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Haus Wittelsbach

ist eines der ältesten deutschen Adelshäuser. Aus ihm gingen jahrhundertelang die Pfalzgrafen, dann Herzöge, Kurfürsten und Könige von Bayern (1180–1918) hervor, ebenso wie die Pfalzgrafen bei Rhein (1214–1803 und 1816–1918), die zugleich Kurfürsten des Heiligen Römischen Reichs waren („Kurpfalz“). Die Pfälzer Linie stellte ferner die Herzöge von Jülich-Berg (1614–1794/1806). Als eines der bedeutendsten Hochadelsgeschlechter Europas stellten die Wittelsbacher zeitweise auch Könige in Ungarn (1305), Schweden (1441–1448 und 1654–1720), Dänemark und Norwegen (1440), Griechenland (1832–1862) und dreimal im Römisch-Deutschen Reich (1328/1400/1742), darunter zwei Kaiser, ferner zwei Gegenkönige in Böhmen (1619/1742), zahlreiche Kurfürsten-Erzbischöfe von Köln (1583–1761), Fürstbischöfe von Lüttich, Markgrafen von Brandenburg (1323–1373), Grafen von Tirol, Grafen von Holland, Hennegau und Seeland (1345–1432) sowie Herzöge von Bremen-Verden (1654–1719).

Herkunft

Die genaue Herkunft der Wittelsbacher ist ungeklärt. Legenden führen sie auf Karl den Großen oder sogar bis auf alte Trojaner zurück. Eine glaubhaftere These besagt, die Wittelsbacher entstammten einer Seitenlinie der Luitpoldinger, benannt nach Markgraf Luitpold von Bayern († 907). Die auch von Mitgliedern der Familie der Wittelsbacher und vielen Wissenschaftlern heute meistbeachtete Theorie beruht auf der 1931 in Österreich veröffentlichten Genealogie Otto Freiherr von Dungerns, bei dem die Geschichte der Familie um das Jahr 1000 mit einem Grafen Otto I. von Scheyern (Otto comes de Skyrum) beginnt.


Die Luitpoldinger als Ursprung der Wittelsbacher
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Der Sohn Luitpolds, Arnulf
der Böse
, wurde 919 sogar zum deutschen (Gegen-)König gewählt, unterwarf
sich aber schließlich Heinrich
von Sachsen
 und begnügte sich mit dem Herzogtum Bayern.

Nach Arnulfs Tod 937 verlieh König Otto
I.
 938 das Herzogtum an Arnulfs Bruder Berthold.
Otto I. verheiratete auch seinen Bruder Heinrich mit
Arnulfs Tochter Judith und
begründete somit den späteren Anspruch Heinrichs, der nach Bertholds Tod unter
Nichtberücksichtigung der Ansprüche anderer Luitpoldinger Herzog von Bayern
wurde.

Arnulfs ältester Sohn, Eberhard,
war 938 als Herzog abgesetzt worden; der jüngere, Arnulf
(II.)
, wurde Pfalzgraf in Bayern, erbaute 940 die Burg Scheyern,
und seine Nachkommen benannten sich nach dieser Burg als Grafen von Scheyern.


Der Ursprung der Wittelsbacher nach der Genealogie Otto Freiherr von Dungerns
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Nach der 1931 veröffentlichten Genealogie Otto Freiherr von Dungerns stammt die
Familie der Wittelsbacher vom Grafen Otto
I. von Scheyern
 ab, der in Urkunden im Jahr 1000 als Otto comes de Skyrum genannt
wird. Beginnend mit seinem Sohn, Otto
II. von Scheyern
, beginnt die gesicherte Geschichte der Wittelsbacher.



Die Grafen von Scheyern, Pfalzgrafen von Bayern
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Der Graf Otto II. von Scheyern († 1120) war in erster Ehe mit einer Schwester
des Grafen Meginhard von Reichersbeuern, verheiratet; in zweiter Ehe mit der
verwitweten Gräfin Haziga.

Die Grafen von Scheyern waren:

Die in der Zählung fehlenden Träger des Namens Otto entfallen auf die
Seitenlinien der Grafen von Scheyern, Scheyern-Dachau und Scheyern-Valley. →Konrad
I. (Meranien)
Konrad
I. von Valley
 und Konrad
I. von Dachau

Graf Otto II. von Scheyern ist somit der Urgroßvater des Grafen Otto VIII. von
Scheyern, der nach anderer Zählweise als Graf Otto V. von Wittelsbach oder
Herzog Otto I. von Bayern, bezeichnet wird.

Graf Otto V. von Scheyern verlegte 1124 die Residenz der Pfalzgrafen von der Burg
Scheyern
 nach der Burg
Wittelsbach
 bei Aichach (heute
Regierungsbezirk Schwaben).




Herzöge von Bayern/Ungarn (1305–1308), Brandenburg (1323–1373), Tirol
(1342–1363), Holland und Hennegau (1346–1425)
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Grabstätte der Wittelsbacher, Sarkophag im Kloster
Scheyern

Otto VI. Pfalzgraf von Bayern, der sich auf Friedrich
I. Barbarossas
 Italienzügen ausgezeichnet hatte, erhielt nach der Absetzung Heinrichs
des Löwen
 1180 das Herzogtum
Bayern
, worauf er sich fortan Otto I. von Wittelsbach, Herzog von Bayern,
nannte. Sein Sohn Ludwig I. der Kelheimer wurde 1214 mit der Pfalzgrafschaft
bei Rhein
 belehnt. Durch seine 1204 geschlossene Ehe mit Ludmilla, Witwe des
Grafen Albert III. von Bogen,
gingen nach dem Erlöschen der Bogener Herrscherlinie 1242 die Grafschaft Bogen
sowie deren weiß-blaues Rautenwappen an die Wittelsbacher. Sein Sohn Otto II.
wurde 1212 als 6-Jähriger mit der Welfin Agnes, der Nichte Kaiser Ottos IV.,
Tochter des Pfalzgrafen Heinrich
des Langen
 und damit Erbin der Pfalz, verlobt. Wohl durch die spätere,
sicher noch vor 1224 geschlossene Ehe kam der goldene Löwe auf schwarzem Grund
als Wappentier nach Bayern. Sowohl im Herzogtum Bayern als auch in der Kurpfalz
folgten die Wittelsbacher somit den Welfen als
Herrscher nach.

Ein Neffe Ottos I., Pfalzgraf Otto
VIII. von Wittelsbach
, wurde durch die Ermordung König Philipps
von Schwaben
 1208 berüchtigt; er wurde geächtet und
1209 erschlagen, die Stammburg Wittelsbach von Herzog Ludwig I. selbst zerstört.

Nach dem Tode Ottos II. entstanden 1255 in der Erbteilung zwischen seinen Söhnen
die Linien Niederbayern und Oberbayern mit
der Pfalz. Beide Fürsten trugen weiterhin den Titel Herzog von Bayern und
Pfalzgraf bei Rhein.




Niederbayern (1255–1340)/Ungarn (1305–1308)
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  • 1253–1290: Heinrich
    XIII.
     = Heinrich I. von Niederbayern (1235–1290)
  • 1290–1312: Otto
    III.
     (1261–1312), 1305–1308 auch König
    von Ungarn

    • ab ca.1305–1310: gemeinsam mit Stephan
      I.
    • 1310–1312: gemeinsam mit Otto IV. und
      Heinrich XIV. (den Söhnen Stephan I.)
  • 1312–1339: gemeinsam/teilweise geteilt:
    Heinrich XIV., Otto IV. und Heinrich XV. (Sohn Ottos III., der
    Natternberger).
  • 1339–1340: Johann I. (Sohn Heinrichs XIV.)

Im Jahr 1305 wurde der niederbayerische
Herzog
 und Sohn einer ungarischen Königstochter Otto III. als Bela V. zum
ungarischen König ausgerufen. Allerdings wurde er bereits binnen kurzem (1307)
gezwungen, diese Krone an den ungarischen Fürsten Ladislaus Apor abzugeben.

Bei dem bald aufeinanderfolgenden Tod Stephans I. und Ottos III. waren ihre
Söhne noch unmündig, so dass ihre Vormundschaft von verschiedenen Herrschern
beansprucht wurde. Zu diesen zählten neben dem oberbayerischen Herzog Ludwig IV.
dem Bayern auch die österreichischen Habsburger. Sie wurden aber in der Schlacht
von Gammelsdorf
 von Ludwig IV. dem Bayern geschlagen, so dass dieser die
Vormundschaft übernahm.

Von den Erben herrschte nun Heinrich XIV. bis zu seinem Tod von Landshut aus
über Straubing, Schärding und Pfarrkirchen, Otto IV. von Burghausen aus über
Ötting, Traunstein, Reichenhall und Rosenheim, Heinrich XV. aber vom Natternberg
bei Deggendorf aus über Deggendorf, Landau, Dingolfing und Vilshofen. Nachdem
die Brüder zwischen 1333 und 1339 alle verstorben waren, übernahm der elfjährige
Sohn Heinrichs XIV., Johann I., die Herrschaft, starb aber auch bereits im
Dezember 1340. Niederbayern fiel an Ludwig den Bayern und wurde mit Oberbayern
vereinigt.


Oberbayern
und Pfalz (1255–1329/1340)
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Kaiser Ludwig
IV. der Bayer
 (1282–1347) (Idealportrait)

Die Oberbayerische Linie teilte sich mit dem Hausvertrag
von Pavia
 1329 in die ältere Linie Pfalz und die jüngere Bayern.

Die (ober-)bayerische Linie bestieg zweimal, mit Ludwig IV. dem Bayern
(1314–1346) und Karl
VII.
 (1742–1745), den Kaiserthron,
erlangte 1623 unter Maximilian
I.
 die Kurwürde,
erlosch aber 1777 mit Maximilian
Joseph
.


Bayern (1340–1349)[Bearbeiten | Quelltext
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Straubing-Holland (1353–1425/1429)
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→ HauptartikelStraubing-Holland

Wittelsbachische Territorien (grün) im Heiligen
Römischen Reich
, Mitte des 14. Jahrhunderts; 1363 fiel Tirol an
die Habsburger, 1373 ging auch Brandenburg den Wittelsbachern wieder
verloren. Die niederländischen Grafschaften brachte 1433 Burgund an
sich.

  • 1347–1388 Wilhelm
    I.
    , regierte auch als Graf von Holland, Seeland und Hennegau (seit 1357 regierungsunfähig)
  • 1347–1404 Albrecht
    I.
     und Albrecht
    II.
     † 1397, regierten auch als Grafen von Holland, Seeland und Hennegau
  • 1404–1417 Wilhelm
    II.
    , auch Graf von Holland, Seeland und Hennegau
  • 1404–1425 Johann
    III.
    , auch Graf von Holland, Seeland und Hennegau, nach ihm wurde
    Straubing auf die übrigen Linien München, Landshut und Ingolstadt aufgeteilt




Oberbayern-Tirol und Brandenburg (1349–1363/1373)
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→ HauptartikelHerzogtum
Oberbayern
  • 1347–1361 Ludwig
    V.
    , ab 1342 auch Graf von Tirol und
    1322–1351 Markgraf von Brandenburg
  • 1347–1351 Ludwig
    VI.
     der Römer, 1351–1364/1365 Markgraf und Kurfürst von
    Brandenburg
  • 1347–1351 Otto
    V.
     der Faule, 1351–1373 (de jure) bzw. 1364/1365–1371 (de facto)
    Markgraf und Kurfürst von Brandenburg
  • 1361–1363 Meinhard,
    auch Graf von Tirol, sein Gebiet fiel nach seinem Tod an Stephan II.



Niederbayern-Landshut (1353–1392)
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1392 erfolgte unter den drei Söhnen Stephans II., die zuvor gemeinsam regierten,
eine erneute Aufteilung in Bayern-MünchenBayern-Landshut und Bayern-Ingolstadt


Bayern-Ingolstadt
(1392–1447)
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→ HauptartikelBayern-Ingolstadt


Bayern-Landshut
(1392–1503)
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→ HauptartikelBayern-Landshut
  • 1375–1393 Friedrichder
    Weise
  • 1393–1450 Heinrich
    XVI.
    der Reiche
  • 1450–1479 Ludwig
    IX.
    der Reiche
  • 1479–1503 Georgder
    Reiche
    , 1505 kam das Herzogtum an Bayern-München.


Bayern-München
(1392–1505)
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→ HauptartikelBayern-München


Bayern (1505–1623)[Bearbeiten | Quelltext
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Verleihung der Kurwürde an Herzog Maximilian
I.
 von Bayern auf dem Regensburger Fürstentag 1623

  • 1505–1508 Albrecht
    IV.
    der Weise, vereinigte alle bayerischen Linien 1503
  • 1508–1550 Wilhelm
    IV.
  • 1508–1545 Ludwig
    X.
     in Landshut
  • 1550–1579 Albrecht
    V.
    der Großmütige
  • 1579–1598 Wilhelm
    V.
    der Fromme
  • 1598–1651 Maximilian,
    seit 1597 bereits Mitregent seines Vaters Wilhelm; durch den 30-jährigen
    Krieg wurde die Kurwürde durch den Kaiser vom Pfalzgrafen an
    den Bayerischen Herzog übertragen. Im westfälischen Frieden 1648 wurde
    Bayern als Kurfürstentum bestätigt, so dass Maximilian der erste bayerische
    Kurfürst wurde.


Kurfürsten von
Bayern (1623–1777)
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→ HauptartikelKurfürstentum
Bayern

Am 25. Februar 1623 erhielt Herzog Maximilian
I.
 von Bayern die pfälzische Kurwürde.


Kurfürst Maximilian
II. Emanuel
, der „blaue Kurfürst“

  • 1623–1651 Maximilian
    I.
    , seit 1597 bereits bayerischer Herzog, 1623 ging die Pfälzer
    Kurfürstenwürde an ihn über und 1648 kam die Oberpfalz an
    Bayern.
  • 1651–1679 Ferdinand
    Maria
    , regierte in den ersten Jahren unter der Vormundschaft seiner
    Mutter Maria
    Anna
    .
  • 1679–1726 Maximilian
    II. Emanuel
    , auch Generalstatthalter der Niederlande (1692–1706) und
    Herzog von Luxemburg (1712–1714)
  • 1726–1745 Karl
    Albrecht
    , 1741–1743 auch König von Böhmen, ab 1742 als Karl VII. auch Kaiser
    des Heiligen Römischen Reiches
  • 1745–1777 Maximilian
    III. Joseph

Die bayerische Linie der Wittelsbacher starb 1777 aus. Ihr folgte mit Karl
Theodor
 die Linie Pfalz-Sulzbach,
die schon über die Kurpfalz herrschte.
Nach dem Tod Karl Theodors 1799 erlangten die Herzöge von Zweibrücken die
Kurwürde.


Kurfürst-Erzbischof Clemens
August von Köln
 (1723–1761), Fürstbischof von MünsterOsnabrückPaderborn und HildesheimHochmeister des Deutschen
Ordens


Kurfürsten von
Köln (1583–1761)
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Von 1583 bis 1761 besetzten kurbayerische wittelsbacher Prinzen den Kölner
Erzstuhl
 und zahlreiche weitere Bistümer.


Äbtissin
des Stiftes Essen (1726–1776)
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Fürstbischofe von Lüttich (1581–1763)
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Von 1581 bis 1763 besetzten kurbayerische Wittelsbacher Prinzen fast
ununterbrochen den Stuhl des Fürstbistums
Lüttich
.



Römisch-deutsche Könige und Kaiser
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Pfalzgrafen bei
Rhein (1214–1356)
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Erster Pfalzgraf der
wieder selbständigen Pfalz wurde
Rudolf I. 1317 verzichtet er zu Gunsten seines Bruders Kaiser Ludwig IV. Sein
Sohn Rudolf II. gelangte 1329 wieder in Besitz der väterlichen Erblande. Durch
die Goldene
Bulle
 von Kaiser Karl IV. erhielten die Pfalzgrafen bei Rhein 1356 von Karl
IV. die Kurwürde.




Kurpfalz mit Teilungen (1356–1777)/Dänemark, Schweden und Norwegen
(1440–1448)/Böhmen (1619–1620)
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Kurfürst Ruprecht
I.
von der Pfalz (1309–1390), mit seinen beiden Frauen



Ruprecht III.
 (1342–1410), Kurfürst von der Pfalz und deutscher
König, mit Elisabeth
von Hohenzollern-Nürnberg



Friedrich V.
, Kurfürst von der Pfalz (1610–1623) und
„Winterkönig“ von Böhmen (1619–1620)

Die pfälzische Linie der Wittelsbacher erhielt unter Ruprecht
I.
 1356 die Kurwürde. Noch im gleichen Jahr stiftete er in Vollzug des
Vermächtnisses seines Bruders und Vorgängers Rudolf
II.
das Liebfrauenstift
Neustadt an der Weinstraße
, als Memoria seines
Hauses. Hier wurden er und sein Bruder Rudolf II., sowie 3 Pfälzer
Herrscherinnen bestattet; für insgesamt 13 Wittelsbacher Fürsten und ihre
Gemahlinnen bestanden dort zu feiernde Jahrgedächtnisse. Kurfürst Ruprecht
I.
 gründete 1386 mit Heidelberg auch
die dritte Deutsche Universität.


Ruprecht III. von der Pfalz
 wurde von den rheinischen Kurfürsten zum
römischen König (1400–1410) gewählt, aber nur in einem Teil des Reiches
anerkannt.

Nach seinem Tod teilte sich die pfälzische Linie in die vier Linien Kurpfalz (Heidelberger), Pfalz-Neumarkt (erloschen
1443), Pfalz-Simmern sowie Pfalz-Mosbach-Neumarkt (erloschen
1499).

Die Linie Pfalz-Neumarkt stellte mit Christoph
III.
 1440–1448 den König von Dänemark, Schweden und Norwegen. Die
Heidelberger Linie starb 1559 mit Ottheinrich aus,
worauf die reformierte Linie Pfalz-Simmern folgte.

Kurfürst Friedrich
V.
 von der Pfalz wurde 1619 zum König von Böhmen gewählt. Nach der
verlorenen Schlacht
am Weißen Berg
 floh er nach Holland. Die pfälzische Kur wurde 1623 an Bayern
übertragen. 1648 wurden zwei neue Kuren geschaffen, wovon eine die Pfalz
erhielt.

Die Linie Pfalz-Simmern erlosch 1685 mit Karl II., dem Bruder Liselottes von der
Pfalz. Nun folgte die Linie Pfalz-Neuburg,
die sich 1569 von der Linie Zweibrücken losgelöst
und 1614 Jülichund Berg erworben
hatte; dieser folgte die seit 1614 selbständige Linie Pfalz-Sulzbach.

1623 verlor die Pfalz die Kurwürde an
den bayerischen Herzog Maximilian
I.
 Mit dem Westfälischen
Frieden
 wurde eine achte Kur geschaffen, die an die Pfalz kam.




Könige von Schweden (1654–1720) und Herzöge von Bremen-Verden (1654–1719)
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Karl XII.
 von Schweden (1682–1718)

Nach dem Tod König Rupprecht 1410 entstand die Linie Simmern-Zweibrücken, welche
sich 1444 in die Linie Simmern-Sponheim und Zweibrücken-Veldenz aufspaltete.

Durch die Linie Pfalz-Zweibrücken-Kleeburg
hatten die pfälzischen Wittelsbacher von 1654 bis 1720 abermals – nach Christoph
III.
 (1440–1448) – den schwedischen Thron
inne.


Herzöge
von Jülich und Berg (1614–1806)
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Die Line von Pfalz-Neuburg hielt
infolge des Vertrags
von Xanten
 ab 1614 auch die Herzogtümer Jülich und Berg,
die zu Jülich-Berg zusammengefasst
waren und von Düsseldorf aus
regiert wurden.


Herzöge von
Zweibrücken (1410–1797)
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→ HauptartikelPfalz-Zweibrücken

Letzter Herzog von Zweibrücken wurde 1795 Maximilian Joseph, Herzog ohne Land.
Die Französischen Revolutionstruppen hatten zu diesem Zeitpunkt das Herzogtum
besetzt. Im Jahre 1799 trat er die Nachfolge Karl Theodors als Kurfürst in
München an.



Kurfürsten von Pfalz-Bayern (1777–1806)
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Könige von Bayern
(1806–1918)
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Die bayerischen Kroninsignien (in der Schatzkammer der Münchner
Residenz
)


Stamm-Eiche des Regentenhauses Bayern, Die Eiche symbolisiert die
Machtübernahme der pfälzischen Linie der Dynastie Wittelsbach sowie
das Aussterben aller anderen Familienzweige, Lithographie um 1825

Nach dem Aussterben der Linie Pfalz-Sulzbach 1799 trat Maximilian
IV.
 (Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld-Bischweiler) die Nachfolge Karl Theodors
an. 1806 wurde er König
von Bayern
 und begründete damit die Königslinie, die bis 1918 herrschte. Zur
Königslinie gehören:

Der Hausorden der
Wittelsbacher ist der im 12. Jahrhundert gegründete und 1729 wieder
hergestellte Georgsorden.


Könige von
Griechenland (1832–1862)
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Das bis 1841 von Friedrich
von Gärtner
 für Otto
I.
 erbaute königliche Residenzschloss in Athen (heute Griechisches
Parlament
)

Aufgrund der Abstammung aus dem byzantinischen Haus Komnenos und
dem Haus Laskaris berief
die griechische Nationalversammlung das
Haus Wittelsbach auf den Thron des befreiten Griechenland.


Chefs
des Hauses Wittelsbach (nach 1918)
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Franz von Bayern
(* 1933), heutiger Chef des Hauses Wittelsbach

Nach der Abdankung Ludwigs III. in der Novemberrevolution von
1918 emigrierte er mit seiner Familie vorübergehend ins Ausland. Im Zuge der
Aufteilung von Staats- und Hausvermögen wurden durch einen Vergleich 1923 der Wittelsbacher
Ausgleichsfonds
 sowie durch den vormaligen Kronprinzen Rupprecht
von Bayern
 die Wittelsbacher
Landesstiftung für Kunst und Wissenschaft
 errichtet. Die Stiftung erhielt
die vor 1804 erworbenen Kunstschätze der Wittelsbacher und ist seither
Eigentümerin, wenn auch nicht Verwalterin eines großen Teils der Bestände der
Münchner Museen, während jüngere Kunstsammlungen in den Besitz des
Ausgleichsfonds kamen.

Der Chef des Hauses Wittelsbach verwaltet die Stiftung Wittelsbacher
Ausgleichsfonds
, in die 1923 auch einige Liegenschaften aus dem ehemaligen HausgutFideikommiß der
Wittelsbacher eingebracht wurden, darunter die Schlösser BergHohenschwangau (samt
dem 2011 eingerichteten Museum
der bayerischen Könige
), Berchtesgaden und Grünau.
Zum Privatvermögen des Hauses Wittelsbach gehören die Schlösser TegernseeWildenwartLeutstetten und Kaltenberg sowie Land- und Forstwirtschaft mit
einer Fläche von 12.500 ha, Immobilien und Industrieanteile.


Herzöge in Bayern[Bearbeiten | Quelltext
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]


Herzog in Bayern
 war seit 1799 der Titel der Nebenlinie Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld-Gelnhausen
des bayerisch-pfälzischen Herrscherhauses der Wittelsbacher. Ihr entstammte Elisabeth(Sisi),
Gattin Kaiser Franz Josephs von Österreich-Ungarn. Derzeit lebt der Nachname Herzog
in Bayern
 weiter, seit Ludwig
Wilhelm Herzog in Bayern
 am 18. März 1965 seinen Großneffen Max
Emanuel Prinz von Bayern
 adoptiert hat.

Liste der
Wittelsbacher Linien
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]

Bayerische Linien

Bayern erste
Teilung 1255


Oberbayern
 ältere Linie


Niederbayern
 ältere Linie, bis 1340

Teilung 1349


Oberbayern

jüngere Linie, bis 1363/79


Niederbayern
 jüngere Linie, Teilung 1353


Niederbayern-Landshut


Niederbayern-Straubing

erlischt 1425,
Erbe aufgeteilt 1429 im

Teilung 1392


Bayern-München


Bayern-Ingolstadt


Bayern-Landshut


Preßburger


Schieds


spruch
1447
beerbt von Bayern-Landshut
1503/5
beerbt von Bayern-München
1777
beerbt von Pfalz-Sulzbach

Weitere Linien (direkt oder indirekt von der älteren oberbayerischen
Linie abstammend)



Morganatische
 und außereheliche Abkömmlinge


Schlösser der
Wittelsbacher
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]

Bayern[Bearbeiten | Quelltext
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]

Einige der bedeutendsten bayerischen Schlösser, die von Wittelsbacher Herrschern
erbaut wurden bzw. als Sitze regierender Linien dienten, waren:


Pfälzische Linie[Bearbeiten | Quelltext
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]

Zu den wichtigsten Sitzen der Pfälzer Wittelsbacher zählten:

Kurköln[Bearbeiten | Quelltext
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]

Von 1597 bis 1794 war Bonn die
Residenz des Kurfürstentums
Köln
, dessen Kurfürsten und Erzbischöfe von 1583 bis 1761 der bayerischen
Linie des Hauses Wittelsbach entstammten.

Bestattungsorte[Bearbeiten | Quelltext
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]