afif
„Prinz von Gessaphe“
(1916–1978)


Albrecht Joseph (Albert) Prinz von Sachsen

„Markgraf von Meißen“
(* 30. November 1934; † 6. Oktober 2012)



Dedo Prinz von Sachsen
Herzog zu Sachsen
(* 9. Mai 1922; † 6. Dezember 2009)

Timo Prinz von Sachsen
Herzog zu Sachsen
(* 22. Dezember 1923; † 22. April 1982)

Gero Prinz von Sachsen
Herzog zu Sachsen
(* 12. September 1925; † 10. April 2003)










































Alexander Prinz von Sachsen-Gessaphe
(* 12. Februar 1954)













Rüdiger
Prinz von Sachsen
Herzog zu Sachsen
(* 23. Dezember 1953)


Da Maria
Emanuel Markgraf von Meißen
 und sein Bruder Albert
Prinz von Sachsen
 keine Nachkommen hatten und die Vettern aus der
„Moritzburger Linie“ aus unebenbürtigen Verbindungen
stammten, erwog Maria Emanuel zunächst die Adoption des Sohnes seiner Schwester
Mathilde, Johannes Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha (1969–1987), der jedoch
jung bei einem Skiunfall ums Leben kam. 1999 adoptierte er
dann seinen Neffen Alexander Afif, Sohn seiner Schwester Anna (1929–2012), deren
Ehemann Roberto Afif behauptete, libanesisch-maronitischem Adel
zu entstammen und sich – ohne genealogischen Nachweis – den Titel „Prinz von
Gessaphe“ zugelegt hatte. Maria Emanuel erklärte diesen Neffen nach einer notariell beglaubigten
Übereinkunft der meisten Mitglieder des Haus Wettin Albertinische Linie e. V. gemäß
den Satzungen des Hauses Wettin zu seinem unmittelbaren Nachfolger als Hauschef.[7] Den
Ausschlag für den Neffen hatte wohl dessen Eheschließung mit Gisela Prinzessin
von Bayern (* 1964) gegeben. Der Bruder des Adoptierten, der Jurist Karl
August Prinz von Sachsen-Gessaphe
, verfasste dazu ein unterstützendes
Rechtsgutachten.[8]

Da die wettinische Abkunft des „Prinzen von Sachsen-Gessaphe“ nur durch seine
Mutter begründet und er somit kein agnatischer Wettiner ist, wird diese
Erbverfügung von den (nach den Wettiner Hausgesetzen unebenbürtigen)
Nachkommen des Prinzen Ernst
Heinrich von Sachsen
 angefochten.[9][10][11] Maria
Emanuels jüngerer Bruder Albert, zu diesem Zeitpunkt bereits unter starken
gesundheitlichen Einschränkungen leidend, wurde von verschiedenen Seiten
gedrängt, seine notariell beglaubigte Zustimmung zur Nachfolgeregelung
zurückzuziehen. In Folge erklärte er sich nach dem Tod seines Bruders Maria
Emanuel selbst zum Chef des Hauses Wettin albertinischer Linie; bereits drei
Monate später starb er. Ungeachtet der für die Familie geltenden Hausgesetze
wollte er im nicht erbberechtigten Rüdiger Prinz von Sachsen (* 1953) seinen
dynastischen Nachfolger sehen.

Rüdiger ist ein Enkel des Prinzen Ernst
Heinrich von Sachsen
. Letzterer lebte mit seinen drei Söhnen Dedo
(1922–2009), Gero (1925–2003) und dem später unebenbürtig verheirateten Timo
(1923–1982) bis 1945 auf Schloss
Moritzburg
. Nach dem Gutachten des Münsteraner Rechtshistorikers Heinz
Holzhauer sehen sich Timos Nachfahren, die sich mittlerweile im „Verein Agnaten des
Hauses Wettin albertinische Linie e. V.“ zusammengeschlossen haben, als
Nachkommen des letzten Sachsenkönigs in direkter männlicher Linie als die einzig
rechtmäßigen Nachfolger der albertinischen Linie des Hauses Wettin an, auch wenn
ihre und ihres direkten Vorfahren Timos Eheschließungen sie nach den Maßstäben
des für die Wettiner geltenden Hausgesetzes als
morganatisch
von der Erb- und Thronfolge – wie auch von der Mitgliedschaft im Hause Wettin –
ausschließen. Ebenso lautet jedoch § 13 des „Königlich Sächsischen Hausgesetzes
vom 30. Dezember 1837“ (Königlich Sächsisches Gesetzesblatt, 1838, S. 60ff.):
„Keinem Mitgliede des Königlichen Hauses ist eine Adoption gestattet.“ Daraus
folgern Timos Nachfahren: betrachte man die (eigenmächtige) Änderung des
Hausgesetzes mit einer Legitimierung nicht ebenbürtiger Ehen
als wirksam, die (ebenso eigenmächtige) Hausgesetzänderung Maria Emanuels mit
der Abschaffung des uralten Nachfolgegesetzes der Lex
Salica
 (Mannesstammprinzip) indes als unwirksam, so seien die Albertiner im
Mannesstamm noch nicht erloschen. Auf Maria Emanuel sei demnach sein Bruder Albert
von Sachsen
 als Oberhaupt der Albertiner und Markgraf von Meißen gefolgt.
Da aber auch Alberts Ehe mit Elmira kinderlos blieb, sei auf diesen, gemäß dem
männlichen Erbfolgeprinzip wie auch entsprechend seiner Nachfolgebestimmung,
Rüdiger, der Sohn seines Cousins Timo Prinz von Sachsen Herzog zu Sachsen als
Chef des vormaligen sächsischen Königshauses gefolgt. Rüdiger von Sachsen
erklärte sich daher zum Haus-Chef, trat die Position jedoch an seinen Sohn,
Daniel von Sachsen, ab.[12]

Nach Einschätzung des Deutschen
Adelsrechtsausschusses
 ist nach den Maßstäben des historischen Hausgesetzes
keine lebende Person mehr adelsrechtlich befugt,
den Titel eines „Markgrafen von Meißen“ zu führen.[13] Auch
„Königliche Hoheit“ sollte sich demnach von den lebenden Nachkommen der
Albertinischen Wettiner niemand nennen.[14] Rüdiger
Prinz von Sachsen hat daraufhin (im Unterschied zu seinem Vetter 2. Grades
Alexander) vorerst davon abgesehen, den (heute ohnehin nur inoffiziellen) Titel Markgraf
von Meißen
 zu führen. Die Frage der Wirksamkeit der Hausgesetzänderungen hat
der Deutsche Adelsrechtsausschuss in seinem Zwischengutachten jedoch noch nicht
abschließend bewertet.[15] Ranghöchster
Vertreter des Hauses Wettin sei daher nun der Ernestiner Michael-Benedikt
von Sachsen-Weimar-Eisenach
 als nachfolgeberechtigter Chef des Gesamthauses
Wettin: Die sächsisch-thüringische Teilung des Hauses Wettin, die die Brüder
Herzog Albrecht (1443–1500) und Kurfürst Ernst (1441–1486) 1485 vollzogen haben,
sei seit dem Tod von Maria Emanuel Markgraf von Meißen bzw. seines Bruders
Albrecht Joseph (Albert) Markgraf von Meißen im Jahr 2012 beendet. Das
dynastische Haus Wettin beschränke sich jetzt nur noch auf die
thüringischen Linien, deren linienältester Chef Michael-Benedikt von
Sachsen-Weimar-Eisenach ist.[16] Dieser
ist freilich ebenso wenig hausgesetzmäßig verheiratet wie seine
voraussichtlichen Nachfolger aus der Weimarer Linie.

Die Oberhäupter der drei noch existierenden ernestinischen Familienzweige (des
Großherzoglichen Hauses Sachsen-Weimar-Eisenach, des Herzoglichen Hauses Sachsen-Coburg
und Gotha
 und des Herzoglichen Hauses Sachsen-Meiningen) stellten in
einer Erklärung vom 23. Juni 2015 für sich und ihre Häuser „nach den
maßgeblichen Grundsätzen des historischen Fürsten- und Hausrechts“ fest, dass
Alexander Prinz von Sachsen (vormals Alexander Prinz von Sachsen-Gessaphe bzw.
Alexander Afif) als adoptierter Prinz von Sachsen nicht dem Adel angehöre,
sondern nicht-adeliger Namensträger sei, dass er nicht Mitglied des Hauses
Wettin sei und dass er dem 2012 verstorbenen Markgrafen Maria Emanuel von
Meißen, Prinz von Sachsen, Herzog zu Sachsen, weder als Oberhaupt der
Albertinischen Linie des Hauses Wettin (vormals Königliches Haus Sachsen) noch
als Träger des diese Hauschef-Würde kennzeichnenden Titels Markgraf von
Meißen
 nachgefolgt sei.[17]

Hinter dem Streit steht nicht nur die Auseinandersetzung um das
Mannesstammprinzip des salischen Erbfolgerechts und um letztlich obsolete
Ebenbürtigkeitsfragen (obsolet angesichts der Heiratspraxis heutiger Thronfolger
und Monarchen), die Frage hat vielmehr auch einen konfessionellen Hintergrund,
da die Nachfahren des Ernst Heinrich von Sachsen im 20. Jahrhundert zum
evangelischen Glauben rekonvertiert sind und damit die Konversion der Albertiner
zum Katholizismus (durch August
den Starken
 1697) für sich rückgängig gemacht haben, wobei sie sich auf das
frühe Bekenntnis Heinrichs
des Frommen
 zum Luthertum (von 1536) berufen können. Daher soll Papst Franziskus 2015
durch die Gewährung einer Audienz für den katholischen Alexander Prinz von
Sachsen und seine Familie dessen Ansprüche unterstützt haben.[18]

Weitere bekannte
Wettiner
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Maurice de Saxe-Jean Etienne Liotard-f4193857.jpg

Moritz Graf von Sachsen
 (franz: Maurice de Saxe; * 28.
Oktober 1696, † 30. November 1750)

Marschall von Frankreich
, unehelicher Sohn von Kurfürst Friedrich
August I. von Sachsen

Maria Amalia of Saxony, Queen consort of Naples and Sicily; Queen consort of Spain.jpg

Maria Amalia von Sachsen
 (sp: María Amalia de Sajonia; * 24.
November 1724, † 27. September 1760)
Königin von Neapel-Sizilien sowie Königin von Spanien, Tochter von
Kurfürst Friedrich August II. von Sachsen.

Frédou Marie-Josèphe de Saxe.jpg

Maria Josepha von Sachsen
 (franz: Marie Josèphe de Saxe; * 4.
November 1731, † 13. März 1767)
Dauphine de France, Tochter von Kurfürst Friedrich August II. von
Sachsen

Anonym Albert von Sachsen-Teschen.jpg

Albert von Sachsen
 (* 11. Juli 1738, † 10. Februar 1822)
Herzog von Teschen, Sohn von Kurfürst Friedrich August II. von Sachsen

Prince Albert - Franz Xaver Winterhalter 1842.jpg

Albert von Sachsen-Coburg und Gotha
 (* 26. August 1819, † 14.
Dezember 1861)
britischer Prinzgemahl, Sohn von Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg und
Gotha




Wettiner Linien und Fürstentümer 1485–1918 (Grafik)
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Überblick über die einzelnen durch Erbteilungen entstandenen
Linien und Fürstentümer der Wettiner, seit der Bildung der Ernestiner und
Albertiner Linien in der Leipziger
Teilung
 1485, sowie deren Vererbungen bei ihrem jeweiligen Aussterben (zum
Vergrößern bitte auf das Bild klicken)
.

Zweige der Ernestiner und Albertiner Linien seit 1485


Grabstätten der Wettiner[Bearbeiten | Quelltext
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]

Diese Liste führt die Grabstätten der Albertiner auf.

Name Lebensdaten Bestattungsort


Markgraf Konrad der Große
1098–1157
Kloster Petersberg

Luitgard von Schwaben
† 1146
Kloster Petersberg


Markgraf Otto der Reiche
1125–1190 Fürstenkapelle Kloster
Altzella

Hedwig von Ballenstedt
1140–1203 Fürstenkapelle Kloster
Altzella


Markgraf Albrecht der Stolze
1158–1195 Fürstenkapelle Kloster
Altzella

Sophie von Böhmen
† 1195 Fürstenkapelle Kloster
Altzella


Markgraf Dietrich der Bedrängte
1162–1221 Fürstenkapelle Kloster
Altzella

Jutta von Thüringen
1184–1235
Kloster Veßra


Markgraf Heinrich der Erlauchte
1215–1288 Fürstenkapelle Kloster
Altzella

Constantia von Österreich
1212–1243 ?

Agnes von Böhmen
1225/30–1268 ?

Elisabeth von Maltitz
1238/39–1333 Fürstenkapelle Kloster
Altzella


Markgraf Albrecht II. der Entartete
1240–1315
Marienkirche Erfurt

Margaretha von Staufen
1237–1270 ?

Kunigunde von Eisenberg
† 1286
Katharinenkloster
 in Eisenach

Elisabeth von Orlamünde
† 1333 ?


Markgraf Friedrich der Freidige
1257–1323 Katharinenkloster Eisenach

Agnes von Görz und Tirol
† 1291 ?

Elisabeth von Lobdeburg-Arnshaugk
1286–1359 Eisenacher Dominikanerkloster (Grabplatte heute in der Georgenkirche)


Markgraf Friedrich der Ernsthafte
1310–1349 Fürstenkapelle Kloster
Altzella

Mathilde von Bayern
1313–1346 vermutlich Kloster
Altzella


Markgraf Friedrich der Strenge
1332–1381 Fürstenkapelle Kloster
Altzella

Katharina von Henneberg
1334–1397 ?


Kurfürst Friedrich I. der Streitbare
1370–1428 Fürstenkapelle im Dom
zu Meißen

Katharina von Braunschweig-Lüneburg
1395–1442 ?


Kurfürst Friedrich II. der Sanftmütige
1412–1464 Fürstenkapelle im Dom
zu Meißen

Margaretha II. von Österreich
1416–1486 Schlosskirche Altenburg


Kurfürst Ernst
1441–1486 Fürstenkapelle im Dom
zu Meißen

Elisabeth von Bayern
1443–1484 ?


Herzog Albrecht der Beherzte
1443–1500 Fürstenkapelle im Dom
zu Meißen
; Herz: Emden

Sidonie von Böhmen
1449–1510 Fürstenkapelle im Dom
zu Meißen


Herzog Georg der Bärtige
1471–1539 Fürstenkapelle im Dom
zu Meißen

Barbara von Polen
1478–1534 ?


Herzog Heinrich der Fromme
1473–1541 Grablege im Dom
St. Marien Freiberg

Katharina von Mecklenburg
1487–1561 ?


Kurfürst Moritz
1521–1553 Grablege im Dom
St. Marien Freiberg

Agnes von Hessen
1527–1555 Weimar, Kirche St. Peter und Paul


Kurfürst August
1526–1586 Grablege im Dom
St. Marien Freiberg

Anna von Dänemark und Norwegen
1532–1585
Freiberger Dom

Agnes Hedwig von Anhalt
1573–1616 Sonderburg


Kurfürst Christian I.
1560–1591 Grablege im Dom
St. Marien Freiberg

Sophie von Brandenburg
1568–1622 ?


Kurfürst Christian II.
1583–1611 Grablege im Dom
St. Marien Freiberg

Hedwig von Dänemark
1581–1641 ?


Kurfürst Johann Georg I.
1585–1656 Grablege im Dom
St. Marien Freiberg

Sibylla Elisabeth von Württemberg
1584–1606
Freiberger Dom

Magdalena Sibylle von Brandenburg
1586–1659
Freiberger Dom


Kurfürst Johann Georg II.
1613–1680 Grablege im Dom
St. Marien Freiberg

Magdalena Sibylle von Brandenburg-Bayreuth
1612–1687 Grablege im Dom
St. Marien Freiberg


Kurfürst Johann Georg III.
1647–1691 Grablege im Dom
St. Marien Freiberg

Anna Sophie von Dänemark und Norwegen
1647–1717 ?


Kurfürst Johann Georg IV.
1668–1694 Grablege im Dom
St. Marien Freiberg

Eleonore Erdmuthe Luise von Sachsen-Eisenach
1662–1696 Grablege im Dom
St. Marien Freiberg


Kurfürst Friedrich August I. der Starke
1670–1733
Wawel
 in Krakau; Herz: Gründergruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft

Christiane Eberhardine von Brandenburg-Bayreuth
1671–1727 Gruft in der Stadtkirche St. Nikolaus in Pretzsch


Kurfürst Friedrich August II.
1696–1763 Gründergruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft

Maria Josepha von Österreich
1699–1757 Gründergruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft


Kurfürst Friedrich Christian I.
1722–1763 Gründerguft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft

Maria Antonia von Bayern
1724–1780 Gründergruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft


König Friedrich August I.
1750–1827 Gründergruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft

Amalie von Zweibrücken
1752–1828 Gründergruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft


König Anton I.
1755–1836 Große Gruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft

Maria Carolina von Savoyen
1764–1782 Große Gruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft

Maria Theresia von Österreich
1766–1827 Große Gruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft


König Friedrich August II.
1797–1854 Königsgruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft

Maria Karoline von Österreich
1801–1832 Große Gruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft

Maria Anna von Bayern
1805–1877 Königsgruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft


König Johann I.
1801–1873 Königsgruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft

Amalie Auguste von Bayern
1801–1877 Königsgruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft


König Albert I.
1828–1902 Neue Gruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft

Carola von Wasa-Holstein-Gottorp
1833–1907 Neue Gruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft


König Georg I.
1832–1904 Neue Gruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft

Maria Anna von Portugal
1843–1884 Große Gruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft


König Friedrich August III.
1865–1932 Neue Gruft in der Kathedrale
Ss. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche)
 in Dresden, Wettiner-Gruft

Luise von Österreich-Toskana
1870–1947 Hohenzollern-Gruft im Kloster
Hedingen
Sigmaringen


Friedrich Christian von Sachsen
1893–1968
Königskapelle Imst-Brennbüchel
 in Nordtirol

Elisabeth Helene von Thurn und Taxis
1903–1976
Königskapelle Imst-Brennbüchel
 in Nordtirol


Ernst Heinrich von Sachsen
1896–1971 Hohenzollern-Gruft im Kloster
Hedingen
Sigmaringen
Dedo von Sachsen 1922–2009 Hohenzollern-Gruft im Kloster
Hedingen
Sigmaringen (Urne)
Timo von Sachsen 1923–1982 Friedhof Tholenswehr in Emden
Gero von Sachsen 1925–2003 Hohenzollern-Gruft im Kloster
Hedingen
Sigmaringen (Urne)


Maria Emanuel von Sachsen
1926–2012
Königskapelle Imst-Brennbüchel
 in Nordtirol


Albrecht Joseph (Albert) von Sachsen
1934–2012
Alter Katholischer Friedhof
 in Dresden


Schlösser der Wettiner[Bearbeiten | Quelltext
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]

Albertinische Residenzen[Bearbeiten | Quelltext
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]

Zu den bedeutendsten Residenzen der Albertiner gehören:

Ernestinische Residenzen[Bearbeiten | Quelltext
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]

Einige der wichtigen Schlösser der Ernestinischen Linien sind:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext
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]


Begräbniskapelle der Albertiner im Freiberger
Dom